Bachelorarbeit, 2019
37 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Jugendsprache
2.1 Jugendabgrenzung
2.2 Historische Herkunft und Bedeutung von Jugendsprache
3 Kiezdeutsch
3.1 Definition
3.2 Grammatische Phänomene und Regelungen
3.2.1 Code-Switching
3.2.2 Lokalangaben
3.2.3 Verkürzungen/ Artikelvermeidung
3.2.4 Wortstellung
3.2.5 Grammatikalisierung von „so“
3.2.6 Funktionsverb
2 Einflussfaktoren auf Kiezdeutsch
2.1 Migrationseinfluss
2.2 Medieneinfluss
3 Gesellschaftliche Sicht auf Kiezdeutsch
4 Digitale Schriftlichkeit
5 Kiezdeutsch in WhatsApp-Chats
5.1 Datenerhebung
5.2 Auswertung
5.2.1 Code-Switching in Textnachrichten
5.2.2 Lokalangaben in Textnachrichten
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit die Merkmale der Jugendsprache ‚Kiezdeutsch‘, wie sie primär aus der gesprochenen Sprache bekannt sind, auch in der digitalen Kommunikation über den Messenger-Dienst WhatsApp verschriftlicht werden.
3.2.1 Code-Switching
„Sprachmischungen ergeben sich aus polykulturellen und vielsprachigen Bedingungen“ (Neuland 2008: 156).
Bedeutend für das Sprachalternieren ist das sogenannte ‚Code-Switching‘, das im allgemeinen Kontext aus Zwei- und Mehrsprachigkeit resultieren kann (vgl. ebd.).
‚Code-Switching‘ kann dabei situativ und erwartbar erfolgen, sowie von verschiedenen Kommunikationsbereichen und -situationen abhängig sein (vgl. ebd.).
Trotz der sprachlichen Übertragung von einigen Wörtern aus dem Arabischen oder Türkischen in die deutsche Sprache soll dies nicht bedeuten, dass es sich hierbei um eine deutsch-türkische bzw. deutsch-arabische Mischsprache handelt sondern um eine neue produktive Varietät (vgl. Wiese 2012: 130). Die integrierten Wörter wie beispielsweise das türkische Wort „Lan“ (wörtlich „Mann/Typ“) oder das arabische Wort „wallah“ (wörtlich „bei Allah“) werden nach den Regeln der deutschen Grammatik verwendet. Hinzu kommt, dass auch die Aussprache eingedeutscht wird. Demnach wird „Lan“ als „Alter!“ verwendet und statt „Ich schwöre“ oder „Wirklich“ wird „Wallah“ verwendet (vgl. Wiese 2012: 131). So würde ein Sprecher des Kiezdeutschs beispielsweise Sätze wie „Wo bist du, lan?“ oder „Wallah, ich war das nicht!“ artikulieren.
Dies bedeutet zugleich, dass diese Wörter lediglich als Fremdwörter angesehen werden und keinen Migrationshintergrund mit anderer Erstsprache voraussetzen. Somit werden sie von Sprechern unterschiedlicher Herkunft benutzt, auch von denen, die neben Deutsch keine weitere Familiensprache beherrschen (vgl. Wiese 2006: 254).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Kiezdeutsch ein, veranschaulicht die Problematik der Verschriftlichung im Messenger-Dienst WhatsApp und benennt die Forschungsabsicht.
2 Jugendsprache: Dieses Kapitel definiert den soziologischen Begriff der Jugend und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Abwertung von Jugendsprache als Forschungsgegenstand.
3 Kiezdeutsch: Hier werden Definitionen sowie grammatische Phänomene des Kiezdeutschs, wie Code-Switching, Lokalangaben und Funktionsverbgefüge, detailliert erläutert.
2 Einflussfaktoren auf Kiezdeutsch: Dieser Abschnitt analysiert den Migrations- und Medieneinfluss als zentrale Triebkräfte für die sprachliche Dynamik und Verbreitung von Kiezdeutsch.
3 Gesellschaftliche Sicht auf Kiezdeutsch: Das Kapitel thematisiert die negative Stigmatisierung des Kiezdeutschs in der Gesellschaft und stellt diese der linguistischen Einordnung als eigenständige Varietät gegenüber.
4 Digitale Schriftlichkeit: Hier wird der Wandel der Kommunikation in digitalen Medien untersucht und die Relevanz der Untersuchung von Sprache im informellen digitalen Kontext begründet.
5 Kiezdeutsch in WhatsApp-Chats: Das Hauptkapitel beschreibt die Datenerhebung anhand privater Chat-Screenshots und wertet diese im Hinblick auf Code-Switching und Lokalangaben aus.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Feststellung, dass Kiezdeutsch-Merkmale auch im digitalen Schriftverkehr systematisch verwendet werden.
Kiezdeutsch, Jugendsprache, WhatsApp, Code-Switching, Sprachvarietät, Migration, Medieneinfluss, digitale Kommunikation, Lokalangaben, Mehrsprachigkeit, Sprachwandel, Grammatik, Linguistik, Chat-Kommunikation, Identität.
Die Arbeit untersucht, wie das als gesprochenes Phänomen bekannte Kiezdeutsch in die digitale, schriftliche Kommunikation von Messengerdiensten wie WhatsApp übertragen wird.
Die Arbeit fokussiert sich auf die grammatischen Strukturen des Kiezdeutschs, den Einfluss von Migration und Medien sowie die spezifischen Bedingungen digitaler Schriftlichkeit.
Ziel ist es zu belegen, dass Kiezdeutsch-Merkmale keine zufälligen Fehler darstellen, sondern systematische Sprachvariationen sind, die auch schriftlich in privaten Chat-Verläufen Anwendung finden.
Der Autor nutzt eine qualitative Analyse von privaten WhatsApp-Screenshots, um sprachliche Auffälligkeiten wie Code-Switching und verkürzte Lokalangaben zu identifizieren und zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Kiezdeutschs, eine Diskussion der Einflussfaktoren (Migration/Medien) und eine empirische Auswertung der Chat-Daten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kiezdeutsch, Code-Switching, digitale Schriftlichkeit, Sprachvarietät, Mehrsprachigkeit und Kommunikationsverhalten.
Der Autor argumentiert, dass Kiezdeutsch einem eigenen, schlüssigen grammatischen System folgt und durch regelbasierte Innovationen wie Fokusmarkierungen oder Verkürzungen geprägt ist.
Die Analyse betrachtet verschiedene Gesprächspartner, stellt jedoch fest, dass Kiezdeutsch-Elemente unabhängig von der Erstsprache oder dem Migrationshintergrund bei Personen verwendet werden, die in einem multilingualen oder jugendkulturellen Umfeld aufgewachsen sind.
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