Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Grundlegende Definitionen
2.1 Okulomotorik
2.1.1 Funktionsweise des Auges
2.1.2 Augenbewegungen beim Lesen
2.2 Eye-Tracking
2.2.1 Methode
2.2.2 Gerätetypen und Versuchsaufbau
2.3 Dyslexie
2.3.1 Ursachen und Symptome von Dyslexie
2.3.2 Diagnose von Dyslexie
2.4 Lesen und Wortverarbeitung
2.4.1 Graphem-Phonem-Korrespondenzregeln
2.4.2 Zwei-Wege-Modell: Dual Route Cascaded Model
2.4.3 Einordnung der Dyslexietypen
3 Augenbewegungen bei Dyslexikern und normalen Lesern
3.1 Erklärungsversuche für das gestörte Blickverhalten
3.2 Basisbefunde
3.3 Textschwierigkeit
3.4 Worthäufigkeit
3.5 Wortlänge
3.5.1 Wörter
3.5.2 Pseudowörter
3.5.3 Interaktion zwischen Wortlänge und Worthäufigkeit
3.6 Interpretation der Ergebnisse
4 Implikationen für E-learning Umgebungen
4.1 E-learning
4.1.1 Arten von E-learning
4.1.2 Beispiel einer textbasierten synchronen Lernumgebung
4.2 Gestaltung: Anpassung des Inhaltes
4.2.1 Lesbarkeit und Verständlichkeit
4.2.2 Vereinfachung von Texten
4.3 Gestaltung: Layout
4.3.1 Klassische Schriftarten
4.3.2 Speziell entwickelte Schriftart: Dyslexie
4.3.3 Schriftgröße, Zeichenabstand und Farben
4.3.4 Textlayout
4.3.5 Darstellungsformen mit Text, Bild und Ton
4.4 Guidelines für Dyslexiker
5 Schlussbemerkung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Blickverhalten von dyslexischen Lesern im Vergleich zu normalen Lesern mithilfe der Eye-Tracking-Methode, um basierend auf diesen Erkenntnissen Implikationen für die Gestaltung effektiver digitaler E-learning Umgebungen abzuleiten.
2.2.1 Methode
Da das Hauptaugenmerk in dieser Thesis auf der Textverarbeitung liegt, wird vor allem die aktuelle Leseforschung in den Mittelpunkt gerückt. Beim Lesen bewegt sich das Auge des Betrachters auf engstem Raum und es ist nahezu unmöglich Bewegungsmuster zu erkennen. Die Eye-Tracking Methode ermöglicht es buchstabengenau und in Echtzeit die Bewegungen des Auges transparent zu machen. Im Folgenden wird die videobasierte Cornea Reflex Methode erläutert, welche im Großteil der, in dieser Arbeit herangezogenen, Untersuchungen verwendet wird. Dabei handelt es sich um eine „nicht-invasive infrarotbasierte Videotechnik zur Aufzeichnung von Augenbewegungen“ (Bartl-Pokorny et al., 2013, S.193).
Zur Durchführung der Cornea Reflex Methode wird lediglich eine Infrarotlampe (die zum Beispiel oberhalb des Bildschirms angebracht ist) und eine Infrarotkamera benötigt. Nachdem man durch die Kalibrierung eine ausreichende Genauigkeit garantiert hat, zeichnet die Kamera die Augenbewegungen bzw. den Cornea Reflex auf. Dieser Effekt beschreibt die Spiegelung des Infrarotlichts auf der Hornhaut. Infrarotlicht ist für das menschliche Auge nicht sichtbar und wirkt somit nicht störend auf den Probanden. Auf der Aufnahme wird die Pupille als dunkler Punkt, der Cornea Reflex als kleiner weißer Punkt sichtbar (Blake, 2013). Je nach Stellung dieser beiden Punkte können kleinste Augenbewegungen erkannt werden. Entscheidend ist, dass sowohl die Pupille als auch der Cornea Reflex zu berücksichtigen sind, um zwischen reinen Augenbewegungen und Kopfbewegungen unterscheiden zu können. Würde man lediglich die Pupille beobachten, wäre es unmöglich nachzuweisen, ob es sich hierbei um eine Augenbewegung handelt, oder ob der Proband den Kopf bewegt hat (Duchowski, 2007).
