Fachbuch, 2020
85 Seiten
Vorwort
Einführung
1 Situationsbeschreibung
1.1 Betreuungsquoten
1.2 Betreuungsformen
2 Naturverbundenheit und seine Bedeutung
2.1 Verständnis von Naturverbundenheit
2.2 Bildung für Nachhaltige Entwicklung
2.3 Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Umweltbildung
2.4 Entstehung und Wirksamkeit von Naturverbundenheit
3 Methodologie der Forschung
3.1 Forschungsgegenstand „WALDS“
3.2 Deduktive Hypothesenbildung
3.3 Forschungsfragen und Hypothesen
3.4 Operationalisierung
3.5 Untersuchungsgruppe
4 Auswertung und Ergebnisse der Befragung
4.1 Befragung der Experimental- und Vergleichsgruppe
4.2 Hypothesenüberprüfung und zusammenfassende Ergebnisreflexion
5 Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis
5.1 Kritische Betrachtung der durchgeführten Erhebung
5.2 Ausblick
5.3 Der Kreis schließt sich
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie naturbezogene Betreuungsangebote im Grundschulalter dazu beitragen können, die Naturverbundenheit von Kindern zu fördern und aufrechtzuerhalten, nachdem diese den Waldkindergarten verlassen haben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine kontinuierliche naturpädagogische Betreuung einen messbaren Unterschied in der Einstellung und im Verhalten gegenüber der Natur bewirkt.
2.4.2 Beispiel Waldkindergarten
Waldkindergärten sind hierzulande das am häufigste Angebot von Naturpädagogik im Bereich der frühkindlichen Erziehung. Zugleich kann davon ausgegangen werden, dass es (unter den institutionellen Anbietern) den Waldkindergärten mit ihren Konzepten am besten gelingt den Kindern eine möglichst uneingeschränkte Naturerfahrung zu gewährleisten. Aufgrund dessen, dass es keine Zertifizierungsvorschriften oder Ähnliches gibt, die Regeln würden, unter welchen Umständen sich ein Kindergarten als Waldkindergarten bezeichnen darf, gibt es neben dem gleichen Grundgedanken auch zahlreiche Unterschiede in der konkreten Konzeption bzw. in der alltäglichen Arbeit. Neben der Bezeichnung Waldkindergarten existieren mittlerweile auch parallel dazu Begriffe wie Naturkindergarten, Outdoorkindergarten, Erlebniskindergarten oder Kindergartenformen, die verschiedene Inhalte miteinander kombinieren und beispielsweise in ihren Programmen eine Waldgruppe oder einen Waldtag integriert haben. Diese Vielfalt und die fließenden Übergänge machen es für die Wissenschaft zwar schwerer, dürften aber in der Praxis als Bereicherung wahrgenommen werden (vgl. Miklitz, 2015).
Legt man jedoch den Blick auf die Gemeinsamkeiten, kann festgestellt werden, dass all diese Angebote zum Ziel haben dem Kind ein natürliches Umfeld zu bieten, in dem es sich und die Welt entdecken kann. Eine wesentliche Funktion nimmt hierbei das freie Spielen ein bei dem das Kind selbstbestimmt entscheidet was es spielen möchte, ohne dabei auf klassische Spielmaterialien zurückzugreifen die bereits die Funktion des Gegenstandes oder den Spielablauf bestimmen. Stattdessen beschäftigt sich das Kind mit dem was das natürliche Umfeld dem Kind bietet und erfindet selbst Spiele oder definiert „Gegenstände“ zu dem was sie in diesen Moment darstellen sollen. Dies fördert zum einen die Kreativität und zudem das Sprachvermögen, da das Kind den ggf. vorhandenen Mitspielern erklären muss das z.B. der Stock in diesem Spiel ein Zauberstab ist (vgl. ebd., 2015).
1 Situationsbeschreibung: Analyse der aktuellen Betreuungsquoten und -formen für Kinder in Deutschland, mit Fokus auf den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule.
2 Naturverbundenheit und seine Bedeutung: Theoretische Definition von Naturverbundenheit und Diskussion der Rolle von Umweltbildung sowie den Einflussfaktoren wie dem räumlichen Umfeld.
3 Methodologie der Forschung: Beschreibung des Forschungsgegenstands „WALDS“, der deduktiven Herleitung der Hypothesen sowie des qualitativen Untersuchungsdesigns mittels Leitfadeninterviews.
4 Auswertung und Ergebnisse der Befragung: Detaillierte Darstellung und Interpretation der erhobenen Daten aus den Interviews mit Experimental- und Vergleichsgruppe sowie deren Hypothesenüberprüfung.
5 Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis: Kritische Reflexion der Erhebungsmethode sowie ein Ausblick auf notwendige Rahmenbedingungen für eine gelungene Naturpädagogik.
Naturverbundenheit, Waldkindergarten, Naturpädagogik, Grundschulalter, Umweltbildung, Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Naturerfahrung, Kindheitsforschung, Bindungstheorie, Qualitative Untersuchung, WALDS, Freispiel, Umweltbewusstsein, pädagogische Praxis, Naturerleben.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von naturbezogenen Betreuungsangeboten auf die Naturverbundenheit von Kindern im Grundschulalter, die zuvor einen Waldkindergarten besucht haben.
Die zentralen Themen sind Naturverbundenheit, die pädagogische Bedeutung von Naturaufenthalten in der Kindheit, Institutionen der Kinderbetreuung und die Förderung von Umweltbewusstsein.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob durch ein naturpädagogisches Zusatzangebot (WALDS) die positive Verbindung zur Natur, die Kinder im Waldkindergarten erlernt haben, während der Schulzeit besser erhalten werden kann.
Es wurde eine qualitative Untersuchung mittels Leitfadeninterviews durchgeführt, um die subjektiven Einschätzungen von Kindern der Experimental- und Vergleichsgruppe zu erfassen.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Auswertung der Interviews zu den Bereichen Freizeitverhalten, Naturverständnis, emotionale Bindung zur Natur und Einstellung zur Schule.
Die wichtigsten Begriffe sind Naturverbundenheit, Naturpädagogik, Waldkindergarten, Grundschulzeit, ökologische Bildung und Bindung zur Natur.
Das räumliche Umfeld ist entscheidend, da ein unbeschwerter und häufiger Zugang zur Natur – etwa durch die Nähe zu einem Wald – die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kinder sich dort aufhalten und eine tiefere Bindung entwickeln.
Das freie Spiel ohne vorgefertigte Spielmaterialien fördert laut dem Autor die Kreativität, das Sprachvermögen und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung im natürlichen Umfeld.
Die Studie bestätigt tendenziell, dass Kinder, die an einem naturpädagogischen Programm teilnehmen, ihre Häufigkeit und Dauer an Naturaufenthalten während der Freizeit besser aufrechterhalten können als Kinder der Vergleichsgruppe.
Der Autor plädiert dafür, dass Erwachsene als Vorbilder fungieren, Raum für ungesteuerte Naturerfahrungen schaffen und den Sicherheits- sowie Kontrollwahn reduzieren, um Kindern das Entfalten ihrer natürlichen Neigungen zu ermöglichen.
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