Bachelorarbeit, 2015
36 Seiten, Note: 2,1
1 Entstehungsgeschichte
2 Texte des Werkes
2.1 Prediger-Buch, 4. Kapitel
2.2 Großinquisitor-Legende
2.3 Das Zitat des Schlusschorals der Kantate O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 60, von J.S. Bach
3 Dramaturgische Form des Werkes
3.1 Teil 1. „Unrecht“
3.2 Teil 2. „Mühe“
3.3 Teil 3. „Einsamkeit“
4 Allgemeine musikalische Analyse
4.1 Zwölftonreihe
4.2 Rhythmusreihe
4.3 Dynamik
4.4 Tonortfixierung
4.5 Tempi
5 Analyse
5.1 Das Unrecht
5.1.1 Abschnitt 1:Unrecht
5.1.2 Abschnitt 2: Großinquisitor
5.1.3 Abschnitt 3: Totenlob
5.1.4 Abschnitt 4: Versuchung
5.1.5 Abschnitt 5: Das Böse nicht innewerden
5.1.6 Abschnitt 6: Zwischenspiel
5.2 Mühe
5.2.1 Abschnitt 7: Arbeit als „Haschen nach dem Wind“
5.2.2 Abschnitt 8: Zwischenspiel
5.2.3 Abschnitt 9: Rappresentativo
5.2.4 Abschnitt 10: Geständnis
5.2.5 Abschnitt 11: Percussions-Zwischenspiel
5.2.6 Abschnitt 12: Dialog
5.2.7 Abschnitt 13: „Wem arbeite ich doch...“
5.2.8 Abschnitt 14: Kuss
5.2.9 Abschnitt 15: Wendepunkt
5.3 „Einsamkeit“
5.3.1 Abschnitt 16: „Der Gefangene – geht“
5.3.2 Abschnitt 17: „Weh dem, der Allein ist“
5.3.3 Abschnitt 18: Nullpunkt
5.3.4 Abschnitt 19: Choral
6 Zusammenfassung und Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht das letzte Werk von Bernd Alois Zimmermann, die "Ekklesiastische Aktion", hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer dramaturgischen Form sowie ihrer spezifischen musikalischen Struktur. Ziel ist es, die Verbindung zwischen den zugrunde liegenden Texten – dem Prediger-Buch und der Großinquisitor-Legende aus Dostojewskis "Brüdern Karamasow" – und der seriellen Kompositionstechnik zu analysieren, um das Werk als Ausdruck einer künstlerischen Absage und existentieller Erfahrung zu deuten.
2 Texte des Werkes
Das Werk besetzt laut Zimmermanns Untertitel zwei Sprecher, Bass-Solo und Orchester.
Es werden offenkundig zwei Texte benutzt, nämlich Kapitel 4, 1-4 des Prediger-Buches der Bibel und die Großinquisitor-Legende von Fjodor Dostojewskij. Außerdem wird auf den Choraltext der Kantate O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 60 von J. S. Bach angespielt. Sowohl den Text des Prediger-Buches als auch die Großinquisitor-Legende verwendet Zimmermann in seinem Schaffen nicht zum ersten Mal. Abschnitte aus dem Prediger-Buch erscheinen in der Kantate Omnia tempus habent und in dem Requiem für einen jungen Dichter. Fragmente des Prediger-Buchs findet man auch in der Sonate für Cello solo und in dem Tempus loquendi. Außerdem hat Zimmermann schon vor der Ekklesiastischen Aktion in den Antiphonen beide Texte zusammengefügt. Jedenfalls verwendet er die Texte in den Antiphonen anders als in der Ekklesiastischen Aktion. Sie (es gibt insgesamt acht Texte) erscheinen dort nämlich in der Originalsprachen und müssen folglich nicht unbedingt vollständig verstanden werden. Für die Ekklesiastischen Aktion werden die Texte in ihrer deutschen Übersetzung genommen. Es wird also großer Wert auf das Verstehen des Inhaltes gelegt. „Die Ekklesiastische Aktion ist das diskursivste Werk Zimmermanns. Es geht um die Verhandlung eines Problems. Weit mehr denn als Repräsentanten einer pluralistischen Wirklichkeit erscheinen die Texte als Argumente.“
1 Entstehungsgeschichte: Beleuchtet die Hintergründe der Entstehung des Werks sowie die Bedeutung der Autographen und Skizzenblätter für den Kompositionsprozess.
2 Texte des Werkes: Analysiert die literarischen Quellen, insbesondere das Prediger-Buch und Dostojewskis Großinquisitor-Legende, und deren Integration in das Werk.
3 Dramaturgische Form des Werkes: Beschreibt die formale Einteilung des Stücks in die drei inhaltlichen Abschnitte „Unrecht“, „Mühe“ und „Einsamkeit“.
4 Allgemeine musikalische Analyse: Untersucht die angewandten seriellen Techniken, darunter Zwölftonreihen, Rhythmusquadrate und Dynamikkonzepte.
5 Analyse: Bietet eine detaillierte, abschnittsweise Untersuchung des musikalischen Verlaufs und der dramaturgischen Gestaltung unter Berücksichtigung der Texte.
6 Zusammenfassung und Fazit: Resümiert die kompositorische Intention Zimmermanns und interpretiert das Werk als ein tiefgreifendes Zeugnis künstlerischer und existenzieller Auseinandersetzung.
Bernd Alois Zimmermann, Ekklesiastische Aktion, Prediger-Buch, Großinquisitor-Legende, Fjodor Dostojewskij, serielle Musik, musikalische Analyse, Zwölftontechnik, Dramaturgie, existenzielle Erfahrung, J.S. Bach, Schlusschoral, musikalische Argumentation, Interpretation.
Die Arbeit analysiert das Spätwerk „Ekklesiastische Aktion“ von Bernd Alois Zimmermann, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von literarischen Vorlagen und seriellen Kompositionstechniken liegt.
Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte, die inhaltliche Auseinandersetzung mit biblischen und literarischen Texten sowie die technische Umsetzung in Form von Zwölfton- und Rhythmusreihen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Zimmermann durch die Kombination von serieller Struktur und inhaltlicher Dichte eine spezifische musikalische "Diskursform" schafft, die eine existenzielle Absage an die Welt ausdrückt.
Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche Analyse, die musiktheoretische Parameter (Serialität) mit einer inhaltlichen Werkdeutung und Quellenarbeit verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine musikalische Analyse der technischen Grundlagen sowie eine detaillierte, abschnittsweise Untersuchung des Werks entlang seiner dramaturgischen Form.
Die wichtigsten Begriffe sind Bernd Alois Zimmermann, Ekklesiastische Aktion, serielle Musik, dramaturgische Analyse sowie die literarischen Bezugspunkte wie Dostojewskij und das Prediger-Buch.
Zimmermann löst die Legende aus dem Romanzusammenhang und fokussiert sich auf die moralischen Fragen und die Konfrontation der Figuren, um die musikalische Verhandlung eines existenziellen Problems zu ermöglichen.
Der Choral dient nicht nur als musikalisches Zitat, sondern fungiert als Symbol einer "Absage an das Leben" und unterstreicht die Unausweichlichkeit der Einsamkeit und den Zusammenbruch der vorangegangenen seriellen Strukturen.
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