Bachelorarbeit, 2019
98 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen und Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Daten im juristischen Sinn
2.1.1 Personenbezogene Daten
2.2 Verarbeitung
2.3 Verantwortlicher
2.4 Auftragsverarbeiter
3 Rechtliche Grundlage in der Europäischen Union (EU)
3.1 EG-Datenschutzrichtlinie 95/46/EG
3.2 Datenschutzgrundverordnung 2016/679/EU (DSGVO)
3.3 Bundesdatenschutzgesetz-neu (BDSG-neu)
4 herausforderungen unter Anwendung der EG-Datenschutzrichtlinie
4.1 Behinderung des grenzüberschreitenden Datenverkehrs
4.2 Hoher Verwaltungsaufwand für internationalE tätigKeit
4.3 Chancenungleichheiten auf dem EU-Binnenmarkt
4.4 Schlechte Wettbewerbsbedingungen durch Lock-In-Effekt
4.5 Vertrauensverlust in OnlineDatenschutz
5 Ziele der Datenschutzreform
5.1 EU-weite harmonisierung des Datenschutzrechts
5.2 Rechtssicherheit für Unternehmen
5.3 Wettbewerbsgleichheit auf dem EU-Binnenmarkt
5.4 Stärkung des Wettbewerbs und des Marktzutritts neuer Unternehmen
5.5 Förderung neuer Geschäftsmodelle
6 Das Instrumentarium der DSGVO
6.1 Neuer Rechtsakt
6.2 One Stop Shop-Prinzip
6.3 Marktortprinzip
6.4 Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO)
6.5 Recht auf Vergessenwerden
6.6 Privacy by design/ Privacy by default
7 Forschungsdesign
7.1 Qualitative Forschungsmethode
7.2 Kriterien der qualitativem Sozialforschung
7.3 Datenerhebung und Struktur des Verfahrens
7.4 Bewertungsmethode
7.5 Qualitative Inhaltsanalysen und Kategorienbildung
8 Ergebnisse und Diskussion
8.1 Ergebnisse
8.1.1 Herausforderungen vor der Datenschutzreform
8.1.2 Verhandlungsprozess zur Datenschutzreform
8.1.3 Zielkonformität mit der Datenschutzreform
8.1.4 Nutzung des Instrumentariums der DSGVO
8.1.5 Veränderungen durch die DSGVO
8.1.6 Allgemeine Wahrnehmung
8.2 Diskussion
8.3 Limitationen
9 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel im Rechtsrahmen für den Umgang mit personenbezogenen Daten in der Europäischen Union durch den Übergang von der EG-Datenschutzrichtlinie zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Dabei steht im Fokus, wie dieser Wandel in der deutschen Personalberatungsbranche wahrgenommen, verarbeitet und bewertet wird.
1.1 PROBLEMSTELLUNG
Die Personalberatungsbranche lebt davon, große Mengen personenbezogener Daten zu sammeln, zu analysieren und an ihre Kunden weiterzugeben. Gesammelte Daten können beispielsweise Bewerberdaten, Daten aus Bewerberportalen, Kontaktformularen, E-Mails oder Chats sein. Außerdem systemseitig generierte Daten wie Log-File Informationen oder Cookies. Personenbezogene Daten unterliegen strengen juristischen Vorgaben. Diese Vorgaben beeinflussen die Arbeit der Personalberatung erheblich, denn sie setzen den Rechtsrahmen für den Umgang mit personenbezogenen Daten.
Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) trat im Mai 2016, mit einer zweijährigen Übergangsfrist in Kraft und hat damit seit dem 25.05.2018 den Rechtsrahmen in der EU für den Umgang mit personenbezogenen Daten neu gesetzt: Nationale Datenschutzgesetze innerhalb der Vorgaben der EG-Datenschutzrichtlinie wurden durch unmittelbar geltendes EU-Recht abgelöst – darunter auch das Bundesdatenschutzgesetz. Die erhoffte Harmonisierung hatte sich durch die Richtlinie nicht eingestellt. Am Ende einer vierjährigen Verhandlungsphase stand so schließlich die DSGVO (Datenschutz.org, 2019).
