Masterarbeit, 2018
101 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung und Vorgehensweise
2 Forschungsstand
3 Herkunft und allgemeine Quellenlage
4 Geographische Verortung und Anzahl
5 Das Bildwerk der Schwarzen Madonna
5.1 Schwarze Madonna, ein Kult- und Gnadenbild
5.2 Abgrenzung zu Reliquien
5.3 Typen Schwarzer Madonnen
5.3.1 Einführung
5.3.2 Thronende Madonnen
5.3.3 Stehende Madonnen
5.3.4 Lukasbilder
6 Gründe der dunklen Farbigkeit der Bildwerke
6.1 Problematik
6.2 Physische Beschaffenheit der Werke
6.2.1 Ursprüngliche Schwarzfärbung durch Beschaffenheit des Holzes
6.2.2 Schwarze Madonnen aus dunklem Stein oder Marmor
6.2.3 Schwarzfärbung durch äußere Einwirkungen
6.3 Bewusste Schwarzfärbung
6.4 Quellenlage zur Ursprünglichkeit der Schwärzung
6.5 „Weiße“- Schwarze Madonnen
7 Mögliche Gründe der bewussten Schwarzfärbung
7.1 Die Symbolfarbe Schwarz
7.2 Hinweise in der Bibel
7.3 Vorchristliche Begründungen der Schwärzung
7.4 Zeitliche Phänomene
7.5 Volksfrömmigkeit und finanzielle Aspekte
8 Die Schwarze Madonna von Altötting
8.1 Einführung
8.2 Provenienz
8.3 Datierung
8.4 Stifter
8.5 Quellenlage
8.6 Gnadenkapelle
8.7 Beschreibung der Figur
8.8 Ausarbeitung und Bestimmungszweck
8.9 Fassung und Konservierung
8.10 Stilistische Einordnung
8.11 Zeugnisse der Schwärzung
8.12 Atlas Marianus zur Schwarzfärbung
8.13 Repliken
8.14 Volksfrömmigkeit und Verehrung
8.15 Die Bedeutung des Hauses Wittelsbach für das Gnadenbild
9 Ausblick
9.1 Schwarze Madonnen weltweit
9.2 Schwarze Sakralbildwerke
10 Fazit und Kritik
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Schwarzen Madonnen und analysiert kritisch die Ursachen für ihre dunkle Farbigkeit. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, weshalb diese Bildwerke eine solch große Faszination auf Gläubige ausüben und welche historischen, sozialen sowie kunsthistorischen Faktoren ihre Entstehung und Verehrung maßgeblich geprägt haben.
6.3 Bewusste Schwarzfärbung
Es gibt zahlreiche Madonnen, die bewusst schwarz bemalt wurden. Die meisten wurden etwa zwischen 17. und 19. Jahrhundert geschwärzt, wie etwa die Nôtre-Dame-de-la Bonne-Mort oder die Madonna von Marsat, die etwa beide um 1830 schwarz angemalt wurden.95 Der nachträglichen Schwärzung ging meist eine Verunreinigung der Skulptur durch Kerzenruß oder Verwitterung voraus.
Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Muttergottes von Einsiedeln in der Schweiz, eine Kopie, deren Vorbild 1465 bei einem Kirchenbrand zerstört wurde (Abb. 11).96 Durch den Restaurator JOHANN ADAM FUETSCHER VON LUDESCH, der die Figur 1799 konservierte, ist der damalige Zustand sowie die Schwarzfärbung genauestens dokumentiert.97
Der entsprechende Restaurationsbericht vom 2. September 1799 befindet sich im Besitz der Benediktinerabtei in Einsiedeln. Ursprünglich wurde die Figur, um sie vor den napoleonischen Truppen zu schützen, 1798 in eine Kiste gepackt und versteckt. Als diese nach einem Jahr geöffnet wurde, befand sich die Muttergottes in einem schlechten Zustand. Durch Nässe und Kerzenruß hatte sich das einst helle Gnadenbild verdunkelt.
1 Einleitung und Vorgehensweise: Definition des Forschungsgegenstands und Erläuterung der methodischen Herangehensweise an das Thema Schwarze Madonnen.
2 Forschungsstand: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur und aktuelle Forschungsansätze zum Thema.
3 Herkunft und allgemeine Quellenlage: Diskussion über die Entstehung, das Alter und die Problematik der quellenarmen Überlieferung Schwarzer Madonnen.
4 Geographische Verortung und Anzahl: Betrachtung der Verbreitung der Bildwerke und der Schwierigkeiten bei der statistischen Erfassung.
5 Das Bildwerk der Schwarzen Madonna: Klassifizierung der Madonnen als Kultbilder und Abgrenzung zu Reliquien sowie Einteilung in verschiedene Typologien.
6 Gründe der dunklen Farbigkeit der Bildwerke: Untersuchung physikalischer Ursachen (Holzbeschaffenheit, Einwirkungen) und der bewussten farblichen Gestaltung.
7 Mögliche Gründe der bewussten Schwarzfärbung: Erörterung theologischer, symbolischer und soziologischer Begründungen, einschließlich vorchristlicher Einflüsse.
8 Die Schwarze Madonna von Altötting: Detaillierte Fallstudie zur Geschichte, Provenienz, Verehrung und Inszenierung des Altöttinger Gnadenbildes.
9 Ausblick: Blick auf die weltweite Verbreitung und andere schwarze Sakralbildwerke wie Kruzifixe.
10 Fazit und Kritik: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse hinsichtlich der Ursachen der Schwarzfärbung und der Bedeutung des Kults.
Schwarze Madonnen, Gnadenbild, Kultbild, Altötting, Marienverehrung, Wallfahrt, Schwarzfärbung, Sakralbildwerk, Ikonographie, Volksfrömmigkeit, Sedes Sapientiae, Lukasbilder, Säkularisation, Reliquienkult, Materialuntersuchung
Die Masterarbeit befasst sich mit dem kunsthistorischen Phänomen der Schwarzen Madonnen und analysiert kritisch, weshalb diese Bildwerke eine besondere Faszination auf Gläubige ausüben.
Die Arbeit behandelt die Typologie Schwarzer Madonnen, die technischen und physikalischen Ursachen ihrer dunklen Färbung sowie die Bedeutung von Volksfrömmigkeit und wallfahrtsorientierter Bildpropaganda.
Die zentrale Forschungsfrage ist, warum die abendländische Madonna schwarz dargestellt wird und welche historischen und symbolischen Gründe hinter der bewussten Schwärzung und der daraus resultierenden Anziehungskraft stehen.
Es erfolgt eine interdisziplinäre Analyse unter Einbeziehung kunsthistorischer Quellen, restauratorischer Befunde sowie religionsgeschichtlicher und tiefenpsychologischer Aspekte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Untersuchung zur Gattung der Schwarzen Madonnen und eine tiefgreifende Fallstudie zur Altöttinger Madonna, ihrer Provenienz, Datierung und ihres hohen Stellenwerts als Wallfahrtsziel.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schwarze Madonnen, Gnadenbild, Marienverehrung, Wallfahrt, Schwarzfärbung und Altötting erschließen.
Das Haus Wittelsbach förderte den Kult um die Altöttinger Madonna über Jahrhunderte durch massive Verwaltungsunterstützung, kostbare Stiftungen und die Integration von Herzbestattungen in die Gnadenkapelle.
Die Untersuchung von Kopien (Repliken) hilft Forschern dabei, Rückschlüsse auf den ursprünglichen Zustand und die Verbreitungsdynamik des Kultes zu ziehen, wenn das Original nicht vollständig zugänglich oder untersucht ist.
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