Akademische Arbeit, 2019
90 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Informationswissenschaft
2.1.1 Wissen
2.1.2 Information
2.2 Informationsübermittlung
2.2.1 Psychophysik
2.2.2 Skalierung von physikalischen Ereignissen
2.3 Usability
2.3.1 Der Usability-Eisberg
2.3.2 Messung von Usability
2.4 User Experience
2.4.1 UX-Anwendungs-Zyklus
2.4.2 UX im Gehirn
2.4.3 Messung von UX
2.5 Nutzerirritation
3 Akzeptanz
3.1 Problemstellung
3.2 INFODOQ
3.3 Akzeptanz in der Pflege
4 Anforderungsanalyse
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Benutzergruppen
4.3 Anforderungen
4.3.1 Funktionale Anforderungen
4.3.2 Nicht-funktionale Anforderungen
4.4 Ziele
5 Analyseverfahren
5.1 Interaktion von Anwendern
5.2 Performance-Analyse
5.3 Aufwandsbasierte Analyse
5.4 Psychologische Reaktions-Analyse
6 Konzept
6.1 Modellbildung
6.2 Interaktions-Tracking
6.3 Interaktions-Analyse
6.4 Visualisierung
7 Implementierung
7.1 Frameworks
7.2 Task und Interfaces
7.3 Datenermittlung
7.4 Datenspeicherung
7.5 Datenvisualisierung und -analyse
7.6 Qualitätssicherung
8 Evaluation/Test
8.1 Aufbau
8.2 Durchführung
8.3 Ergebnis
8.4 Diskussion / Schlussfolgerung
9 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Akzeptanz von Pflegepersonal gegenüber digitaler Pflegedokumentation zu untersuchen und zu fördern. Im Rahmen einer Webanwendung wird ein Analysetool entwickelt, das Nutzerinteraktionen erfasst, um Validierungsinformationen über Akzeptanzkriterien zu gewinnen und benutzerfreundliche Interface-Entwicklungen zu unterstützen.
2.3.1 Der Usability-Eisberg
Das Merkmal Gebrauchstauglichkeit ist als abhängige Variable zu sehen. Genauer formuliert ist sie kausal abhängig von den Variablen Erlernbarkeit, Effektivität, Einprägsamkeit, Fehlertoleranz, Effizienz und Zufriedenheit. Ferner befinden wir uns im Themenkomplex der Usability. Erstmals definiert wurde Usability innerhalb der Normenreihe in der DIN-Norm 9241-11 (DIN EN ISO 9241-11: 1999-01) als „Ausmaß, in dem ein System, ein Produkt oder eine Dienstleistung durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um festgelegte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.“ (DIN EN ISO 9241-11: 1999-01, S. 94)
Ausgehend von der DIN EN ISO 9241-11: 1999-01 spricht man von Effektivität, wenn ein bestimmtes Ziel durch einen Prozess erreicht werden kann. Als Beispiel ist hier der Kaufabschluss eines Produktes durch einen Check Out-Prozess zu nennen.
Den Prozess bezeichnet man als effizient, wenn das Ziel gut erreicht werden kann bzw. als nicht effizient, wenn das Ziel nur schlecht erreicht wird. Effizienz definiert somit den Aufwand oder viel mehr die Differenz des optimalen Aufwandes zum Ist-Aufwand eines Prozesses. Zufriedenheit als solche ist schwierig zu definieren. Sie ist deutlich subjektiver als Effizienz oder Effektivität. Zufriedenheit spiegelt den Zustand des Nutzers während des Prozesses wider. Es ist der Grad zwischen der gewünschten und der physikalischen Beschaffenheit eines Systems (vgl. Abbildung 1, Kapitel 2.2.1).
Usability lässt sich wie folgt in ihre Bestandteile aufteilen und definieren:
Effektiv = Das Ziel erreichen können
Effizient = Auf dem kürzesten Weg ohne Nutzerhürden
Zufriedenheit = Mit einem Lächeln
Usability = Das Ziel schnell mit einem Lächeln erreichen.
In diesem Sinne tritt der Mehrwert der Usability auf, wenn aus einem irgendwie nutzbaren System ein nutzerfreundliches System entwickelt wird. Der wohl naheliegendste Aspekt hierfür ist das visuelle Design der Oberfläche, das nutzerfreundlich zu gestalten ist. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Abbildung 2 zeigt das Verhältnis des Aufwands zur Realisierung einer guten Usability-Software nach Johannes Robier [Ro16]. Damit Usability auftreten kann, ist demnach weit mehr als nur die Optimierung von visuellem Design nötig.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Pflegekräftemangels und der mangelnden Digitalisierung in der Pflege ein, motiviert die Entwicklung eines Analysetools zur Akzeptanzmessung und umreißt den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Fundamente aus Informationswissenschaft, Psychophysik, Usability und User Experience gelegt, die für das Verständnis des späteren Analysetools essenziell sind.