Die aufgezeichneten Ergebnisse können in sogenannten Heatmaps oder Gaze Plots dargestellt werden (Rakoczi, 2012). Das Erstellen von Heatmaps ist vor allem beim Testen einer ganzen Homepage von Nutzen. Durch farbliche Abstufungen lässt sich erkennen, welche Bereiche vom Großteil der Betrachter fixiert wurden. Diese Areale werden dabei beispielsweise rot eingefärbt. Gaze Plots stellen hingegen Blickpfade dar. Hier werden Sprünge der Augen mit Linien veranschaulicht welche einzelne Fixationspunkte miteinander verbinden, was vor allem in der Leseforschung hilfreich ist (Abbildung 3). Die Größe dieser Fixationspunkte entspricht der jeweiligen Fixationsdauer (Rakoczi, 2012).
1 Einführung: Hinführung zum Thema Legasthenie bzw. Dyslexie und Begründung, warum die Untersuchung der Okulomotorik für die Gestaltung digitaler Lernumgebungen relevant ist.
2 Grundlegende Definitionen: Erläuterung der Okulomotorik, der Funktionsweise des Auges, der Eye-Tracking-Methode sowie der theoretischen Grundlagen der Wortverarbeitung und Dyslexietypen.
3 Augenbewegungen bei Dyslexikern und normalen Lesern: Detaillierte Analyse der Unterschiede im Blickverhalten unter Berücksichtigung von Textschwierigkeit, Worthäufigkeit und Wortlänge sowie deren Interpretation.
4 Implikationen für E-learning Umgebungen: Ableitung konkreter Gestaltungsempfehlungen für E-learning Umgebungen, unter anderem bezüglich Layout, Schriftart und der Präsentation von Inhalten.
5 Schlussbemerkung und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen, insbesondere im Bereich mobiler Endgeräte für dyslexische Lerner.
Dyslexie, Legasthenie, Eye-Tracking, Augenbewegungen, Okulomotorik, Leseforschung, Wortverarbeitung, E-learning, Blickverhalten, Fixation, Sakkaden, Barrierefreiheit, Lesbarkeit, Textgestaltung, Wortlänge
Die Arbeit befasst sich mit dem Blickverhalten von Menschen mit Dyslexie während des Lesevorgangs und nutzt die Erkenntnisse aus der Blickbewegungsforschung, um Empfehlungen für die Gestaltung digitaler Lernumgebungen zu geben.
Die zentralen Themen sind die Okulomotorik (Augenbewegungen), die kognitiven Prozesse der Wortverarbeitung bei Dyslexie sowie mediendidaktische Aspekte der Gestaltung von E-learning Plattformen.
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich das Blickverhalten von Dyslexikern von dem normaler Leser unterscheidet, und darauf basierend aufzuzeigen, wie Lernumgebungen gestaltet werden müssen, um dyslexische Lerner optimal zu unterstützen.
Die Mehrheit der untersuchten Studien nutzt die Eye-Tracking-Methode mittels Cornea-Reflex-Technik, um die Augenbewegungen (Fixationen und Sakkaden) der Probanden in Echtzeit und präzise zu erfassen.
Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle der Wortverarbeitung (wie das Dual Route Cascaded Model), vergleicht das Blickverhalten (Anzahl und Dauer von Fixationen) zwischen Gruppen und leitet aus diesen Daten spezifische Design-Richtlinien für Textlayout, Schriftwahl und Inhaltsaufbereitung ab.
Wichtige Begriffe sind Dyslexie, Eye-Tracking, Okulomotorik, Lesbarkeit, Wortlänge, Worthäufigkeit und E-learning-Gestaltung.
Die lexikalische Route greift auf gespeicherte Wörter im mentalen Lexikon zu, während die sublexikalische Route Grapheme einzeln in Phoneme umwandelt – letztere wird bei Dyslexikern oft übermäßig genutzt, was den Lesevorgang verlangsamt.
Da das Lesen von Texten für Dyslexiker zeitintensiver ist und oft mit Verständnisproblemen einhergeht, stehen sie unter hohem Zeitdruck, was zu Rückzug oder mangelnder Beteiligung an Echtzeit-Diskussionen führen kann.
Solche Schriften sind speziell designt (z.B. schwerere Basislinie, größere Öffnungen), um das Verwechseln spiegelgleicher Buchstaben zu minimieren und so die Fehleranzahl beim Lesen zu senken.
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