Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten
1. Einleitung
2. Literaturübersicht und Forschungsstand
3. Konzeptionelle Einführung in den Neorealismus
3.1. Das Konzept der Machtbalance
3.2. Das Konzept des Sicherheitsdilemmas
3.3. Die Rolle der Nuklearwaffen im Neorealismus
4. Konfliktgeschichte: Die israelisch-iranischen Beziehungen in historischer Perspektive
4.1. Die Zeit der Pahlavi-Dynastie (1925-1979)
4.2. Die Beziehungen nach der Islamischen Revolution 1979
5. Konfliktgegenstand: Das iranische Atomprogramm
5.1. Die Entstehung des iranischen Atomprogramms
5.2. Die Verhandlungen mit dem Westen
5.3. Ziele und Inhalte des Atomabkommens
5.4. Gründe für den iranischen Beitritt zum Atomabkommen
5.5. Die israelische Kritik am Atomabkommen
6. Konfliktanalyse: Die israelisch-iranische Rivalität nach dem Atomabkommen
6.1. Analyse der iranischen Außenpolitik
6.1.1. Neorealistische Komponenten der iranischen Außenpolitik
6.1.2. Der Einfluss der Religion auf die iranische Außenpolitik
6.2. Analyse der israelischen Außenpolitik
7. Zur Bedeutung von Werten und Wahrnehmung im israelisch-iranischen Konflikt
8. Ausblick: Perspektiven nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen
9. Resümee
Die vorliegende Arbeit analysiert die Nuklearmachtambitionen des Iran und deren Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen zu Israel unter Anwendung der neorealistischen Theorie sowie ergänzender konstruktivistischer Ansätze, um das Sicherheitsdilemma zwischen den beiden regionalen Akteuren zu verstehen.
3.2. Das Konzept des Sicherheitsdilemmas
In einer bipolaren Welt oder auf regionaler Ebene mit zwei gegebenen staatlichen Kontrahenten, stellt sich – vor dem Hintergrund der Anarchie des Systems – quasi-automatisch eine Machtakkumulation des Staates A und der entsprechenden Gegenmachtbildung des Staates B ein. Die Angst um das eigene Überleben wird die Triebfeder für militärische Aufrüstung oder allgemein einer Verbesserung der eigenen Position im System und ist ein Resultat der Struktur des internationalen Systems. „Das Dilemma liegt darin, dass jeder Staat individuell rational handelt, um seine Sicherheit zu erhöhen; weil aber alle Staaten dies tun, schaffen sie kollektiv eine riskantere Umgebung als im Ausgangszustand“ (Jetschke 2017: 145).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsthese auf, dass ein nuklear bewaffneter Iran eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt, und skizziert den neorealistischen sowie konstruktivistischen Analyserahmen.
2. Literaturübersicht und Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über die theoretische Einordnung des Neorealismus und die wissenschaftliche Debatte um die Auswirkungen einer iranischen nuklearen Aufrüstung.
3. Konzeptionelle Einführung in den Neorealismus: Es werden die zentralen Annahmen des Neorealismus nach Kenneth N. Waltz sowie die Konzepte der Machtbalance, des Sicherheitsdilemmas und der Rolle von Nuklearwaffen erläutert.
4. Konfliktgeschichte: Die israelisch-iranischen Beziehungen in historischer Perspektive: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von den freundschaftlichen Beziehungen unter der Pahlavi-Dynastie bis zur Konfrontation nach der Islamischen Revolution 1979 nach.
5. Konfliktgegenstand: Das iranische Atomprogramm: Hier werden die Ursprünge des iranischen Atomprogramms, die Verhandlungen mit dem Westen, der JCPOA sowie die Gründe für den Beitritt und die israelische Kritik daran detailliert analysiert.
6. Konfliktanalyse: Die israelisch-iranische Rivalität nach dem Atomabkommen: Das Kapitel analysiert die Außenpolitik beider Staaten nach dem Atomabkommen unter Berücksichtigung neorealistischer Faktoren und religiöser Einflüsse.
7. Zur Bedeutung von Werten und Wahrnehmung im israelisch-iranischen Konflikt: Ergänzend zur neorealistischen Perspektive wird hier die Rolle von Werten, Identität und historisch geprägten Wahrnehmungen für den Konflikt untersucht.
8. Ausblick: Perspektiven nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen: Das Kapitel bewertet die Folgen des US-Ausstiegs 2018 und die daraus resultierenden neuen Herausforderungen für das Sicherheitsgefüge.
9. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt die Forschungsthese in modifizierter Form, während es die Grenzen der neorealistischen Theorie aufzeigt.
Iran, Israel, Atomabkommen, JCPOA, Neorealismus, Sicherheitsdilemma, Machtbalance, Nuklearwaffen, Außenpolitik, Ideologie, Konstruktivismus, Bedrohungswahrnehmung, Regionale Stabilität, Naher Osten, Sicherheitspolitik
Die Arbeit untersucht die Nuklearmachtambitionen des Iran und deren Einfluss auf die israelisch-iranische Rivalität, indem sie theoretische Ansätze der Internationalen Beziehungen nutzt.
Zu den zentralen Themen gehören die Machtbalance im Nahen Osten, das iranische Atomprogramm, die israelische Sicherheitsperzeption und die Rolle von Ideologie und Identität.
Das Ziel ist es, das Streben des Iran nach Atomwaffen und die daraus resultierenden Implikationen für die regionale Mächtekonstellation theoretisch zu analysieren.
Es wird primär die Theorie des Neorealismus nach Kenneth N. Waltz angewandt, welche durch konstruktivistische Ergänzungen erweitert wird, um auch normative Faktoren einzubeziehen.
Der Hauptteil behandelt die historische Konfliktgeschichte, die Analyse des iranischen Atomprogramms, die Außenpolitik beider Akteure sowie die Auswirkungen des US-Ausstiegs aus dem Atomabkommen.
Wichtige Begriffe sind Iran, Israel, Atomabkommen, Neorealismus, Sicherheitsdilemma und regionale Stabilität.
Der Autor argumentiert, dass Ideologie zwar eine Rolle spielt, sicherheitspolitische Überlegungen und der Selbsterhalt des Regimes jedoch meist dominieren.
Es erklärt, warum beide Staaten, obwohl sie individuell rational handeln, durch ihre Maßnahmen zur Sicherheit kollektiv ein riskanteres und instabileres Umfeld schaffen.
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