Masterarbeit, 2015
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ursachen internationaler Doppelbesteuerung
2.1 Allgemeines
2.2 Bestimmung von Verrechnungspreisen
2.3 Betriebsstättengewinnaufteilung
2.4 Entwicklungstendenzen im Zeitalter der BEPS-Initiative
3. Instrumente zur Vermeidung von internationaler Doppelbesteuerung
3.1 Abkommensrechtliche Abgrenzungs- und Gegenkorrekturklauseln
3.2 Verständigungsverfahren
3.2.1 Allgemeines und Voraussetzungen der Anwendbarkeit
3.2.2 Einleitung des Verständigungsverfahrens
3.2.3 Durchführung und Abschluss
3.3 Schiedsverfahren
3.3.1 Das abkommensrechtliche Schiedsverfahren
3.3.2 Das Verfahren nach der EU-Schiedskonvention (EUSKon)
3.3.3 Konstitution des Entscheidungsgremiums und Entscheidungsfindung
3.3.4 Schiedsspruch und Umsetzung der Entscheidung des Schiedsorgans
3.4 Ausschlusskriterien für die Einleitung von Verständigungs- und Schiedsverfahren
3.5 Sonderproblematik multilateraler Streitfälle
3.6 Bedeutung der Verständigungs- und Schiedsverfahren in der Praxis
4. Alternative Verfahren zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
4.1 Advance-Pricing-Agreements (APAs)
4.2 Mediation
4.3 Billigkeitsmaßnahmen
4.4 Aufhebung widerstreitender Steuerfestsetzungen
5. Weitere Verfahren zwischenstaatlicher Abstimmungen
5.1 Konsultationsverfahren
5.2 Verfahren zur Ergänzung eines DBA
6. Problemfelder bei der Anwendung der Instrumente
6.1 Verzicht auf Einleitung eines Verständigungsverfahrens
6.2 Eingeschränkte Mitwirkungsmöglichkeiten des Steuerpflichtigen
7. Handlungsempfehlungen
7.1 Konfliktvermeidung noch während der Betriebsprüfung
7.2 Auswahl des geeigneten Antragsstaates
7.3 Auswahl der Verfahrensart
7.4 Zusammenspiel mit dem innerstaatlichen Rechtsbehelfsverfahren
7.5 Zeitpunkt der Antragstellung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Streitbeilegungsmechanismen Steuerpflichtigen zur Verfügung stehen, um internationale Doppelbesteuerung zu vermeiden oder zu beseitigen, wobei der Fokus auf Verständigungs- und Schiedsverfahren liegt.
3.2 Verständigungsverfahren
Im Abkommensrecht werden verschiedene Arten der Verständigung zwischen den Vertragsstaaten geregelt, um Streitigkeiten bei der Anwendung und Auslegung der DBA begegnen zu können. Neben dem eigentlichen Verständigungsverfahren (Art. 25 Abs. 1, 2 OECD-MA) stehen unterschiedliche Ausprägungen des sog. Konsultationsverfahrens (Art. 25 Abs. 3 S. 1 und S. 2 OECD-MA) zur Verfügung, die ebenfalls unter den Oberbegriff „Verständigung“ gefasst werden. Ergänzend regelt Art. 25 Abs. 4 OECD-MA, dass die involvierten Behörden im Rahmen der diesbezüglichen Verfahren unmittelbar miteinander in Kontakt treten können. Für die praktische Anwendung durch einen betroffenen Stpfl. und die Wahrung seiner gesetzlichen (und damit auch abkommensrechtlichen) Rechte ist insbesondere das nachfolgend dargestellte Verständigungsverfahren „im engeren Sinne“ (Art. 25 Abs. 1, 2 OECD-MA) von Bedeutung. Dieses ist kein Rechtsbehelfsverfahren, sondern ein zwischenstaatliches Verwaltungsverfahren. Das Verständigungsverfahren regelt die Modalitäten der Abstimmung zwischen Finanzbehörden verschiedener Staaten für Zwecke der Vermeidung bzw. Beseitigung von Doppelbesteuerung.
