Masterarbeit, 2007
53 Seiten, Note: 6.0
1. Management und Führung in der Privatwirtschaft
1.1 Gründe und Ziele für die Entwicklung der BSC
1.2 Balanced Scorecard (BSC) – Grundlagen und Begriffe des Instruments
2. Management und Führung in Sozialen Organisationen
2.1 Managementsituation Sozialer Organisationen
2.2 Eignung der BSC in Sozialen Organisationen
2.2.1 Modelle der BSC für Soziale Organisationen
2.2.2 Perspektivenwechsel für Soziale Organisationen
2.3 Potenziale der BSC für das qualitätsorientierte strategische Sozialmanagement
3. Management und Führung in Schulen
3.1 Managementvergleich zwischen Schulen und Sozialen Organisationen
3.2 Entwicklungsbedürfnisse und Managementbegründung von Schulen
3.3 Potenziale der BSC für das qualitätsorientierte Schulmanagement
4. Balanced Scorecard in Schulen – Praxisbeispiele
4.1 Strategiekarte der Höheren Lehranstalt Linz (HBLW)
4.1.1 Strategiekarte
4.1.2 Erfahrungen
4.2 Kollux – Schulmanagement Erlanger Modell
4.2.1 BSC-Transfer auf die Schule
4.2.2 Erfahrungen
4.3 BSC-System an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel (AGS)
4.3.1 Sieben Arbeitsschritte zum Aufbau eines BSC-Systems
4.3.2 Erfahrungen
4.4 Eignung der BSC für die Volksschule
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Balanced Scorecard (BSC) als Managementinstrument für Schulen, indem sie theoretische Grundlagen aus der Privatwirtschaft und dem Sozialmanagement auf den schulischen Kontext überträgt und durch praktische Beispiele verifiziert.
1.2 Balanced Scorecard (BSC) – Grundlagen und Begriffe des Instruments
Seit der Entwicklung der BSC wurden in der Praxis viele Erfahrungen gemacht und Anpassungen an die unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Betriebe vorgenommen. Es gibt deshalb eine grosse Vielfalt von Erscheinungsformen der BSC zur Umsetzung von Strategien in konkrete Aktionen. Im ursprünglichen Modell von Kaplan und Norton werden Ziele aus vier Perspektiven (Entwicklungsgebieten) von der Vision und Strategie eines Unternehmens abgeleitet (vgl. Abb. 1). Diese vier Perspektiven «Finanzen», «Kunden», «interne Geschäftsprozesse» und «Lernen und Entwicklung» sind für viele Firmen und Branchen im privatwirtschaftlichen Bereich ausreichend. Eine Organisation soll jedoch das BSC-Grundmodell wie eine Schablone verstehen. Deshalb werden in der Praxis die vier Kaplan/Norton’schen Perspektiven häufig verändert und erweitert.
«Die Balanced Scorecard übersetzt Mission und Strategie in Ziele und Kennzahlen und ist dabei in vier verschiedene Perspektiven unterteilt ... Die Scorecard schafft einen Rahmen, eine Sprache, um Mission und Strategie zu vermitteln. Sie verwendet Kennzahlen, um Mitarbeiter über Erfolgsfaktoren für gegenwärtigen und zukünftigen Erfolg zu informieren. Durch genaue Artikulation der gewünschten Ergebnisse und der dahinterstehenden Leistungstreiber hoffen Manager, die Energien, Potenziale und das Spezialwissen der Mitarbeiter der gesamten Organisation auf die Erreichung langfristiger Ziele hin auszurichten.»
