Fachbuch, 2020
111 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Leitfragen
1.3 Übersicht über die Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Gesundheitsrisiken im Arztberuf
2.2 Stress und Stressbewältigung (Coping)
2.3 Resilienz
2.4 Burnout
2.5 Integration der Variablen
3 Methode
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Operationalisierung und Strukturbaum
3.3 Fragebögen zur Messung der einzelnen Variablen
4 Ergebnisse
4.1 Soziodemografische Daten
4.2 Deskriptive Statistik zu den Variablen
4.3 Überprüfung der Hypothesen und Beantwortung der Leitfragen
4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Selbstreflexion und Gütekriterien
5.2 Diskussion der Ergebnisse
5.3 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Resilienz, den bevorzugten Coping-Strategien und dem Burnout-Risiko bei Klinikärzten in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die abmildernde Wirkung von Resilienz auf das Burnout-Erleben zu analysieren und zu prüfen, ob bestimmte Coping-Strategien dabei eine mediatorische Funktion einnehmen.
1.1 Problemstellung
Der Begriff des Burnouts ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Laut aktuellen Zahlen im Fehlzeiten-Report 2019 hat sich die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) auf Grund von Burnout in den vergangenen neun Jahren mehr als verdoppelt. Während es 2009 pro 1000 AOK-Versicherten (Allgemeine Ortskrankenkasse) noch 51,2 Tage waren, so liegen diese im Jahr 2018 bei 120,5 Tagen. Im Vergleich zu 2017 betrug der Anstieg 3,8 Tage.
Bereinigt man die Zahlen mittels soziodemografischer Daten und rechnet diese auf die Gesamtheit von über 36 Millionen gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern hoch, erlangt man die Summe von ca. 3,9 Mio. burnoutbedingten Fehltagen im Jahr 2018, die sich auf ca. 176000 Personen erstrecken. Auffallend ist, dass besonders Beschäftigte in helfenden oder beratenden Tätigkeiten im Vergleich zu anderen Berufen häufiger an Burnout erkrankt sind. (Meyer, Maisuradze & Schenkel, 2019, S. 459–461)
Aktuelle Studienergebnisse zeigen hier besonders hohe Werte bei Ärzten. Im Abgleich mit bevölkerungsrepräsentativen Stichproben lassen sich bei den Medizinern deutlich höhere Werte für Burnout finden, als in der Kontrollgruppe. (Rose, Müller, Freude & Kersten, 2019, S. 382–390)
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der hohen psychischen Belastungen im Arztberuf und Darstellung der Zielsetzung der Studie.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konstrukte Burnout, Resilienz und Coping sowie deren Einordnung in das transaktionale Stressmodell nach Lazarus.
3 Methode: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobenrekrutierung von 518 Klinikärzten und der eingesetzten Messinstrumente (RS-11, Brief-COPE, OLBI).
4 Ergebnisse: Auswertung der soziodemografischen Daten sowie Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelations- und Mediationsanalysen.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Gütekriterien, Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand und Ableitung von Empfehlungen für das Gesundheitswesen.
Resilienz, Widerstandsfähigkeit, Burnout, Coping, Stress, Belastung, Arztberuf, Klinikärzte, Arbeitsunfähigkeit, Gesundheitswesen, Prävention, Mediation, Arbeitswelt, Psychische Gesundheit, Arbeitsbelastung.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Resilienz, verschiedenen Bewältigungsstrategien (Coping) und dem Burnout-Risiko bei in Deutschland tätigen Klinikärzten.
Die zentralen Themen sind Stress am Arbeitsplatz, die Schutzfunktion von Resilienz, die unterschiedlichen Formen der Stressbewältigung (adaptiv vs. maladaptiv) sowie deren Einfluss auf die psychische Erschöpfung (Burnout).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Resilienz als Schutzfaktor vor Burnout dient und ob Coping-Strategien den Zusammenhang zwischen Resilienz und Burnout vermitteln.
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie, bei der 518 Ärzte mittels Online-Fragebögen befragt wurden. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS (Korrelationen, lineare Regression, Mediationsanalyse).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise, die Präsentation der statistischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion der Befunde.
Wichtige Schlagworte sind Resilienz, Burnout, Coping, psychische Widerstandsfähigkeit, Klinikärzte, Arbeitsbelastung und Präventionsmaßnahmen.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede: Weibliche Ärzte weisen höhere Burnout-Werte auf, während männliche Ärzte teilweise andere Coping-Strategien bevorzugen und häufiger in Führungspositionen tätig sind.
Nein, die Ergebnisse sind nicht vereinbar mit einer Mediation des Zusammenhangs zwischen Resilienz und Burnout durch die untersuchten Coping-Strategien, womit die diesbezügliche Forschungshypothese verworfen wurde.
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