Examensarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Märchen
2.1. Kunstmärchen
2.2. Volksmärchen
2.3. Hexe und Stiefmutter im Märchen
3. Die Gebrüder Grimm
3.1. Die Frauenfiguren in den Märchen der Gebrüder Grimm
3.1.1. Die Frau als passiver Typ
3.1.2. Die aktive Frau
3.1.3. Die Frau zwischen Aktiv und Passiv
3.1.4. Die bösen Figuren
3.1.5. Die Frau als gute Figur
4. Dornröschen
4.1. Inhaltsangabe
4.2. Analyse und Interpretation Dornröschens
4.3. Filmische Gestaltung Dornröschens
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in den Märchen der Gebrüder Grimm, mit besonderem Fokus auf das Märchen "Dornröschen". Ziel ist es, die vielschichtigen Frauenfiguren anhand von sozialen und moralischen Kategorien zu analysieren und ihre Rolle im Kontext der historischen und patriarchalen Strukturen der Zeit zu beleuchten.
3.1. Die Frauenfiguren in den Märchen der Gebrüder Grimm
Nachdem das Motiv der Hexe in Märchen näher dargestellt wurde, ist es nun von Interesse, sich die Darstellung der Frau im Allgemeinen zu betrachten. Da es in dieser Ausarbeitung gezielt um Werke der Gebrüder Grimm geht, wird nicht der Stereotyp Frau im Märchen per se untersucht, sondern welche Eigenschaften und Merkmale die Gebrüder Grimm den in ihren Märchen auftauchenden Frauen zugeschrieben haben. Dabei werden diese weiblichen Figuren auf spezielle Verhaltensmuster oder auch Charakterzüge analysiert. Grundlegend lässt sich festhalten, dass unter anderem in den Kinder- und Hausmärchen vielschichtige Frauenentwürfe in zum Teil unterschiedlichsten familiären Situationen, sozialen Rollen oder auch äußerlichen Erscheinungen vorzufinden sind. Deshalb wird der Typus der Frau in folgende Kategorien unterteilt, welche helfen sollen, allen Stereotypen weiblicher Darstellungen in den Märchen der Gebrüder Grimm gerecht zu werden.
Zum einen lässt sich die Frau in Märchen der Gebrüder Grimm anhand ihres sozialen Verhaltens einordnen. Einerseits kann sie als eine passive Figur auftreten, deren Verhalten durch Zurückhaltung, ja sogar eine gewisse Teilnahmslosigkeit, gekennzeichnet ist. Andererseits kann der weibliche Charakter auch in einer aktiven Rolle auftreten, die dem Bild der passiven Frau offenkundig entgegentritt. Hierbei werden üblicherweise die geschlechterspezifischen Erwartungen an das Rollenbild der Frau überwunden, wodurch sie den Problemen engagiert begegnet. Letztendlich ist auch eine Mischform der passiven sowie aktiven Persönlichkeit möglich, die anfangs vielleicht zurückhaltend agiert, sich im Laufe der Handlung jedoch als aktive Gestalterin und Bekämpferin etabliert. Zum anderen lässt sich die Frauenfigur nach moralischen Gesichtspunkten kategorisieren. Es bietet sich die Einordnung in prinzipiell gute und schlechte Figuren an.
1. Einleitung: Einführung in das Thema Märchen als Textgattung und Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Analyse von Frauenfiguren in den Grimmschen Märchen.
2. Märchen: Definition und Merkmale des Märchens sowie Abgrenzung zwischen Kunst- und Volksmärchen und Einführung stereotypischer Motive wie der Hexe.
3. Die Gebrüder Grimm: Überblick über das Leben und Wirken der Gebrüder Grimm und eine detaillierte Typologie der weiblichen Figuren in ihren Märchen.
4. Dornröschen: Spezifische Analyse und Interpretation des Märchens "Dornröschen" inklusive einer Betrachtung der filmischen Umsetzung.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Märchenanalyse und Bestätigung der vielschichtigen, jedoch oft historisch bedingten Rollenbilder der Frau.
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Die Arbeit untersucht das Frauenbild in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, wobei die Typologie der weiblichen Rollen im Zentrum steht.
Zu den Schwerpunkten zählen die Gattungsmerkmale des Märchens, das historische Bild der Hexe, die Einteilung von Frauen in "aktiv" und "passiv" sowie die moralische Einordnung in gute und böse Figuren.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie weibliche Figuren in den Märchen der Gebrüder Grimm dargestellt werden und inwiefern diese Darstellungen von den damaligen sozialen und patriarchalen Rollenerwartungen beeinflusst sind.
Es wird eine textbasierte Literaturanalyse durchgeführt, die durch den Vergleich von Märchentexten und eine ergänzende filmische Analyse von "Dornröschen" methodisch gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Märchen, eine umfassende Typologisierung der Frauenfiguren bei den Gebrüdern Grimm und die tiefgehende Analyse von "Dornröschen".
Zentrale Begriffe sind Geschlechterstereotypen, die Dichotomie von Gut und Böse im Märchen, der Reifungsprozess und die Rolle der Frau zwischen Tradition und Emanzipation.
Im Gegensatz zu aktiveren Heldinnen wie in "Hänsel und Gretel" zeichnet sich Dornröschen durch eine ausgeprägte Passivität aus, da ihr Handeln durch den hundertjährigen Schlaf begrenzt ist.
Im Film von Walter Beck wird die dreizehnte Fee im Vergleich zur literarischen Vorlage differenzierter dargestellt und entwickelt sich von einer rachsüchtigen zu einer moralischen Instanz.
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