Bachelorarbeit, 2017
62 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bedeutung des „Holocaust“ für historisches Lernen
3. Empirie
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Darstellung und Deutung der Ergebnisse
3.2.1 Auswertung des Materials anhand der deduktiven Kategorien
3.2.1.1 Vorkenntnisse
3.2.1.2 Gesamtkonzept
3.2.1.3 Müdigkeitsempfinden
3.2.1.4 Emotionen
3.2.1.5 Moralisierung
3.2.1.6 Schuld
3.2.1.7 Migrationshintergrund
3.2.1.8 Historisierung des „Holocaust“
3.2.2 Ableitung induktiver Kategorien
3.3 Reflexion des Forschungsprozesses
4. Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen, denen sich Lehrkräfte im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I bei der Behandlung des Themas „Holocaust“ gegenübersehen, und zielt darauf ab, die subjektiven Erfahrungen und Positionen der Lehrpersonen durch eine qualitative Befragung zu eruieren.
3.2.1.4 Emotionen
In Bezug auf die affektive Ebene des Themas „Holocaust“ stellt sich die Frage, welche Emotionen die Lehrpersonen grundsätzlich bei den Lernenden in ihrem Geschichtsunterricht feststellen können. P1 beobachtet die Stille im Klassenraum, die er als Betroffenheit der Schüler interpretiert. Das Thema gehe den Jugendlichen sehr nahe, sodass sie nach den Unterrichtsstunden betreten den Raum verlassen. Bei manchen Jugendlichen beobachte er auch Schamgefühle, welche sich in Aussagen wie: „Oh Mann, das haben Deutsche gemacht“ widerspiegele oder sich dadurch feststellen lasse, dass sich die Schüler nur noch wenig oder gar nicht mehr am Unterrichtsgeschehen beteiligen. Er könne ebenfalls beobachten, dass weder er als Lehrperson, noch die Schüler sich die Gräueltaten und die Hintergründe wirklich vorstellen können, geschweige denn diese verstehen. Der Aspekt der Unvorstellbarkeit spielt in seinem Unterricht demnach auch eine Rolle.
P2 kann in seinem Unterricht weitere Emotionen feststellen. Auch in seinem Unterricht werde es manchmal sehr still. Jedoch seien manche Schüler in der Sekundarstufe I noch nicht reif genug, sodass sie sich z.B. lustig machen über Inhalte, die für jeden rational denkenden Menschen alles andere als lustig seien. Diese inadäquaten Gefühlsausbrüche interpretiert er als eine Art Reaktionsbildung: Da die Jugendlichen mit diesen Gefühlen, die das Thema „Holocaust“ im Geschichtsunterricht auslöst, noch nicht umzugehen wissen, versuchen sie diese mit Gefühlen zu überspielen, die sie kennen, was für die fehlende Reife der Jugendlichen spreche. Andere Schüler seien jedoch auch relativ unberührt, da sie die Ereignisse nicht als ihre Geschichte sehen, nicht in der Lage seien, die Geschehnisse auf sich selber zu beziehen oder ihnen das Abstraktionsvermögen fehle. Diese Schüler zeigen sich P2 zufolge eher rational und gehen im Unterricht wenig emotional mit dem Thema „Holocaust“ um.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Holocaust-Themas im Geschichtsunterricht ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Herausforderungen für Lehrkräfte.
2. Bedeutung des „Holocaust“ für historisches Lernen: In diesem Kapitel wird der theoretische Rahmen durch didaktische Diskurse und den aktuellen Forschungsstand zu Instanzen wie Schule, Gesellschaft und Lehrplänen abgesteckt.
3. Empirie: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der qualitativen Studie, inklusive der Interviewführung und der Kategorienbildung zur Auswertung der Lehrergespräche.
4. Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und reflektiert, wobei insbesondere der Spagat zwischen emotionaler Belastung und curricularen Anforderungen bewertet wird.
Holocaust, Geschichtsunterricht, Lehrerperspektive, Sekundarstufe I, qualitative Sozialforschung, Didaktik, historische Bildung, Erinnerungskultur, moralische Erziehung, Kompetenzorientierung, Vorkenntnisse, Emotionalität, Migration, Historisierung, Schulentwicklung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen Geschichtslehrkräfte der Sekundarstufe I konfrontiert sind, wenn sie das Thema „Holocaust“ unterrichten.
Dazu gehören der Umgang mit dem Vorwissen der Schüler, die emotionalen Reaktionen im Unterricht, die Rolle von Moral und Schuld sowie der Einfluss der kulturellen Diversität.
Das Ziel ist es, die individuellen Positionen und Strategien erfahrener Lehrkräfte im Umgang mit diesem sensiblen Thema mittels problemzentrierter Interviews zu erforschen.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus problemzentrierten Interviews nach Witzel und einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des didaktischen Diskurses und eine empirische Analyse der Lehrerinterviews anhand von deduktiven und induktiven Kategorien.
Zentrale Begriffe sind Holocaust, Geschichtsdidaktik, Lehrerperspektive, Erinnerungskultur und Kompetenzorientierung.
Die Lehrkräfte zeigen sich sehr sensibel und räumen den Schülern Freiräume ein, um auf Betroffenheit zu reagieren, selbst wenn dies bedeutet, das geplante Unterrichtskonzept zeitweise aufzubrechen.
Während theoretische Ansätze große Herausforderungen durch Diversität postulieren, berichten die befragten Lehrer in der Praxis von weniger gravierenden Konflikten, sehen jedoch die Notwendigkeit einer heterogenitätssensiblen Herangehensweise.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

