Diplomarbeit, 2005
26 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund
2.1 Die Refompädagogik und die Zeit danach
2.2 Kurt Hahns Erlebnistherapie
3. Erlebnispädagogik
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Ziele, Zielgruppen und Problemlagen
3.3 Prinzipien
3.4 Methoden
4. Bezugstheorien der Erlebnispädagogik
4.1 Lernmodelle der Erlebnispädagogik
4.2 „Flow“ oder Intrinsische Motivation
4.3 Transfer und Nachhaltigkeit des Gelernten
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit erlebnispädagogischer Maßnahmen, begründet deren Relevanz und kritisiert die theoretischen Fundamente sowie die Möglichkeiten des Transfers in den Lebensalltag von Jugendlichen.
4.2 „Flow“ oder intrinsische Motivation
Das Jugendalter ist eine Phase auf dem Übergang zum Erwachsenwerden. Oftmals ist diese Phase geprägt von Unsicherheit und der Suche nach neuen Orientierungen. Jugendliche wollen sich durch eigenes Erleben die Welt aneignen, sie wollen ernst genommen und verstanden werden. Häufig verleitet diese Phase zum Ausprobieren von etwas Neuem, denn Bewährung in ungewissen Situationen gibt Sicherheit. Drogen und Delinquenz sind ein großes Thema dabei. Die Erlebnispädagogik soll Flow-Erlebnisse bieten, die eine Alternative zu den beispielsweise bewusstseinsverändernden Drogen sein können.
Was aber ist eigentlich Flow? Damit ist das gefühlsmäßige Aufgehen in einer Tätigkeit gemeint, Situationen, in denen das Tun und Handeln wie von alleine geht. Anders genannt heißt Flow auch intrinsische (innerliche) Motivation. Eine Tätigkeit geschieht um ihrer selbst willen, nicht weil jemand möchte, dass sie ausgeführt wird. Teilnehmer, die intrinsisch motiviert sind, erwarten keine Belohnung für ihr Handeln und Sanktionen gehen von der Situation selber aus. Viele Hobbies werden aus solchen Motiven betrieben (Freude am Tun). Intrinsische Motivation verhindert Stress und erhöht das psychische Wohlbefinden. Flow ist ein Erlebenszustand und kann bewusst erzeugt werden. Schon Hahn hat Berge und Meer eingesetzt, um Flow-Erlebnisse zu produzieren. Flow-Erleben ist ein subjektives und situatives Gefühl von Entspanntheit und psychischer Ordnung. Die Gedanken und Gefühle sind im Einklang mit der Handlung, der Teilnehmer verspürt Harmonie und innere Ausgeglichenheit.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Erlebnispädagogik ein, stellt die Relevanz der Untersuchung dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Wirkung und Übertragbarkeit der Maßnahmen.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der Erlebnispädagogik im Kontext der Reformpädagogik und skizziert die Grundlagen von Kurt Hahns Erlebnistherapie als Reaktion auf gesellschaftliche Verfallserscheinungen.
3. Erlebnispädagogik: Dieser Teil definiert den Begriff der Erlebnispädagogik, ordnet Ziele und Zielgruppen ein und erläutert die wesentlichen Prinzipien sowie die praktischen Methoden des pädagogischen Ansatzes.
4. Bezugstheorien der Erlebnispädagogik: Hier werden zentrale Lernmodelle, das Konzept des Flow-Erlebens und die Mechanismen des Transfers von erlebnispädagogischen Lernerfahrungen in den Lebensalltag analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet den erlebnispädagogischen Ansatz kritisch unter Einbeziehung der Transferproblematik und fordert eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen.
Erlebnispädagogik, Kurt Hahn, Reformpädagogik, Erlebenszustand, Flow, Intrinsische Motivation, Transfer, Lernmodelle, Persönlichkeitsentwicklung, Verhaltensänderung, Sozialpädagogik, Jugendhilfe, Handlungsorientierung, Ganzheitlichkeit, Selbstbewusstsein.
Die Arbeit behandelt die Wirkung und Begründung erlebnispädagogischer Maßnahmen sowie deren theoretische Fundamente und Herausforderungen bei der Umsetzung.
Im Zentrum stehen die historische Herleitung durch Kurt Hahn, die Klärung erlebnispädagogischer Methoden und Prinzipien sowie die wissenschaftliche Analyse von Lernprozessen.
Ziel ist es, die Wirkungsweise erlebnispädagogischer Programme zu beurteilen und insbesondere zu klären, wie Lernerfahrungen dauerhaft in den Lebensalltag integriert werden können.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Konzepte und Modelle sowie auf die Reflexion empirischer Untersuchungen zum Praxistransfer.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine begriffliche und methodische Beschreibung der Erlebnispädagogik sowie eine theoretische Fundierung durch Lernmodelle und das Konzept der intrinsischen Motivation.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Erlebnispädagogik, Flow-Erleben, Transferleistung, Persönlichkeitsentwicklung und ganzheitlicher Lernansatz charakterisieren.
Flow wird als Zustand der intrinsischen Motivation und inneren Ordnung gesehen, der psychisches Wohlbefinden stärkt und eine pädagogische Alternative zu destruktiven Verhaltensweisen darstellt.
Die Autorin kritisiert, dass viele Ansätze idealistisch seien und zu wenig berücksichtigen, dass der Mensch in einem komplexen sozialen Gefüge (Familie, Freunde) steht, welches den Transfer der im Kurs gelernten Inhalte erschwert.
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