Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Defekte Demokratien in Lateinamerika
2.2 Einordnung lateinamerikanischer Regierungen im politischen Spektrum
2.3 Kontextbezogene Definition des Linkspopulismus in Lateinamerika
3 Rational-choice-Ansatz zur Erklärung des Konflikts zwischen Mehrheit und Elite
3.1 Das Modell und die Hauptvariablen
3.2 Das Medianwähler-Theorem und die umverteilende Politik
4 Empirische Daten und Variablen zur Erklärung von Präsidentschaftswahlen
4.1 Einflussfaktoren für den Anstieg von Mitte-links-Regierungen
4.2 Die Unterstützung für linkspopulistische Regierungsparteien
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozioökonomischen Determinanten, die zur Wahl von Mitte-links- und linkspopulistischen Regierungen in Lateinamerika während der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts geführt haben, wobei die zentrale Forschungsfrage die Identifikation der Treiber dieser politischen Wende ist.
3.1 Das Modell und die Hauptvariablen
Die Wahl von Mitte-links- und linkspopulistischen Regierungen in Lateinamerika wird oft als Folge der Unzufriedenheit von politisch diskriminierten Mehrheiten gegenüber dem bestehenden sozioökonomischen Establishment dargestellt (Huber und Stephens, 2012; Remmer, 2012; Doyle, 2011; Levitsky und Roberts, 2011; Weyland, 2009; De la Torre, 2007; Castañeda, 2006). Dabei ist die Ungleichheit eines der am meisten diskutierten sozioökonomischen Merkmale Lateinamerikas. Die Betrachtung dieses Sachverhalts baut hier auf einem von Jared Acemoglu und James A. Robinson (2006) konstruierten formalen Modell zur Analyse kollektiver Entscheidungen auf.
Es ist bekannt, dass Lateinamerika aus präsidialen Demokratien besteht, in denen der Regierungschef direkt gewählt wird. Außerdem sind Stichwahlen in dieser Region die Regel, wenn bei einem vorhergehenden Wahlgang keiner der Präsidentschaftskandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat (mehr als 50% der Stimmen). Bei einer Stichwahl wird einer der beiden Kandidaten gewählt, die bei der Vorwahl die meisten Stimmen bekommen haben. Herbei wird angenommen, dass zwei Präsidentschaftskandidaten mit jeweils einer eindimensionalen policy platform und im Rahmen eines demokratischen Wahlsystems zur Stichwahl antreten. Ebenso wird auch angenommen, dass der Sieger durch alle institutionellen Mittel versuchen wird, seine policy platform zu implementieren, aber dass beide Präsidentschaftskandidaten opportunistisch sind und sich aus diesem Grund für jene policy platform entscheiden werden, die ihnen die meisten Stimmen erbringt.
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den demokratischen Wandel Lateinamerikas am Anfang des 21. Jahrhunderts und definiert die Problematik des Aufstiegs linkspopulistischer Kräfte.
2 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel führt das Konzept der defekten Demokratie ein und erarbeitet eine ideologische Klassifikation zur Einordnung lateinamerikanischer Regierungen.
3 Rational-choice-Ansatz zur Erklärung des Konflikts zwischen Mehrheit und Elite: Hier wird ein formales Modell angewandt, um den Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Ungleichheit und der Präferenz für umverteilende Politik zu erklären.
4 Empirische Daten und Variablen zur Erklärung von Präsidentschaftswahlen: Das Kapitel prüft die theoretischen Annahmen anhand ökonometrischer Studien und analysiert Faktoren wie Rohstoffexporte und politische Krisen.
5 Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um zu erklären, warum die Hoffnung auf eine Regierung zugunsten der armen Mehrheit nicht in eine dauerhafte Institutionalisierung mündete.
Lateinamerika, Linkspopulismus, Mitte-links-Regierungen, Sozioökonomische Ungleichheit, Medianwähler-Theorem, Rational-Choice, Defekte Demokratie, Präsidentschaftswahlen, Rohstoffexporte, Politische Ideologie, Demokratisierung, Umverteilungspolitik, Institutionelle Einbettung
Die Arbeit untersucht, warum lateinamerikanische Länder Anfang des 21. Jahrhunderts vermehrt Mitte-links- und linkspopulistische Regierungen gewählt haben.
Im Fokus stehen das Zusammenspiel zwischen sozioökonomischer Ungleichheit, dem demokratischen Kontext und dem politischen Angebot der Parteien.
Es wird untersucht, welche Faktoren nach der demokratischen Wende in Lateinamerika spezifisch zur Wahl von Regierungen aus dem linken politischen Spektrum geführt haben.
Die Arbeit nutzt einen Rational-Choice-Ansatz basierend auf dem Medianwähler-Theorem sowie die Auswertung ökonometrischer Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der politischen Dynamiken und eine empirische Überprüfung mittels Regressionsmodellen zu Rohstoffexporten und Regierungsideologien.
Schlüsselwörter sind Lateinamerika, Linkspopulismus, Ungleichheit, Demokratiequalität und politische Ökonomie.
Während Mitte-links-Parteien Umverteilung innerhalb bestehender demokratischer Institutionen anstreben, zeichnet sich Linkspopulismus durch eine anti-status quo-Rhetorik und eine Tendenz zur Ausdehnung exekutiver Kompetenzen aus.
Der Export von Rohstoffen stellt Regierungen zusätzliche Mittel für Staatsausgaben zur Verfügung, was die Umsetzung von Umverteilungsprogrammen begünstigt und somit linken Strategien in die Hände spielt.
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