Bachelorarbeit, 2017
60 Seiten, Note: 1,3
A. Abgeltungsteuer und Politik
B. Vorbereitende Konzepte
I. Abgeltungsteuer und Reformen
II. Unternehmensbewertung und Steuern
1. Konzepte der Unternehmensbewertung
2. Modelle der Unternehmensbewertung
C. Abschaffung der Kapitalertragsteuer
I. Nachfolgerregelung
II. Annahmen der Modellwelt
III. Besteuerung und Kapitalisierungszinssatz
IV. Besteuerung und Wachstum
V. Berechnungen des Unternehmenswert
1. Eigenkapitalwert ohne Fremdfinanzierung
2. Wertbeitrag der Fremdfinanzierung
VI. Auswirkung auf den Unternehmenswert
D. Abschließende Bemerkung
E. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen einer möglichen Abschaffung der Kapitalertragsteuer auf die Unternehmensbewertung, wobei insbesondere verschiedene Nachfolgeregelungen und deren Einfluss auf den Unternehmenswert modelltheoretisch analysiert werden.
B. Vorbereitende Konzepte
Kapitalerträge im Privatvermögen wie Dividenden, Zinsen oder Kursgewinne, die unter die Tatbestände des § 20 EStG fallen, werden momentan mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 % nach § 32d Abs. 1 Satz 1 EStG belastet, was unter Einbezug des § 43 Abs. 5 EStG eine abgeltende Wirkung zur Folge hat. Die Abgeltungsteuer wurde im Rahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 eingeführt und löste das bis dahin bestehende System des Halbeinkünfteverfahrens ab. Unter der alten Gesetzesfassung wurde zwischen verschiedenen Einkunftsarten innerhalb der Kapitalerträge unterschieden. Dabei wurden die ausgeschütteten Dividenden mit dem halben persönlichen Einkommensteuersatz belastet. Etwaige Kursgewinne durch Verkauf blieben nach Haltedauer der Anteile von einem Jahr grundsätzlich steuerfrei, während sie bei einer früheren Realisation analog zur Dividende besteuert wurden. Zinseinkünften wurden dem vollen persönlichen Steuersatz unterworfen, da hier die hälftige Steuerfreiheit des § 3 Nr. 40 EStG a. F. nicht angewendet wurde.
Die Abgeltungsteuer vereinheitlichte die Besteuerung der Kapitalerträge durch Einzug als Quellensteuer von den Kreditinstituten und wird als definitiv angesehen, da im Rahmen des einheitlichen Abzugs von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag keine zusätzlichen Informationen über den Anteilseigner bezüglich seines Steuersatzes nötig sind. Als Begründung für ihr Vorgehen nannte die Bundesregierung explizit eine erhöhte Standortattraktivität, die durch eine Finanzierungs- und Rechtsformneutralität erreicht werden solle. Eine zusätzliche Legitimation lieferte der Satz des ehemaligen Finanzministers Peer Steinbrück: „25 Prozent Steuern auf einen Betrag von x sind besser als 42 Prozent auf gar nix (sic!)“. Dies ist eine Anspielung auf eine befürchtete Kapitalflucht ins Ausland, die durch die vereinfachte Erhebung der Abgeltungsteuer verhindert werden sollte.
A. Abgeltungsteuer und Politik: Einleitung in die steuerpolitische Debatte zur Abschaffung der Kapitalertragsteuer sowie Definition der Zielsetzung der Arbeit.
B. Vorbereitende Konzepte: Theoretische Herleitung der bestehenden Besteuerungssysteme und Konzepte der Unternehmensbewertung als Basis für die weitere Analyse.
C. Abschaffung der Kapitalertragsteuer: Modellierung und Berechnung der verschiedenen Steuerszenarien auf den Unternehmenswert unter Verwendung der APV-Methode.
D. Abschließende Bemerkung: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse und Diskussion der Sensitivität der getroffenen Modellannahmen.
E. Anhang: Ausführliche tabellarische und grafische Darstellungen der Modellannahmen sowie detaillierte Berechnungsdaten zu den Szenarien.
Abgeltungsteuer, Unternehmensbewertung, Kapitalertragsteuer, APV-Methode, Steuersystem, Halbeinkünfteverfahren, Unternehmenswert, Steuerbelastung, Kapitalisierungszinssatz, Thesaurierung, Besteuerung, Steuergerechtigkeit, Modigliani-Miller, Modellwelt.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den ökonomischen Folgen einer Abschaffung der Kapitalertragsteuer für die Unternehmensbewertung unter Berücksichtigung verschiedener steuerlicher Modelle.
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen dem aktuellen Abgeltungsteuersystem und dem früheren Halbeinkünfteverfahren sowie deren Einfluss auf steuerliche Wertbeiträge und den Unternehmenswert.
Das Ziel ist es, durch eine modelltheoretische Analyse zu evaluieren, wie sich eine Änderung oder Abschaffung der Kapitalertragsteuer auf den Wert eines Unternehmens auswirkt.
Die Arbeit nutzt die "Adjusted Present Value" (APV)-Methode, um steuerliche Einflussfaktoren getrennt von operativen Zahlungsströmen darzustellen und zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Annahmen, die Herleitung von Kapitalisierungszinssätzen und die explizite Berechnung des Unternehmenswerts in verschiedenen Szenarien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Abgeltungsteuer, APV-Methode, Halbeinkünfteverfahren und Unternehmensbewertung charakterisiert.
Die Berechnungen zeigen, dass der Wechsel vom aktuellen Abgeltungsteuersystem hin zu einem Halbeinkünfteverfahren zu einer deutlichen tendenziellen Senkung des Unternehmenswerts führen kann.
Da die Unternehmensbewertung eine hohe Sensibilität gegenüber dem Zinssatz aufweist, führen schon geringe Anpassungen in den steuerlichen Kapitalkostensätzen zu erheblichen Unterschieden im resultierenden Eigenkapitalwert.
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