Bachelorarbeit, 2019
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Ironie
2.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981)
2.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984)
3. Parodie
3.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981)
3.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984)
4. Parodie aus linguistischer Sicht im Verhältnis zur Ironie
5. Fazit
Diese Arbeit analysiert die Parodie als pragmatische Sprechhandlung und linguistisches Verhaltensmuster, um sie aus ihrem traditionellen literaturwissenschaftlichen Kontext zu lösen und als alltägliches Phänomen zu etablieren. Dabei wird untersucht, wie Parodie und Ironie zueinander in Beziehung stehen und inwiefern linguistische Theorien zur Ironie – konkret die Echoic Mention Theory und die Pretense Theory – auf sprachliche Parodien übertragbar sind.
3. Parodie
Der Begriff ‘Parodie‘ lässt sich von dem Altgriechischen παρῳδία ~ parōdía ableiten und bedeutet wörtlich übersetzt etwa ‘Nebengesang‘ (Duden Online). Eine Parodie ist im Grunde genommen eine verzerrende – meist übertreibende oder verspottende – Nachahmung eines bestimmten Werks, (des Stils) einer Person(engruppe) oder aber eines ganzen Genres, einer Gesellschaft oder einer Ideologie. Das parodistische Nachahmen hat meist eine komische Wirkung, die oft als abwertend empfunden wird. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass eine Parodie – gerade durch den hypertextuellen Zusammenhang und das Voraussetzen der Kenntnis der Vorlage beim Empfänger – die Bedeutung und Wichtigkeit des Originals bestätigen und somit sogar als Hommage an dieses gelten kann. Die Parodie galt lange ausschließlich als Forschungsgegenstand der Literaturwissenschaft; die Betrachtung aus sprachwissenschaftlicher Perspektive ist bisher noch nicht sonderlich ausgeprägt. In diesem Teil der Arbeit wird versucht, sprachliche Parodie aus linguistischer Perspektive als kommunikativen Sprechakt darzustellen und zu zeigen, wie ein Sprecher verbale Parodie verwenden kann, um komplex und raffiniert Kritik zu üben (vgl. Rossen-Knill/Henry 1997: 720). Hierfür wird vor allem das pragmatische Modell nach Rossen-Knill/Henry (1977) betrachtet, die sprachliche Parodien aus pragmatischer Sicht analysieren und den von Literaturwissenschaftlern gewonnenen Erkenntnissen gegenüberstellen.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Parodie als alltägliches, linguistisches Phänomen und legt das Ziel fest, sprachliche Parodien mithilfe des Modells von Rossen-Knill/Henry zu analysieren und sie in Bezug zur Ironie zu setzen.
2. Ironie: Dieses Kapitel erläutert Grundlagen der Ironie, grenzt diese von unaufrichtigem Sprechen ab und stellt mit der Echoic Mention Theory und der Pretense Theory zwei maßgebliche linguistische Erklärungsansätze vor.
2.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981): Das Kapitel führt in Sperber und Wilsons Theorie ein, die Ironie als Anführung (mention) einer Äußerung interpretiert, um eine kritische Einstellung dazu zu kommunizieren.
2.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984): Der Abschnitt präsentiert Clark und Gerrigs Ansatz, nach dem Ironie als eine Form von Verstellung (pretense) verstanden wird, bei der der Sprecher vorgibt, eine andere Person zu sein.
3. Parodie: Hier wird der Begriff der Parodie linguistisch neu verortet und das Modell von Rossen-Knill/Henry eingeführt, das Parodie als einen Sprechakt definiert, der aus vier essenziellen Komponenten besteht.
3.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981): Dieser Abschnitt untersucht die Anwendbarkeit der Echoic Mention Theory auf Parodien und diskutiert, ob Parodie als spezielle Form der Anführung von Wörtern und Äußerungen verstanden werden kann.
3.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984): Hier wird geprüft, ob die Parodie ebenso wie die Ironie auf Basis der Pretense Theory als eine Art spielerische Verstellung analysiert werden kann.
4. Parodie aus linguistischer Sicht im Verhältnis zur Ironie: Dieses Kapitel führt die Analyse zusammen und diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Ironie und Parodie hinsichtlich Produktion und Interpretation.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Schwierigkeit einer strikten terminologischen Abgrenzung von Ironie und Parodie und regt zur weiteren empirischen Forschung an.
Sprachliche Parodie, Ironie, Echoic Mention Theory, Pretense Theory, Rossen-Knill/Henry, Sprechhandlung, Pragmatik, Verstellung, Zurschaustellung, Intentional re-presentation, Kritischer Akt, Komischer Akt, Sprachwissenschaft, Kommunikation, Linguistik.
Die Arbeit untersucht die sprachliche Parodie als pragmatischen Sprechakt und linguistisches Phänomen, um sie von ihrem rein literaturwissenschaftlichen Fokus zu lösen und ihre alltägliche Verwendung sowie ihr Verhältnis zur Ironie zu analysieren.
Die zentralen Felder umfassen die linguistische Definition von Parodie, die Analyse von Ironietheorien (Echoic Mention und Pretense) und deren Übertragbarkeit auf parodistische Äußerungen.
Ziel ist es zu belegen, dass Parodie ein alltägliches Sprechmuster ist, und zu erörtern, ob bestehende Ironietheorien ausreichen, um sprachliche Parodien umfassend zu erklären.
Die Arbeit nutzt einen pragmatischen Ansatz und stützt sich primär auf das Modell von Rossen-Knill/Henry zur Analyse von Parodien sowie auf bestehende linguistische Theorien zur Ironie.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Ironie und Parodie, die Vorstellung der Echoic Mention und Pretense Theory, die detaillierte Darstellung des Parodie-Modells von Rossen-Knill/Henry und deren kritische Zusammenführung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie sprachliche Parodie, Ironie, Echoic Mention Theory, Pretense Theory, Pragmatik, Sprechhandlung und die vier Akte der Parodie charakterisiert.
Die Zurschaustellung (flaunting) ist notwendig, damit der Hörer erkennt, dass die Äußerung nicht wörtlich gemeint ist, sondern eine beabsichtigte Repräsentation darstellt, die einen kritischen und komischen Zweck verfolgt.
Nein, das Fazit kommt zu dem Schluss, dass eine strikte terminologische Trennung auf Basis der untersuchten Theorien und Daten nicht möglich ist, da die Grenzen zwischen den Phänomenen zunehmend verschwimmen.
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