3 Akzeptanz: Dieses Kapitel definiert die Problemstellung der mangelnden Digitalisierungsakzeptanz in der Pflege und untersucht Einflussfaktoren wie soziale Kontexte und subjektive Referenzen auf die Systemakzeptanz.
4 Anforderungsanalyse: Auf Basis des bestehenden Systems INFODOQ werden hier spezifische funktionale und nicht-funktionale Anforderungen an das zu entwickelnde Analysetool definiert.
5 Analyseverfahren: Dieses Kapitel stellt etablierte Methoden zur Analyse von Nutzerinteraktionen vor, darunter Mouse-Tracking und Performance-Metriken wie Task Success und Time on Task.
6 Konzept: Hier wird das technische Modell zur Analyse von Charakteristika und Interaktionen der Anwender entwickelt, inklusive der Definition von Tracking-Daten und der Dashboard-Visualisierung.
7 Implementierung: Dieses Kapitel erläutert die praktische Umsetzung des Konzepts mittels Frameworks wie AngularJS und Ionic sowie die Realisierung der Datenspeicherung und Qualitätssicherung.
8 Evaluation/Test: Hier wird die Implementierung durch eine Teststudie evaluiert, bei der Probanden verschiedene Interfaces des Systems INFODOQ unter realitätsnahen Bedingungen nutzen.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Entwicklung und Evaluation zusammen und zeigt Möglichkeiten für zukünftige Erweiterungen des Modells und weitere wissenschaftliche Analysen auf.
User Experience, Usability, Pflegepersonal, Akzeptanzkriterien, Digitalisierung, INFODOQ, Webanwendung, Anforderungsanalyse, Performance-Analyse, Mouse-Tracking, Nutzerirritation, Informationswissenschaft, Interaktionsanalyse, Dashboard, Modellbildung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Analysetools zur Unterstützung der Digitalisierung in der Pflegedokumentation. Ziel ist es, die Akzeptanz des Pflegepersonals durch die Messung von User-Experience-Daten besser nachvollziehen und durch gezielte Interface-Anpassungen erhöhen zu können.
Die zentralen Themen sind die Schnittmenge aus User Experience und Usability, die spezifischen Anforderungen im Pflegesektor, die Digitalisierung von Arbeitsprozessen sowie die technische Umsetzung von Tracking-Verfahren für Webanwendungen.
Das primäre Ziel ist es, durch valide Analyseinformationen die Akzeptanzkriterien von Pflegern während und nach der Interaktion mit Dokumentationssoftware zu untermauern, um so eine benutzerfreundlichere Interface-Gestaltung zu ermöglichen.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche und theoretische Fundierung (z.B. DIN-Normen, Usability-Heuristiken) mit einer Anforderungsanalyse, der methodischen Konzeption eines Tracking-Modells und einer abschließenden empirischen Evaluation in einer Testumgebung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der Akzeptanzproblematik in der Pflege, die Ableitung von Anforderungen an das Analysetool, dessen technisches Konzept sowie die konkrete Implementierung und anschließende Evaluation.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie User Experience, Usability, Akzeptanzkriterien, digitale Pflegedokumentation und Interaktionsanalyse charakterisiert.
Eine Nutzerirritation liegt vor, wenn es für den Nutzer unangenehm, ineffizient oder unmöglich ist, seine Ziele zu erreichen. Dies führt bei Pflegekräften häufig zu erhöhtem Zeitaufwand, Frustration und einer verminderten Akzeptanz gegenüber dem eingesetzten IT-System.
Die Begründungspflicht, die mit der Transparenz der Digitalisierung einhergeht, wird von Pflegekräften oft als Form der Fremdleitung oder Kontrolle empfunden, was eine signifikante Hemmschwelle für die positive Akzeptanz der IT-Unterstützung darstellt.
Interface1 setzt stärker auf visuelle Orientierungshilfen durch Bewohnerbilder, während Interface2 durch das Weglassen dieser Bilder eine kompaktere Darstellung ermöglicht, die routinierten Anwendern mehr Platz für die Dokumentationsmatrix bietet.
Die Evaluation zeigt, dass die Usability-Akzeptanz kein statischer Wert ist, sondern als ein fortlaufender Prozess begriffen werden muss. Für zukünftige Systeme wird empfohlen, die subjektive Benutzererfahrung noch stärker durch automatisierte, mathematisch fundierte Analysemethoden zu objektivieren.
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