Diplomarbeit, 2005
150 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Stand der Sportwissenschaft
2.1 Methodisches Vorgehen
2.2 Ganzheitliche Bezüge zum demographischen Wandel
2.3 Ergebnisse der Literaturanalyse
2.3.1 Suchergebnisse in sportwissenschaftlichen Periodika
2.3.2 Suchergebnisse in nichtperiodischen Veröffentlichungen
2.4 Untersuchungsergebnisse in sportwissenschaftlichen Teilbereichen
2.5 Fazit
3. Allgemeine Informationen zur Demographie
3.1 Definition der Begriffe "Demographie" und "Bevölkerungswissenschaft"
3.2 Bevölkerungsvorausberechnungen
3.2.1 Methoden der Bevölkerungsvorausberechnung
3.2.2 Institutionalisierung der deutschen Bevölkerungswissenschaft
3.3 Geschichtliche Aspekte der Bevölkerungsforschung
3.3.1 Von der Theorie zur eigenständigen Wissenschaft
3.3.2 Die Rolle der Bevölkerungswissenschaft im Nationalsozialismus
3.3.3 Die demographische Forschung der Moderne
3.3.4 Der bevölkerungswissenschaftliche Status Quo in Deutschland
3.4 Globale demographische Tendenzen
3.4.1 Das Modell des „Demographischen Übergangs“
3.4.2 Globale demographische Problembereiche
4. Der demographische Wandel Deutschlands von 1945-2004
4.1 Die demographische Entwicklung in BRD und DDR von 1949-1990
4.2. Quantitative Bevölkerungsentwicklung in BRD und DDR
4.2.1 Begründung der demographischen Entwicklung
4.2.1.1 Migration
4.2.1.2 Fertilität
4.3 Die demographische Entwicklung im wiedervereinigten Deutschland
4.3.1 Begründung der demographischen Entwicklung
4.3.1.1 Lebenserwartung/Mortalität
4.3.1.2 Migration
4.3.1.3 Fertilität
5. Die demographische Zukunft Deutschlands bis 2050
5.1 Die „10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung“
5.1.1 Forschungsleitende Annahmen
5.1.1.1 Die Außenwanderung
5.1.1.2 Die Fertilität
5.1.1.3 Die Lebenserwartung/Mortalität
5.2 Die Ergebnisse der mittleren Variante
5.3 Die Rolle der Zuwanderung
6. Demographischer Wandel und die Zukunft des Sports
6.1 Formalstatistische Konsequenzen für den Vereinssport
6.1.1 Die Entwicklung im Altersbereich der unter 20-Jährigen
6.1.2 Die Entwicklung im Altersbereich der über 60-Jährigen
6.2 Kommunale Aspekte der Sportinfrastrukturgestaltung
6.2.1 Demoökonomische Aspekte regionaler Sportentwicklungsplanung
6.2.2 Kommunalpolitischer Reformzwang
6.2.3 Die Notwendigkeit demographischer Bezugnahmen
6.2.4 Die Studie „2020 – Die demografische Zukunft der Nation“
6.2.4.1 Die Hauptergebnisse der Studie
6.3 Gesundheitspolitische Handlungsansätze zur sozialen Absicherung
6.3.1 Die involvierten Teilbereiche des Sozialsystems
6.3.2 Die Generationengerechtigkeit des deutschen Rentensystems
6.3.3 Politische Umsetzung und Planungssicherheit für den Sport
6.3.4 Gesundheitspolitischer Gesinnungswechsel?
6.4 Sozialintegrative Aspekte des organisierten Vereinssports
6.4.1 Zuwanderungspolitik als gesellschaftliches Spannungsfeld
6.4.1.1 Wachstumspotenziale für den organisierten Vereinssport?
6.4.1.2 Reformbedarf im deutschen Vereinssport
6.4.2 Die integrativen Effekte des Seniorensports
6.4.2.1 Sozialstrukturelle Veränderungen nach Tews
6.4.2.2 Konkurrierende Alternstheorien
6.4.2.3 Zur Lebenssituation der „neuen Alten“
6.4.2.4 Das Freizeitverhalten der „jungen Alten“
7. Demographiebezogene Maßnahmen des Sports
7.1 Seniorensport
7.2 Sportinfrastrukturelle Anpassungen
7.3 Das NRW-Landesprogramm „Sport mit Aussiedlern“
7.4 Kieser Training – Gesundheitsorientierter Muskelaufbau
7.5 Kinder- und Jugendsport
8. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die demographische Entwicklung Deutschlands umfassend zu beleuchten, um deren gesellschaftliche, politische und ökonomische Konsequenzen für den deutschen Sport zu analysieren und Chancen sowie Problemfelder für die Zukunft des Sports aufzuzeigen.
Die demographische Zukunft Deutschlands bis 2050
Unter den nationalen und internationalen Bevölkerungswissenschaftlern herrscht Einigkeit, dass sich das demographische Antlitz Deutschlands im Laufe des 21. Jahrhunderts deutlich verändern wird. Egal ob das Statistische Bundesamt, die Welthandelsorganisation (WHO), die Vereinten Nationen (UN) oder andere Einrichtungen mit vergleichbarem Forschungsauftrag: Die Eckpunkte aktueller Untersuchungen lauten unisono, dass die gesellschaftliche Alterung Deutschlands bei gleichzeitiger Bevölkerungsabnahme unaufhaltsam voranschreitet. Da sich derartige Entwicklungen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten anbahnen, reichen viele der aktuellen bevölkerungswissenschaftlichen Untersuchungen bis in das Jahr 2050 oder sogar darüber hinaus. Nur so ist es der Forschung möglich, demographische Begriffe wie „Trägheit", "lange Bremswege" und „Dynamik“ (BIRG, 2004, S. 7) - oder anders gesagt - die lange Zeitspanne zwischen Erkennbarkeit und Nachweisbarkeit demographischer Veränderungen bevölkerungswissenschaftlich zu erfassen.
