Bachelorarbeit, 2019
48 Seiten, Note: 1,0
1. Kleine Geschichte der digital erweiterten Lebenswelt
1.1 Grundlegende Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Stand der Forschung
2. Begriffserläuterungen
2.1 Digital Natives/Digital Immigrants
2.2 Digitale Revolution
2.3 Arbeit 4.0
2.4 Digitale Medien
2.5 Web 2.0
2.6 Web 3.0 oder das Internet der Dinge
3. Problembeschreibung
3.1 Clash of Generations
3.1.1 Demografische Verteilung in der Bevölkerung
3.1.2 Verteilung der Machtpositionen
3.2 Digitaler Habitus (digital divide)
3.3 Digitalisierung in der Sozialen Arbeit
3.3.1 Mikroebene: Mensch
3.3.2 Mesoebene: Organisationen der Sozialwirtschaft
3.3.3 Makroebene: Auswirkungen auf die Soziale Arbeit
3.4 Der Mythos von der nicht digitalisierbaren Sozialen Arbeit
4. Persönlichkeitsentwicklung im digitalen Zeitalter
4.1 Identität
4.2 Jugendalter
5. Theoretische Verortung der Digitalisierung
5.1 Digitalisierung der Lebenswelt
5.2 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Thiersch
5.3 Virtuelle Menschenrechtsprofession
6. Erkenntnis
6.1 Digitale Sozialen Arbeit
6.2 Digitalisierung der Sozialarbeitenden
6.3 Digitalisierung der Ausbildung
6.4 Digitalisierung der sozialen Träger*inneneinrichtungen
6.5 Digitale Ethik
7. Diskussion/Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, dass die digitale und die physisch reale Welt keine getrennten Lebenswelten bilden, sondern eine durch Digitalisierung erweiterte Einheit darstellen. Es wird untersucht, wie die Soziale Arbeit auf digitale Kompetenzen angewiesen ist, um den Anforderungen dieser erweiterten Lebenswelt gerecht zu werden, wobei ein besonderer Fokus auf der Haltung von Fachkräften und Institutionen liegt.
3.1 Clash of Generations
Es wird allgemein davon ausgegangen, dass zwischen Digital Natives und Digital Immigrants ein signifikanter Unterschied besteht. Digital Natives, eine Generation von jungen Menschen, die in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden, werden als technologieaffin angenommen. Im Gegensatz dazu haben Digital Immigrants den Umgang mit Computern erst in einer Phase des Erwachsenenalters erlernt. Den Digital Immigrants wird unterstellt, dass sie Widerstand gegen neue Technologien leisten oder zumindest gewisse Akzeptanzschwierigkeiten haben. (Vgl. Vodanovich; Sundaram; Myers 2010, S. 711–722) Bisher sind die Forscher*innen im Bereich der Wirtschaftsinformatik bei empirischen Untersuchungen von Digital Immigrants jedenfalls davon ausgegangen, dies wären Studien wie zum Beispiel die Theory of Planned Behavior (vgl. Ajzen 1991) und das Technology Acceptance Model (vgl. Davis; Venkatesh 1996). Deshalb hat das Aufkommen einer neuen Generation von Digital Natives grundlegende Auswirkungen auf die Forschung in der Wirtschaftsinformatik (sowie auch in anderen Disziplinen). Wenn die neue Generation junger Menschen keine Probleme mit der Akzeptanz neuer Informationstechnologie hat, stellt dies einige Annahmen der in der Wirtschaftsinformatikforschung verwendeten Theorien, in Frage. (Vgl. Wang; Myers; Sundaram 2013, S. 209) Aufgrund des Wachstums von digitalen Generationen werden in aktuelleren Forschungen, wie der Studie „Digital Natives and Ubiquitous Information Systems“, Hinweise gefunden, dass sich durch die hohe Akzeptanz von technologischen Entwicklungen die gesellschaftlichen Paradigmen nachhaltig verändern. Diese Veränderungen stellt die nicht digitalen Generationen vor große Herausforderungen, welche wiederum versuchen die bestehenden Paradigmen zu erhalten. (Vgl. Vodanovich; Sundaram; Myers 2010, S. 711–722) Diese generationalen Unterschiede zeigen sich auch in Gesetzgebungen, beispielsweise beim Erlass des Artikel 13 durch das europäische Parlament, welcher zugunsten des Urheberrechts das Meinungs- und Informationsrecht eischränkt (vgl. Redaktion 2019), was vermuten lässt, dass die Generationen der Digital Natives noch nicht ausreichend an Machtpositionen partizipieren.