Diese Änderung hatte zur Folge, dass alle Unternehmen sowie öffentlichen Stellen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, die neuen Datenschutzgesetze in der EU befolgen und ihre IT-Systeme entsprechend der Anforderungen der DSGVO anpassen müssen (IONOS, 2019).
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie dieser Wandel in der Rechtssetzung in der deutschen Personalberatungsbranche wahrgenommen, verarbeitet und bewertet wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Datenschutzes in der Personalberatung ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das Ziel der Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert grundlegende juristische Fachbegriffe wie personenbezogene Daten, Verarbeitung, Verantwortlicher und Auftragsverarbeiter.
3 Rechtliche Grundlage in der Europäischen Union (EU): Hier wird ein Überblick über die Entwicklung der rechtlichen Grundlagen, von der EG-Datenschutzrichtlinie bis hin zur DSGVO und dem BDSG-neu, gegeben.
4 herausforderungen unter Anwendung der EG-Datenschutzrichtlinie: Dieses Kapitel beschreibt die Schwierigkeiten für Unternehmen unter dem alten Rechtsrahmen, wie grenzüberschreitende Datenverkehrsbehinderungen und hoher Verwaltungsaufwand.
5 Ziele der Datenschutzreform: Es werden die Absichten der DSGVO dargestellt, wie Harmonisierung, Rechtssicherheit und Förderung des Wettbewerbs, um die zuvor beschriebenen Probleme zu lösen.
6 Das Instrumentarium der DSGVO: Dieses Kapitel erklärt die Neuerungen der DSGVO, einschließlich des One-Stop-Shop-Prinzips, des Rechts auf Vergessenwerden und Privacy by Design.
7 Forschungsdesign: Hier wird der sozialempirische Forschungsansatz erläutert, insbesondere die qualitative Forschungsmethode und die Durchführung der Experteninterviews.
8 Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse der Interviews werden analysiert, kategorisiert und im Hinblick auf die Forschungsfragen diskutiert sowie kritisch reflektiert.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und einer Einschätzung zur Zukunft der Datenschutzanforderungen in der Personalberatung.
Datenschutzgrundverordnung, DSGVO, Personalberatung, EG-Datenschutzrichtlinie, Personenbezogene Daten, Rechtssicherheit, Datenschutzreform, Qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Datenschutzbeauftragter, Datensicherheit, Datenportabilität, Recht auf Vergessenwerden, Privacy by Design, Unternehmensberatung
Die Arbeit befasst sich mit der Umstellung der Datenschutzregulierung in der Europäischen Union von der EG-Datenschutzrichtlinie auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und deren Auswirkungen auf die deutsche Personalberatungsbranche.
Zentral sind die rechtlichen Rahmenbedingungen des Datenschutzes, die spezifischen Herausforderungen für Personalberater, die Ziele der DSGVO sowie die praktische Umsetzung der neuen Anforderungen in Unternehmen.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Personalberater den Wandel in der Rechtssetzung wahrgenommen haben, wie sie die Veränderungen bewerten und welche praktischen Erfahrungen sie bei der Umsetzung der DSGVO gemacht haben.
Es wurde ein sozialempirischer Forschungsansatz gewählt, konkret eine qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von fünf geführten Experteninterviews mit Geschäftsführern aus der Personalberatungsbranche.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Begrifflichkeiten und rechtliche Grundlagen beleuchtet, und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Experteninterviews systematisch ausgewertet und diskutiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), Personalberatung, Compliance, Qualitative Forschung, Datenschutz-Instrumente und betriebliche Prozessanpassung charakterisieren.
Die Befragten nannten vor allem das Recht auf Vergessenwerden sowie die Konzepte von Privacy by Design und Privacy by Default als wesentliche und umgesetzte Anforderungen in ihrer täglichen Arbeit.
Die Experten bewerten die DSGVO gemischt: Einerseits werden der hohe Verwaltungsaufwand und die Unsicherheit besonders zu Beginn kritisiert, andererseits wird der Nutzen für den Datenschutz und die Disziplinierung der Branche als sinnvoll erachtet.
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