Voraussetzung für die Durchführung eines Verständigungsverfahrens ist dabei zunächst das Vorliegen eines DBA mit dem entsprechenden Staat und die Abkommensberechtigung (Art. 4 OECD-MA) des Antragstellers. Für die Abkommensberechtigung ist wiederum regelmäßig die Ansässigkeit in dem jeweiligen Staat erforderlich (Art. 1 OECD-MA). Dies führt dazu, dass Doppelbesteuerungsfälle im Verhältnis zu den sog. Steueroasen oder Jurisdiktionen ohne anwendbares DBA wie Brasilien, Chile oder Hongkong und Macau in aller Regel nicht im Wege eines Verständigungsverfahrens gelöst werden können.
1. Einleitung: Definition der Problematik der grenzüberschreitenden Doppelbesteuerung und Zielsetzung der Untersuchung der Streitbeilegungsmechanismen.
2. Ursachen internationaler Doppelbesteuerung: Darstellung von Anknüpfungspunkten für Doppelbesteuerung bei Verrechnungspreisen und Betriebsstätten sowie Auswirkungen der BEPS-Initiative.
3. Instrumente zur Vermeidung von internationaler Doppelbesteuerung: Detaillierte Analyse von Gegenkorrekturklauseln, Verständigungsverfahren und verschiedenen Schiedsverfahren.
4. Alternative Verfahren zur Vermeidung der Doppelbesteuerung: Vorstellung von APAs, Mediation und Billigkeitsmaßnahmen als ergänzende Möglichkeiten zur Konfliktlösung.
5. Weitere Verfahren zwischenstaatlicher Abstimmungen: Erläuterung von Konsultationsverfahren und Verfahren zur DBA-Ergänzung zwischen Finanzbehörden.
6. Problemfelder bei der Anwendung der Instrumente: Diskussion von Verzichtsstrategien durch Steuerpflichtige und der eingeschränkten Mitwirkungsrechte.
7. Handlungsempfehlungen: Praktische Leitlinien zur Konfliktvermeidung, Auswahl von Antragsstaaten und Zeitpunkt der Antragstellung.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit und Schwachstellen der betrachteten Streitbeilegungsinstrumente.
Doppelbesteuerung, Verständigungsverfahren, Schiedsverfahren, DBA, BEPS-Initiative, Verrechnungspreise, Betriebsstätte, Gegenkorrektur, EUSKon, Vorabverständigungsverfahren, Konfliktlösung, Steuerpflichtiger, Finanzverwaltung, OECD-MA, Rechtsbehelfsverfahren.
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Möglichkeiten, die deutschen Unternehmen bei grenzüberschreitender Doppelbesteuerung zur Verfügung stehen, um diese durch staatliche Verständigungs- und Schiedsverfahren zu vermeiden oder zu beseitigen.
Die Arbeit deckt die Ursachen internationaler Doppelbesteuerung, die Struktur und den Ablauf von Verständigungs- und Schiedsverfahren, die Rolle der EU-Schiedskonvention sowie alternative Lösungswege ab.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Steuerpflichtige wirksame Streitbeilegungsinstanzen nutzen können, um Doppelbesteuerung effektiv zu vermeiden, und dabei Handlungsempfehlungen für die Praxis zu formulieren.
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der DBA-Strukturen, OECD-Regelungen und nationaler Steuergesetze, ergänzt durch eine Auswertung der relevanten Fachliteratur und praktischer Erfahrungen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Verfahrensarten (Verständigungsverfahren, Schiedsverfahren), Ausschlusskriterien für deren Anwendung, Problemfelder bei der praktischen Umsetzung und Strategien zur Konfliktlösung.
Die wichtigsten Begriffe sind Doppelbesteuerung, Verständigungsverfahren, Schiedsverfahren, DBA, Verrechnungspreise, EUSKon, BEPS-Initiative und Vorabverständigungsverfahren.
Die Unterschiede liegen insbesondere im Zugang zum Schiedsverfahren: Während beim abkommensrechtlichen Verfahren oft Ermessensspielräume bestehen, sieht die EU-Schiedskonvention einen automatischen Eintritt in das Schiedsverfahren nach zwei Jahren vor, was die Rechtssicherheit für den Steuerpflichtigen erhöht.
Die Betriebsprüfung ist der entscheidende Ausgangspunkt; eine frühzeitige Konfliktvermeidung oder -gestaltung bereits während dieser Phase ist essenziell, da eine spätere Eskalation oft langwierig, kostspielig und mit hohem Risiko verbunden ist.
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