1. Kleine Geschichte der digital erweiterten Lebenswelt: Einführung in die digitale Transformation in Österreich und Aufstellung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle der Sozialen Arbeit in dieser erweiterten Lebenswelt.
2. Begriffserläuterungen: Definition zentraler Begrifflichkeiten wie Digital Natives, Digitale Revolution und Web 2.0/3.0, um eine einheitliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3. Problembeschreibung: Analyse des generativen Konflikts, des digitalen Habitus und der Herausforderungen für die Soziale Arbeit auf Mikro-, Meso- und Makroebene.
4. Persönlichkeitsentwicklung im digitalen Zeitalter: Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf Identitätsbildung und die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter.
5. Theoretische Verortung der Digitalisierung: Anwendung theoretischer Konzepte der Sozialen Arbeit, speziell der lebensweltorientierten Arbeit nach Thiersch und der Menschenrechtsprofession, auf den digitalen Raum.
6. Erkenntnis: Praktische Konsequenzen für die Soziale Arbeit, von der Digitalisierung der Sozialarbeitenden über die Ausbildung bis hin zur notwendigen digitalen Ethik.
7. Diskussion/Resümee: Synthese der Ergebnisse mit der Forderung nach flexibleren Angeboten und einer stärkeren Integration der Digitalisierung in die Ausbildung und Praxis der Sozialen Arbeit.
Soziale Arbeit, Digitalisierung, Digital Natives, Digital Immigrants, Lebenswelt, Digitale Kompetenzen, Identitätsbildung, Soziale Gerechtigkeit, Digitale Ethik, Sozialwirtschaft, Transformation, Lebensweltorientierung, Partizipation, Digital Divide, Menschenrechtsprofession.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit und hinterfragt, wie Fachkräfte in einer durch digitale Einflüsse erweiterten Lebenswelt agieren können.
Zentral sind der generative Wandel (Digital Natives vs. Immigrants), die Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung, die theoretische Einordnung in bewährte Sozialarbeits-Modelle sowie die ethischen Herausforderungen im digitalen Raum.
Die zentrale Frage ist, ob die digitale und die reale Lebenswelt durch Sozialarbeitende getrennt oder als eine Einheit betrachtet werden sollten und welche digitalen Kompetenzen für eine professionelle Arbeit notwendig sind.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, die aktuelle Fachliteratur, Studien, statistische Daten sowie moderne Quellen wie Blogs und Podcasts einbezieht.
Der Hauptteil analysiert die Problembereiche (z. B. digitale Ungleichheit), die Einflüsse auf die Jugendphase, verortet Digitalisierung in Theorien der Sozialen Arbeit und formuliert Anforderungen für Sozialarbeitende und Institutionen.
Soziale Arbeit, Digitalisierung, Digital Natives, Lebensweltorientierung, Identitätsbildung, Digitale Ethik und Soziale Gerechtigkeit sind prägende Begriffe.
Das Konzept ist zentral, da die Arbeit nachweist, dass digitale Medien kein "Parallelraum" sind, sondern die reale Lebenswelt der Menschen erweitern und somit zwingend in das professionelle Handeln der Sozialen Arbeit integriert werden müssen.
Sie dienen als Orientierungsrahmen, um aufzuzeigen, wie Digitalisierung die Selbstfindung und das soziale Netz von Individuen beeinflusst und welche Bedeutung beispielsweise virtuelle Identitäten heute einnehmen.
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