Bachelorarbeit, 2018
32 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Begriffsklärung Satire und Polemik
1.1.1. Polemik
1.1.2. Zur Satire
2. Historischer Kontext
2.1. Polemik und Satire der Reformationszeit
3. Der vermeintliche Autor
4. Polemik und Realität des Werks Eccius dedolatus im Vergleich
4.1. Über das Werk
4.2. Inhalt des Werkes
4.3. Biografie Johannes Ecks
4.4. Vergleich mit der Figur
5. Fazit
6. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Funktionsweise von Polemik und satirischer Überformung in der Reformationszeit anhand des Werks Eccius dedolatus, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen der literarischen Darstellung des Theologen Johannes Eck und dessen historischer Biografie liegt.
4.2. Inhalt des Werkes
Zu Beginn klagt der Held, oder vielmehr der Anti-Held, in einem Monolog über sein qualvolles Leiden, welches er sich, natürlich ohne es zuzugeben, durch übermäßiges Trinken sowie unzählige Liebesabenteuer selbst zugezogen hat. Um sich zu profilieren und seine Bildung unter Beweis zu stellen, zitiert er ganz selbstverständlich klassische Schriftsteller. Während er unter enormen Schmerzen leidet, soll sein Bediensteter seine Freunde herbeiholen. Bereits hier wird Ecks Unbeliebtheit deutlich, denn es erklären sich nur wenige bereit, ihn zu besuchen. Ein Großteil seiner zuvor wohl gesonnenen Freunde wandten sich im Zuge der Leipziger Disputation von ihm ab. Also werden die wenigen noch verbliebenen Anhänger für eine Konsultation gerufen. Diese sprechen den Geplagten, wie unter Dunkelmännern üblich, mit „Magister noster“ an. Ein patenter Mediziner ist aber nicht leicht aufzutun, denn in Ingolstadt, wo sich Eck aufhält, vertraut er keinem.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert Polemik und Satire als literarische Angriffsformen und stellt das Werk Eccius dedolatus als bedeutendes Beispiel der Reformationssatire vor.
1.1. Begriffsklärung Satire und Polemik: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage für die Untersuchung, indem es Polemik als personalisierte, aggressive Rhetorik und Satire als Form der Angriffsliteratur definiert.
2. Historischer Kontext: Es wird die Bedeutung der Reformationszeit und die Rolle des Buchdrucks für die Verbreitung polemischer Schriften dargelegt.
2.1. Polemik und Satire der Reformationszeit: Hier wird aufgezeigt, wie die durch Luthers Thesen angestoßenen Konflikte die Entstehung einer Vielzahl polemischer Kampfschriften begünstigten.
3. Der vermeintliche Autor: Dieses Kapitel befasst sich mit der Identität des Autors, wobei Willibald Pirckheimer als der wahrscheinlichste Verfasser identifiziert wird.
4. Polemik und Realität des Werks Eccius dedolatus im Vergleich: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und analysiert die Darstellung Ecks im Werk im Kontrast zur historischen Realität.
4.1. Über das Werk: Informationen zum Publikationshintergrund und zum Entstehungsanlass von Eccius dedolatus werden hier präsentiert.
4.2. Inhalt des Werkes: Eine strukturierte Zusammenfassung der fünf Akte der Schmähschrift, die das Leiden und die satirische „Behandlung“ des Anti-Helden beschreibt.
4.3. Biografie Johannes Ecks: Dieser Abschnitt zeichnet das Leben des historischen Johannes Eck nach, um eine Basis für den Vergleich mit der satirischen Überzeichnung zu schaffen.
4.4. Vergleich mit der Figur: Abschließend werden die Parallelen und bewussten Verzerrungen zwischen dem historischen Eck und seiner literarischen Figur herausgearbeitet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Schrift im reformatorischen Diskurs.
6. Ausblick: Der Ausblick schlägt weitere Forschungsmöglichkeiten vor, etwa die Analyse weiterer Figuren im Werk oder Vergleiche mit moderner Satire.
Polemik, Satire, Eccius dedolatus, Willibald Pirckheimer, Johannes Eck, Reformation, Reformationszeit, Humanismus, Schmähschrift, Buchdruck, Luther, Dunkelmännerstreit, Literaturgeschichte, rhetorische Mittel, Satire-Jahrhundert.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und den rhetorischen Mitteln der polemischen Satire im 16. Jahrhundert, fokussiert auf die anonym veröffentlichte Streitschrift Eccius dedolatus.
Zentrale Felder sind die literaturwissenschaftliche Definition von Polemik und Satire, die historische Bedeutung der Reformation als Epoche des Streits sowie der Vergleich von Fiktion und Biografie.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch satirische Überformung ein Feindbild (hier: Johannes Eck) konstruiert wird und wie sich die literarische Darstellung zur realen historischen Person verhält.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, kombiniert mit einer historischen Kontextualisierung und einem biografischen Vergleich zwischen der Hauptfigur der Satire und dem historischen Johannes Eck.
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung des Werks, eine biografische Skizze Johannes Ecks sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von satirischen Elementen und historischen Fakten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Polemik, Satire, Eccius dedolatus, Humanismus und Reformationszeit charakterisieren.
Aufgrund der drastischen politischen Spannungen und der drohenden Repressalien durch die Inquisitoren der katholischen Kirche war Pirckheimer gezwungen, unter Pseudonym zu schreiben.
Eck wurde als lasterhafter Anti-Held dargestellt, dem Trinksucht, intellektuelle Unredlichkeit und ein gieriger Charakter zugeschrieben wurden, um ihn als Zielscheibe für humanistische Kritik zu markieren.
Der Titel ist ein Wortspiel: "Eck" wird als "eckig" und "uneben" charakterisiert, sodass er im übertragenen Sinne operativ "glattgehauen" werden muss, um von seinen vermeintlichen Lastern befreit zu werden.
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