Bachelorarbeit, 2019
89 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau des Praxis- und Researchprojekts
2. Unternehmensgründungen in Deutschland
2.1 Abgrenzung von Start-ups zu klassischen Unternehmensgründungen
2.2 Situation von Start-up Gründerinnen
3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Datenerhebung
3.3 Datenanalyse
3.4 Gütekriterien qualitativer Empirie
4. Auswertung des Kategoriensystems der qualitativen Inhaltsanalyse
4.1 Kategoriendefinitionen
4.2 Kodierungskatalog
4.3 Zusammenhänge der Herausforderungen
5. Diskussion der Herausforderungen für Start-up Gründerinnen
5.1 Persönliche Ebene
5.2 Gesellschaftliche Ebene
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen potenzielle Gründerinnen in Deutschland konfrontiert sind, um die Ursachen für ihre deutliche Unterrepräsentation im digitalen Start-up-Sektor zu ergründen und wissenschaftlich zu belegen.
5.2.1 Gesellschaft, Stereotype und Vorurteile
Die Gesellschaft bietet einen wichtigen Rahmen, in dem sich Gründerinnen bewegen. Doch Gründerinnen sehen die Gesellschaft mit ihren Stereotypen und Vorurteilen als große Herausforderung an. Sie stellt viele Erwartungen an Frauen und hat eine Idealvorstellung einer typischen Frau. (Blechman, 06.05.2016, o.S.; Heuser, 05.12.2018, o.S.; Schade, 11.07.2019, o.S.) Wenn Frauen davon abweichen, müssen sie ihr Können mehr unter Beweis stellen, um sich in der männerdominierten Arbeitswelt durchzusetzen (Richter, 18.04.2018, o.S.). Durch die Einordnung in ein bestimmtes „Raster“ (Heuser, 05.12.2018, o.S.) entstehen Vorurteile, denen Gründerinnen widersprechen. Alter und Geschlecht sind Herausforderungen für junge Frauen, da sie in geschäftlichen Treffen oftmals nicht ernst genommen werden (Richter, 18.04.2018, o.S.; Tanriverdi, 09.08.2017, o.S.). Auch sexistische Äußerungen verunsichern Frauen in ihrer Kompetenz (Grotendorst, 18.02.2015, o.S.). Im Allgemeinen werden Geschäftsfrauen von anderen oft negativer wahrgenommen als Männer, wenn sie ihre Meinung und Interessen vertreten (Räth, 24.05.2019, o.S.). Diese Situationen erscheinen für erfahrene Gründerinnen unumgänglich zu sein und werden daher nun untersucht.
In der patriarchalischen Gesellschaft Deutschlands, in der Selbstständigkeit mit Männern verbunden wird, herrschen viele Vorstellungen über eine ideale Frau, die als Stereotype bezeichnet werden (Montag, 2016, S. 52; Steffens und Ebert, 2016, S. 138). Diese Vorstellungen beinhalten das Aussehen, die Persönlichkeit, die Vorlieben, die Fähigkeiten, das Verhalten, die Meinung, das Arbeitsfeld und die „soziale Rolle[…]“ (Steffens und Ebert, 2016, S. 20) innerhalb des Haushaltes, des Arbeitsplatzes, der Gesellschaft und der Wirtschaft (Farhat und Mijid, 2018, S. 683). Diese Wahrnehmung wirkt sich auf die Beurteilung von Anderen und der eigenen Person aus. Gebildet werden Stereotype, um Personen leichter in Kategorien einzuordnen und um dem Informationsfluss, durch verschiedenen Persönlichkeiten, zu entgehen. (Steffens und Ebert, 2016, S. 17–20) Diese Kategorien entstehen durch Übereinstimmungen und Verschiedenheiten von Personen innerhalb und außerhalb einer Gruppe, wie beispielsweise das Geschlecht (Hannover und Wolter, 2019, S. 202).
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Relevanz digitaler Start-ups und stellt die Forschungsfrage bezüglich der geringen Anzahl weiblicher Gründerinnen in Deutschland.
2. Unternehmensgründungen in Deutschland: Das Kapitel definiert Start-ups im Kontext des allgemeinen Gründungsgeschehens und analysiert das ungenutzte Potenzial von Frauen in diesem Wirtschaftsbereich.
3. Methodische Vorgehensweise: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, welches auf der Inhaltsanalyse von Sekundärdaten basiert, um Herausforderungen für Gründerinnen zu identifizieren.
4. Auswertung des Kategoriensystems der qualitativen Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Auswertung, definiert die Kategorien für die Analyse und zeigt mittels Netzwerk-Modell die Zusammenhänge der Herausforderungen auf.
5. Diskussion der Herausforderungen für Start-up Gründerinnen: In der Diskussion werden die identifizierten Hindernisse auf Basis der Literatur und empirischer Erkenntnisse in eine persönliche und gesellschaftliche Ebene unterteilt und kritisch hinterfragt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass insbesondere gesellschaftliche Einflüsse, Vorurteile und ein Mangel an Vorbildern die Hauptbarrieren für Gründerinnen darstellen.
Start-up, Gründerinnen, Digitalwirtschaft, Unternehmertum, Herausforderungen, Geschlechterforschung, Vorurteile, Netzwerke, Mentoring, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Persönliche Eigenschaften, MINT-Bereiche, Gender Gap, Selbstbewusstsein.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für Gründerinnen beim Aufbau digitaler Start-ups in Deutschland.
Die Themen umfassen die wirtschaftliche Bedeutung von Start-ups, geschlechtsspezifische Erziehung, MINT-Bildung, soziale Stereotype und den Zugang zu Netzwerken.
Das Ziel ist es, die Gründe für die geringe Anzahl digitaler Gründerinnen zu identifizieren und die identifizierten Hindernisse wissenschaftlich zu bewerten.
Es wurde eine zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring auf Basis von Sekundärdaten aus Interviews mit Gründerinnen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung der Herausforderungen und eine anschließende Diskussion, die diese auf die persönliche und gesellschaftliche Ebene verteilt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gründerinnen, Start-up, Herausforderungen, Geschlechterforschung, Netzwerke und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Die Arbeit zeigt, dass die Unterrepräsentation von Frauen in MINT-Bereichen durch gesellschaftliche Erziehung und Vorurteile in der Schule beginnt, was Frauen den Einstieg in technische Start-ups erschwert.
Netzwerke gelten als essenziell für Feedback und Ressourcen; die Arbeit verdeutlicht jedoch, dass Frauen oft aus den männerdominierten Netzwerken ausgeschlossen werden.
Obwohl die Vereinbarkeit eine Herausforderung bleibt, schlussfolgert die Arbeit, dass Start-ups durch flexible Arbeitsweisen bessere Bedingungen bieten als klassische Festanstellungen.
Der Zusammenhang besteht in der Verknüpfung der empirischen Erkenntnisse aus den Interviews mit theoretischem Wissen aus der Geschlechterforschung und Soziologie.
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