Diplomarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Historische Betrachtung von Börsenboom und –crash
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Börsenhandel als Ausgangspunkt für Spekulationen
2.2.1 Entwicklung des Börsenwesens
2.2.2 Der Ursprung des Aktienhandels
2.3 Spekulationen als Ursache für Boom und Crash
2.3.1 Historische Spekulationen
2.3.2 Ereignisse des 20. Jahrhunderts
3 Kapitalmarktforschung
3.1 Kapitalmarkteffizienz und –vollkommenheit
3.2 Klassische Kapitalmarkttheorie
3.2.1 Portfoliotheorie
3.2.2 Kapitalmarkttheorie
3.2.3 Weiterentwicklung der Kapitalmarkttheorie
3.3 Kapitalmarktanomalien
4 Behavioral Finance
4.1 Ursprung und Grundlagen
4.2 Rationalitätskonzept der Behavioral Finance
4.2.1 Prozess der Informationsverarbeitung
4.2.2 Begrenzte Rationalität und Quasi-Rationalität
4.3 Anomalien im Investorenverhalten
4.3.1 Informationsbezogene Verhaltensanomalien
4.3.2 Noise Trading und Charttechnik
4.3.3 Herdenverhalten
4.4 Forschungsstand der Behavioral Finance
5 Behavioristisches Investorenverhalten in Boom und Crash
5.1 Anlegergruppierung
5.1.1 Private Investoren
5.1.2 Institutionelle Investoren
5.2 Informationsnutzung nach Gennotte/Leland
5.2.1 Informierte Anleger
5.2.2 Uninformierte Anleger
5.3 Private Investoren in Boom und Crash
5.3.1 Verstärke Bildung von Heuristiken
5.3.2 Anreizwirkung Mentaler Konten
5.3.3 Spekulatives Herdenverhalten
5.3.4 Status Quo Bias und Kontrollillusion
5.3.5 Noise Trading in Crashphasen
5.4 Institutionelle Investoren in Boom und Crash
5.4.1 Verlustaversion und Risikoabsicherung
5.4.2 Performanceorientiertes Noise Trading
5.4.3 Herdenverhalten bei Investmentfonds
5.4.4 Selektive Wahrnehmung bei Informationsflut
5.4.5 Informationsquellen-Effekt durch Analystenmeinungen
6 Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich private und institutionelle Investoren in Phasen von Börsenboom und Börsencrash nicht-rational verhalten und ob sich diese Verhaltensmuster mit den Erkenntnissen der Behavioral Finance erklären lassen, wobei die zentrale Forschungsfrage die unterschiedlichen Verhaltensweisen beider Anlegergruppen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Informationsbasis adressiert.
2.3.1 Historische Spekulationen
Im folgenden Abschnitt sollen beispielhaft zwei in die Geschichte eingegangene bedeuten de Spekulationen kurz vorgestellt werden, ehe auf die Ereignisse des 20. Jahrhunderts ein gegangen wird. Ziel dieses Abschnittes soll die Darstellung der Regelmäßigkeit sein, mit der Boom- und Crashphasen in der Vergangenheit auftraten.
Die Erfindung des Münzgeldes kann als Grundstein für das Entstehen von Spekulationen angesehen werden.39 Schon zu Zeiten der alten Griechen und Römer beherrschten Geldge schäfte das wirtschaftliche Leben zwischen reichen Bürgern und einfachen Leuten. Ur sprung dieser Spekulationen war der damals sehr hohe Kreditzins, der auf Grund der phy sischen Knappheit des Geldes bezahlt werden musste. Zu Zeiten Aristoteles’ (384 – 322 v. Chr.) waren spekulative Geschäfte den Mächtigen vorbehalten, die dafür sogar die Ge schäftsidee anderer Bürger an sich rissen.40
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der regelmäßigen Börsenbooms und -crashs ein und stellt die Forschungsfrage, wie dieses Verhalten mit der klassischen Kapitalmarkttheorie und der Behavioral Finance vereinbar ist.
2 Historische Betrachtung von Börsenboom und –crash: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung von Spekulationsphasen und definiert grundlegende Begriffe wie Börse, Boom, Crash und Bubble.
3 Kapitalmarktforschung: Hier werden die Grundkonzepte der klassischen Kapitalmarkttheorie, einschließlich Effizienzhypothese und Portfoliotheorie, sowie deren Erweiterungen und empirische Anomalien vorgestellt.
4 Behavioral Finance: Dieses Kapitel führt in die Disziplin der Behavioral Finance ein, erläutert deren Abkehr vom Rationalitätspostulat und diskutiert den Prozess der menschlichen Informationsverarbeitung.
5 Behavioristisches Investorenverhalten in Boom und Crash: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der das spezifische Verhalten von privaten und institutionellen Investoren unter Einbezug behavioristischer Anomalien in Boom- und Crashphasen analysiert.
6 Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und weist auf den weiteren Forschungsbedarf zur empirischen Belegung behavioristischer Anomalien hin.
Behavioral Finance, Kapitalmarkt, Börsenboom, Börsencrash, Investorenverhalten, Private Investoren, Institutionelle Investoren, Informationseffizienz, Spekulation, Noise Trading, Herdenverhalten, Prospect Theory, Heuristiken, Mentale Konten, Kapitalmarktanomalien.
Die Arbeit untersucht das Investorenverhalten von privaten und institutionellen Anlegern in extremen Marktphasen, wie Börsenbooms und Börsencrashs, und hinterfragt deren Rationalität.
Die zentralen Felder sind die klassische Kapitalmarkttheorie, die verhaltensorientierte Kapitalmarktforschung (Behavioral Finance) sowie historische Analysen von Spekulationsblasen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Verhalten von Investoren in Boom- und Crashphasen mit den Erkenntnissen der Behavioral Finance erklärbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie der Anwendung von Modellen der Behavioral Finance zur Interpretation realer Börsenereignisse.
Im Hauptteil (Kapitel 5) werden die Verhaltensmuster von Anlegern (privat vs. institutionell) in extremen Börsenphasen analysiert, wobei Konzepte wie Herdenverhalten und Noise Trading im Fokus stehen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Behavioral Finance, Börsencrash, Spekulation, Noise Trading und Herdenverhalten charakterisiert.
Mentale Konten führen dazu, dass private Anleger unterschiedliche Engagements unabhängig bewerten, was in Boomphasen zur unvorsichtigen Umschichtung von Vermögenswerten führen kann.
Diese Unterscheidung ist notwendig, um die unterschiedliche Reaktion auf Marktschocks zu erklären; uninformierte Anleger handeln dabei oft irrational basierend auf "Noise" statt auf fundamentalen Daten.
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