Fachbuch, 2020
68 Seiten
1 Einleitung
2 Allgemeines
2.1 Begriffliche Einführung
2.2 Prinzipal-Agenten Modell im Kontext der Zielsetzung am Arbeitsplatz
2.3 Beweggründe und Erwartungen von Arbeitgebern
2.4 Form von Zielen am Arbeitsplatz
2.5 Theoretischer Ansatz
3 Auswirkung verschiedener Zielsetzungsprozesse
3.1 Exogen vorgegebene Ziele
3.2 Mitbestimmte Ziele
3.3 Selbstgewählte Ziele
3.4 Vergleich von exogenen und selbstgewählten Zielen
3.5 Vergleich von exogenen und mitbestimmten Zielen
3.6 Vergleich von selbstgewählten mit mitbestimmten Ziele
4 Diskussion
4.1 Negativer Einfluss von Zielen
4.2 Weiterer Forschungsbedarf
5 Handlungsempfehlung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss unterschiedlicher Zielsetzungsprozesse auf die Leistung von Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Ziel ist es, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Handlungsempfehlung für Unternehmen abzuleiten, inwieweit eine Partizipation der Mitarbeiter bei der Festlegung ihrer individuellen Ziele sinnvoll ist, um Produktivität zu steigern und Motivation zu fördern.
3.1 Exogen vorgegebene Ziele
Oft hat der Arbeitnehmer keinen Einfluss auf das gegebene Ziel, sondern dies wird exogen, meist von dem Vorgesetzten, vorgegeben. Ob und inwieweit dieses Vorgehen die Leistung der Mitarbeiter steigert, haben Corgnet, Gómez-Miñambres, & Hernán-González (2015, S. 2926 ff.) untersucht. Ihr Ziel war es, die Wirksamkeit von vorgeschriebenen und lohnabhängigen Zielen und den Zusammenhang mit Provisionszahlungen in einem Labor zu prüfen. Dazu nutzten sie ein Prinzipal-Agenten Setting, das es ihnen gleichzeitig auch ermöglichte, zu untersuchen, wie der Prinzipal die Ziele des Agenten wählt.
Es gibt zwar in der psychologischen Literatur eine Vielzahl an Studien, die vorgegebene, nicht verbindliche Ziele, d.h. Ziele dessen Erreichen, beziehungsweise Nichterreichen, keine Konsequenzen für den Betroffen haben, untersucht (vgl. Heath, Larrick, & Wu, 1999, S. 75ff; Latham & Locke, 2002, S. 705 ff.). Jedoch wurde dies in der Wirtschaftsliteratur größtenteils vernachlässigt. Wu, Heath und Larrick (2008, S. 1 ff.) untersuchten zwar nicht verbindliche Ziele, jedoch ohne finanzielle Anreize. Die einzige Studie, die Ähnlichkeit mit der Studie von Corgnet, Gómez-Miñambres, & Hernán-González aufweist, machten Goerg und Kube (2012, S. 1 ff.). Jedoch wurde hier der Fokus auf den Einfluss der selbstgewählten Ziele gelegt und nichtbindende Ziele sind hier nur eins von drei untersuchten Treatments.
Laut den Autoren hebt sich die Studie durch mehrere Punkte von anderen Studien ab (vgl. Corgnet, Gómez-Miñambres, & Hernán-González, 2015, S. 2927). Die von den Autoren gewählte provisionsbasierte Vergütung hat zur Folge, dass der finanzielle Anreiz überwiegend für das Verhalten und die Motivation der Teilnehmer verantwortlich ist. Damit wollten die Autoren das Zusammenspiel von Zielsetzung und finanziellen Anreizen und den damit verbundenen Crowding-Out-Effekt untersuchen. Beim Crowding-Out-Effekt handelt es sich um ein Konzept aus der Psychologie, im Hinblick auf Motivation (vgl. Corgnet, Gómez-Miñambres, & Hernán-González, 2015, S. 2927).
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Zielsetzung am Arbeitsplatz zur Leistungssteigerung im globalen Wettbewerb.
2 Allgemeines: Theoretische Einordnung der Zielsetzung, unter anderem durch das Prinzipal-Agenten-Modell und grundlegende Motivationsformen.
3 Auswirkung verschiedener Zielsetzungsprozesse: Analyse und Vergleich von exogenen, mitbestimmten und selbstgewählten Zielen anhand aktueller Studien.
4 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den negativen Folgen von Zielen, wie Leistungsdeckelung oder unethischem Verhalten.
5 Handlungsempfehlung: Praktische Empfehlungen für Unternehmen zur Gestaltung von Zielsetzungsprozessen unter Berücksichtigung von Unternehmensgröße und Zielsetzung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Zielsetzung als Instrument zur Mitarbeiterführung und Leistungssteigerung.
Zielsetzungsprozess, Leistungssteigerung, Mitarbeiterpartizipation, Prinzipal-Agenten-Modell, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Zielbindung, Bonusplan, Arbeitsplatz, Produktivität, Prozessfairness, Selbstkontrolle, Ratcheting-Effekt, Arbeitsleistung.
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Arten der Zielsetzung – von exogen vorgegebenen bis hin zu selbstgewählten Zielen – die Leistung und Motivation von Mitarbeitern in Unternehmen beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Zielsetzung, die Rolle von Anreizsystemen sowie die Auswirkungen unterschiedlicher Grade der Mitarbeiterbeteiligung bei der Zielfestlegung.
Das Hauptziel besteht darin, eine fundierte Handlungsempfehlung für Unternehmen zu entwickeln, ob und wie Mitarbeiter in den Prozess der Zielsetzung einbezogen werden sollten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener verhaltensökonomischer Studien und Laborexperimente, die den Zusammenhang zwischen Zielsetzung und Leistung untersuchen.
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Formen der Zielsetzung (exogen, mitbestimmt, selbstgewählt) einzeln und im direkten Vergleich, gefolgt von einer kritischen Diskussion möglicher negativer Folgen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Zielsetzungsprozess, Mitarbeiterpartizipation, Leistungssteigerung, Anreizsysteme, Zielbindung und Prozessfairness.
Es dient als theoretische Basis, um das Informationsungleichgewicht zwischen Arbeitgeber (Prinzipal) und Arbeitnehmer (Agent) sowie das daraus resultierende Bedürfnis nach Zielvorgaben zu erklären.
Zu den negativen Effekten zählen die Gefahr des sogenannten Ratcheting, eine mögliche Deckelung der Leistung nach Erreichen des Ziels sowie die Förderung von Konkurrenzverhalten und potenziell unethischem Verhalten.
Es wird empfohlen, Ziele nicht vollkommen selbstgewählt zu lassen, da sonst die Leistungsstreuung zu stark steigen kann, aber eine Mitsprache der Mitarbeiter zu fördern, um Akzeptanz zu schaffen.
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