Bachelorarbeit, 2018
121 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
I. Einleitung
II. Theoretischer Rahmen
1. Theoretische Grundlagen zur Schriftsprache
1.1 Graphematik - Wie funktioniert unsere Schrift?
1.1.1 Phonographisches Prinzip
1.1.2 Silbisches Prinzip
1.1.3 Morphematisches Prinzip
1.1.4 Grammatisches Prinzip
1.2 Orthographie - Wie funktioniert unsere Rechtschreibung?
2. Schriftspracherwerb
2.1 Phonologische Bewusstheit als Vorläuferfertigkeit
2.2 Das Stufenmodell nach Valtin (1997)
3. Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb
3.1 Merkmale und Ursachen
3.1.1 Komplexe Beziehung zwischen Phonologie und Graphematik
3.1.2 Orthographischen Prinzipien
3.1.3 Wahrnehmungsschwierigkeiten
3.1.4 Didaktische Zugangswege
3.2 LRS vs. Legasthenie
4. Diagnostik
5. Schulische Fördermaßnahmen
5.1 Mögliche Übungen im Unterricht
5.2 Die silbenanalytische Methode nach Röber (2006)
III. Empirischer Teil
1. Die Oldenburger Fehleranalyse als Methode
2. Begründung der Verfahrensauswahl
3. Stichprobe und Forschungsdesign
4. Versuchsmaterial
5. Ablauf
6. Ergebnisse
6.1 Auswertung der OLFA auf Klassenebene
6.2 Auswertung der OLFA auf individueller Ebene
7. Diskussion
IV. Schluss
Die Bachelorarbeit untersucht die Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb von Grundschülern, diagnostiziert diese mittels qualitativer Verfahren und leitet daraus Ansätze für schulische Fördermaßnahmen ab.
1.1.1 Phonographisches Prinzip
Das phonographische Prinzip basiert auf den Regeln der Phonem-Graphem-Korrespondenz – ein Phonem wird dabei durch ein Graphem repräsentiert (vgl. Schründer-Lenzen 2013: 27). Das Phonem wird als kleinstes bedeutungsunterscheidendes Segment innerhalb der Lautsprache definiert (vgl. ebd.: 16). Über Minimalpaarbildungen lassen sich die kleinsten Lauteinheiten ermitteln (vgl. Eisenberg 2013: 289). Minimalpaare sind Wortpaare wie (Matte) und (Watte) oder (Piste) und (Kiste), die jeweils eine unterschiedliche Bedeutung tragen, sich aber nur durch ein Phonem – hier / m / und / w /, sowie / p / und / k / – voneinander unterscheiden (vgl. Schründer-Lenzen 2013: 16).
Daraus ergibt sich für das Deutsche ein Phoneminventar von zwanzig Konsonantphonemen und sechzehn Vokalphonemen. Dabei lassen sich die Vokalphoneme in acht gespannte und sieben ungespannte betonbare, sowie ein unbetonbares – das Schwa – unterscheiden (vgl. Eisenberg 2013: 289).
I. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung des Schriftspracherwerbs, thematisiert aktuelle Herausforderungen durch sinkende Orthographiekompetenzen und definiert die Forschungsfragen zu Diagnose und Förderung.
II. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der deutschen Schriftsprache durch Graphematik und Orthographie, beschreibt den Prozess des Erwerbs mittels Stufenmodell und analysiert mögliche Lernschwierigkeiten sowie deren Ursachen.
III. Empirischer Teil: Hier wird die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) als qualitatives Diagnoseinstrument für Schülertexte einer zweiten Klasse eingesetzt, die Ergebnisse analysiert und daraus Förderbedarfe sowie Konsequenzen abgeleitet.
IV. Schluss: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, qualitativen Rechtschreibförderung, die sich an der Standardlautung orientiert.
Schriftspracherwerb, Rechtschreibschwäche, Grundschule, Graphematik, Orthographie, Diagnostik, OLFA, Phonologische Bewusstheit, LRS, Fördermaßnahmen, Fehleranalyse, Silbenmodell, Kompetenz, Rechtschreibleistung, Unterricht
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Schwierigkeiten, die beim Schriftspracherwerb von Grundschülern auftreten können, und wie diese effektiv diagnostiziert und gefördert werden können.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der deutschen Schriftsprache, Entwicklungsmodelle des Schreibenlernens, die qualitative Diagnose von Rechtschreibfehlern sowie didaktische Förderkonzepte im Unterricht.
Das Ziel ist es, Schwierigkeiten beim Erwerb orthographischer Kompetenz zu identifizieren, diagnostische Instrumente zu bewerten und daraus gezielte schulische Fördermaßnahmen abzuleiten.
Die Arbeit nutzt neben einer Literaturanalyse einen empirischen Ansatz, bei dem die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) zur qualitativen Auswertung von Schülertexten einer zweiten Klasse angewandt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Graphematik und Schriftspracherwerbsmodellen sowie die detaillierte empirische Untersuchung der Rechtschreibleistungen von Grundschülern.
Wesentliche Begriffe sind Schriftspracherwerb, Rechtschreibschwäche, OLFA, qualitative Fehleranalyse, orthographische Kompetenz und silbenanalytische Methode.
Die qualitative Analyse ermöglicht ein tieferes Verständnis für die individuellen Lernprozesse und Fehlerstrategien des Kindes, anstatt nur eine quantitative Fehlerzahl zu ermitteln.
Es handelt sich um ein didaktisches Modell, das Kindern hilft, Wörter in betonte und unbetonte Silben zu gliedern, um so Regularitäten der deutschen Rechtschreibung, wie etwa die Schärfungsschreibung, besser zu verstehen.
Sie gilt als eine der wichtigsten Vorläuferfertigkeiten für den Schriftspracherwerb, da sie die Basis für das Verständnis der Laut-Buchstaben-Beziehung bildet.
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