Jedoch erscheint eine genaue Prognose zukünftiger demographischer Ist-Zustände aufgrund der hohen Komplexität, mit der sich Bevölkerungsprozesse vollziehen, als äußerst schwierig. Birg meint dazu: „Niemand ist dazu in der Lage, wirklich alle Auswirkungen der demographischen Entwicklung [...] ganz zu erfassen. Die Komplexität des zu bewertenden Sachverhalts übersteigt die Bewertungskompetenz jedes Menschen, auch die Fachwissenschaftler auf dem Gebiet der Demographie bilden hier keine Ausnahme“ (BIRG, 2003, S. 83).
Daher musste der Bevölkerungswissenschaft vor dem erklärten Ziel, „unerlässliche, auf die Zukunft gerichtete, Basisinformationen für politische Entscheidungsprozesse“ zu liefern (STATISTISCHES BUNDESAMT, 2003, S. 9), daran gelegen sein, den gebotenen Anforderungen an ein hohes Maß wissenschaftlicher Verlässlichkeit durch den Einsatz erfolgversprechender Methoden gerecht zu werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende gesellschaftliche Relevanz des demographischen Wandels und stellt fest, dass der Sport bisher nur unzureichend auf diese Herausforderungen reagiert hat, weshalb das Ziel der Arbeit die umfassende Analyse dieser Auswirkungen ist.
2. Stand der Sportwissenschaft: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme sportwissenschaftlicher Publikationen, wobei festgestellt wird, dass eine systematische Auseinandersetzung mit dem demographischen Wandel weitgehend fehlt, mit Ausnahme vereinzelter Ansätze im Seniorensport.
3. Allgemeine Informationen zur Demographie: Hier werden demographische Basisinformationen vermittelt, einschließlich der Definition zentraler Begriffe, der methodischen Grundlagen von Bevölkerungsvorausberechnungen und einer historischen Einordnung der Bevölkerungsforschung.
4. Der demographische Wandel Deutschlands von 1945-2004: Dieses Kapitel analysiert die demographische Entwicklung Deutschlands von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, wobei Faktoren wie Flucht, Migration, Fertilität und die Auswirkungen der Wiedervereinigung im Vordergrund stehen.
5. Die demographische Zukunft Deutschlands bis 2050: Basierend auf der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird ein Ausblick auf die zukünftige Bevölkerungsstruktur, Alterung und Zuwanderung in Deutschland gewährt.
6. Demographischer Wandel und die Zukunft des Sports: Die Bereiche Demographie und Sport werden perspektivisch verknüpft, um Entwicklungspotenziale und Problemfelder in den Bereichen Vereinssport, Infrastruktur, Gesundheitspolitik und Integration zu untersuchen.
7. Demographiebezogene Maßnahmen des Sports: Abschließend werden konkrete Maßnahmen und Programme vorgestellt, die bereits auf den demographischen Wandel reagieren, wie z.B. Seniorensport-Kampagnen in NRW oder gesundheitsorientierte Trainingskonzepte wie Kieser Training.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung bevölkerungswissenschaftlicher Erkenntnisse in der Sportwissenschaft zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige künftige Forschungsaktivitäten.
Demographischer Wandel, Bevölkerungswissenschaft, Sportwissenschaft, Seniorensport, Nachwuchssport, Integration, Migration, Sportinfrastruktur, Fertilität, Lebenserwartung, Prävention, Generationenvertrag, Bevölkerungsstruktur, Alterung, Sozialsystem
Die Arbeit untersucht den demographischen Wandel in Deutschland und seine Auswirkungen auf das gesellschaftliche Subsystem Sport, wobei der Fokus auf den notwendigen strukturellen und inhaltlichen Anpassungen liegt.
Zu den zentralen Themen gehören die demographische Entwicklung in Deutschland (Vergangenheit und Zukunft), die Rolle der Sportwissenschaft, der Seniorensport, der Nachwuchssport, die Sportinfrastrukturgestaltung sowie gesundheitspolitische und sozialintegrative Aspekte im Kontext des Vereinssports.
Das Ziel ist es, die demographische Entwicklung Deutschlands detailliert zu beleuchten, um deren Konsequenzen für den Sport realistisch zu bewerten und daraus strategische Handlungsempfehlungen für Sportorganisationen und Kommunen abzuleiten.
Die Diplomarbeit basiert auf einer Literaturanalyse, einer Auswertung bevölkerungsstatistischer Daten (z.B. vom Statistischen Bundesamt) und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem derzeitigen sportwissenschaftlichen Erkenntnisstand.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einbettung der Demographie, die soziohistorische Analyse der deutschen Bevölkerungsentwicklung, die Projektion zukünftiger demographischer Trends sowie die spezifische Verknüpfung dieser Erkenntnisse mit den Zukunftsfragen des Sports.
Demographischer Wandel, Seniorensport, Nachwuchssport, Sportinfrastruktur, Prävention und Integration sind die prägendsten Begriffe für den inhaltlichen Kern dieser Untersuchung.
Der Seniorensport wird als eines der wichtigsten Wachstumsfelder des organisierten Sports identifiziert, da die steigende Lebenserwartung und die wachsende Zahl älterer Menschen den Sportvereinen neue Möglichkeiten der Mitglieder- und Kompetenzgewinnung bietet.
Der Autor bemängelt eine weitgehende Minderbeachtung des Themas Demographie in der Sportwissenschaft, sieht jedoch erste positive Ansätze, insbesondere im Bereich des Seniorensports, und fordert mehr wissenschaftliche Transparenz und eine engere Verzahnung der Disziplinen.
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