Als Erstes sind an dieser Stelle einige Begriffsklärungen notwendig. In ihrem Zitat sprechen Kaplan und Norton von Mission, an anderen Stellen von Vision. Sie verwenden die beiden Begriffe absolut synonym, was nach Niven nicht korrekt und für eine wirklich gute Implementierung der Balanced Scorecard in einem Betrieb auch nicht sinnvoll ist. Bei unterschiedlicher Deutung wird die Mission einer Organisation als Beschreibung der Werte, die sie vertritt, verstanden, wobei Werte Führungsprinzipien darstellen. Die Vision ist der formulierte Zukunftsentwurf, also eine Formulierung von dem, was erreicht werden soll. Niven behandelt die vier Begriffe Mission, Werte, Vision und Strategie ausführlich und bezeichnet sie als die vier Komponenten einer effektiven Balanced Scorecard. Bei der Entwicklung einer Balanced Scorecard muss überprüft werden, ob sie wirklich mit Mission, Werten, Vision und Strategie übereinstimmt, denn eine funktionierende BSC stellt diese dar. Weiter sieht Niven mit dem Einsatz der Balanced Scorecard eine grosse Chance für Unternehmer, ihre Unternehmens-Strategie für alle Angestellten des Unternehmens fassbar zu machen.
1. Management und Führung in der Privatwirtschaft: Einführung in die Entstehungsgeschichte der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument zur Verknüpfung monetärer und nicht-monetärer Kennzahlen.
2. Management und Führung in Sozialen Organisationen: Analyse der Notwendigkeit für moderne Managementmethoden in sozialen Einrichtungen und Anpassung des BSC-Modells an die spezifischen Bedürfnisse ohne Gewinnorientierung.
3. Management und Führung in Schulen: Untersuchung der Parallelen zwischen Schulen und sozialen Organisationen sowie Ableitung der Eignung professioneller Managementansätze für das Schulwesen.
4. Balanced Scorecard in Schulen – Praxisbeispiele: Darstellung und kritische Würdigung realer BSC-Umsetzungen an der HBLW Linz, der Kollux-Projektschulen und der AGS Basel.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beurteilung der BSC als geeignetes Instrument für das Schulmanagement, das trotz des erforderlichen Aufwands eine wertvolle Orientierung und Qualitätsentwicklung bietet.
Balanced Scorecard, Schulmanagement, Schulentwicklung, Sozialmanagement, Strategie, Führung, Qualitätssicherung, Kennzahlen, Kollux, Bildungsinstitutionen, Volksschule, Managementinstrument, Praxisbeispiele, Organisationsentwicklung, Evaluation.
Die Arbeit untersucht, ob die Balanced Scorecard als Managementinstrument, das ursprünglich aus der Privatwirtschaft stammt, erfolgreich in Schulen eingesetzt werden kann.
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Balanced Scorecard, ihre Anpassung an soziale Organisationen und die spezifische Übertragung dieser Ansätze auf das Schulumfeld.
Ziel ist es, die Eignung der Balanced Scorecard für den Einsatz in Schulen zu prüfen und aufzuzeigen, wie sie bei einer qualitätsorientierten Schulführung unterstützen kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Managementtheorien sowie einer vergleichenden Untersuchung und Analyse bestehender Praxisbeispiele aus dem deutschsprachigen Raum.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, den Vergleich zwischen Schulen und sozialen Organisationen sowie die detaillierte Vorstellung und Evaluation konkreter Fallstudien.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Schulentwicklung, Balanced Scorecard, strategische Führung, Qualitätsmanagement und praxisorientierte Steuerung geprägt.
Das Modell von Friedag und Schmidt stellt die individuellen Grundwerte und persönlichen Ziele der Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt und betont das Zusammenspiel von Zielen, Aktionen und Kennzahlen (ZAK-Prinzip).
Die Schule Gossau dient als Beispiel für eine erfolgreiche Schulentwicklung, die – wenn auch teilweise unbewusst – systemische Elemente nutzt, die mit den Ansätzen der Balanced Scorecard korrespondieren.
Sie weist darauf hin, dass die Implementierung zwar sehr ressourcenintensiv ist, durch den Rückgriff auf bestehende Handbücher und Materialien jedoch wesentlich erleichtert werden kann.
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