Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Aktualität und Problemstellung
2 Die Arktis
2.1 Geographie
2.2 Klima und Ökologie
2.3 Historisches Interesse an der Region
2.4 Bevölkerung
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Neorealismus
3.2 Neoliberalismus
3.3 Klimawandel und Konflikt
4 Internationale Kooperation
4.1 Vereinte Nationen
4.2 Arktischer Rat
4.3 NATO
5 Analyse der Entwicklung in der Region und Szenarienbildung
5.1 Eiswüste
5.2 Regulierte Kooperation
5.3 Unregulierte Ressourcenkonkurrenz
5.4 Naturreservat
6 Hauptkonfliktlinie NATO und Russland
7 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die arktischen Zukunftserwartungen aufgrund aktueller Spannungen zwischen den NATO-Anrainerstaaten und Russland angepasst werden müssen, und stellt die Forschungsfrage, ob aufgrund des Klimawandels eine Veränderung der sicherheitspolitischen Situation in der Arktis stattfinden wird.
1.1 Aktualität und Problemstellung
“Die Arktis ist russisch” (“The Arctic is Russian” Vgl. Åtland 2011: 270) postulierte das Duma-Mitglied Artur Chilingarov, nachdem zwei russische Forschungsunterseeboote im Jahr 2007 eine russische Flagge auf dem Meeresboden am geografischen Nordpol platzierten, was ein gewaltiges Medienecho auslöste (Vgl. Amann 2016). Auch aufgrund dieser Aussage wurden Befürchtungen laut, dass die Arktis zum Präzedenzfall eines klimawandelinduzierten Ressourcenkonflikts werden könnte. Ein „Kampf um die Arktis“ könnte gar entbrennen (Vgl. Deutsche Welle 2013). Einige Akteure haben bereits begonnen spezielle arktische Militäreinheiten auszubilden und es bleibt fraglich ob diese Anstrengungen ausschließlich zivilen Zwecken dienen. Ein komplexes Interessensgefüge existiert in einem Spannungsfeld aus vier NATO-Anrainerstaaten (Dänemark, Kanada, Norwegen, Vereinigte Staaten von Amerika) und Russland, welches erst durch die regionalen Effekte des Klimawandels entstehen konnte. Dieser schreitet immer schneller voran, und in einigen Regionen des Globus werden erste Effekte spürbar. Die am stärksten betroffene Region ist zweifellos die Arktis.
Die messbaren Folgen des Klimawandels in der Arktis werden den regionalen Auswirkungen der Erderwärmung zugerechnet. Zu diesen zählen ansteigende Lufttemperaturen, tauende Permafrostböden an den Rändern der Arktis und das Zurückweichen der Gletscher. Diese schreiten nahezu doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt voran. Von herausragender Bedeutung ist jedoch das Abschmelzen des Meereises. Erst durch ein Zurückweichen der Eisfläche und einer zunehmend dünner werdenden Eisdecke wird es wirtschaftlich und technisch möglich sein, in der Arktisregion Bodenschätze zu fördern und Handelsrouten einzurichten. Durch neue Erschließungsmöglichkeiten steigt gleichzeitig das Interesse der Anrainerstaaten die Wege und die regionale Sicherheitslage zu kontrollieren.
1 Einleitung: Stellt die Problemstellung der arktischen Sicherheitslage und das Forschungsziel der Arbeit dar.
2 Die Arktis: Bietet eine deskriptive Darstellung der Geographie, des Klimas, der Geschichte und der Bevölkerung der Region.
3 Theoretischer Hintergrund: Erläutert die theoretischen Ansätze des Neorealismus und Neoliberalismus sowie den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konflikt.
4 Internationale Kooperation: Untersucht die Rolle von Institutionen wie den Vereinten Nationen, dem Arktischen Rat und der NATO bei der Konfliktmilderung.
5 Analyse der Entwicklung in der Region und Szenarienbildung: Bewertet vier Zukunftsszenarien auf Basis von Nutzungsinteresse und Institutionalisierungsgrad.
6 Hauptkonfliktlinie NATO und Russland: Analysiert die spezifische sicherheitspolitische Spannungssituation zwischen Russland und den NATO-Anrainerstaaten.
7 Schlussfolgerungen: Aggregiert die Ergebnisse und wagt einen Ausblick auf die wahrscheinlichsten Entwicklungsszenarien.
Arktis, Klimawandel, Sicherheitspolitik, NATO, Russland, Neorealismus, Neoliberalismus, Internationale Kooperation, Ressourcenkonflikt, Schifffahrtswege, Territoriale Ansprüche, Arktischer Rat, Governance, Geopolitik, Zukunftsszenarien.
Die Arbeit befasst sich mit der sicherheitspolitischen Entwicklung in der Arktis vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und den damit einhergehenden geopolitischen Verschiebungen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Interessen der Anrainerstaaten, der Rolle internationaler Institutionen, der möglichen militärischen Aufrüstung und der Frage nach Ressourcenkonkurrenz durch schiffbare Handelsrouten.
Das Ziel ist zu ergründen, ob die arktischen Zukunftserwartungen angesichts der Spannungen zwischen NATO-Anrainerstaaten und Russland angepasst werden müssen, mit Fokus auf die Veränderung der sicherheitspolitischen Situation.
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Ansätze der Internationalen Beziehungen (Neorealismus und Neoliberalismus) und analysiert Expertenmeinungen sowie Strategiepapiere der Akteure.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Kooperationsforen, eine Szenarienbildung für die Region sowie die Untersuchung der spezifischen Konfliktlinie zwischen Russland und der NATO.
Wichtige Begriffe sind Arktis, Sicherheitspolitik, Klimawandel, Neorealismus, Neoliberalismus, Ressourcenkonflikt und internationale Kooperation.
Der Autor sieht den Arktischen Rat als ein zunehmend bedeutsames Forum für Regierungskonsultationen, das trotz fehlender Rechtsverbindlichkeit zur Stabilität und Kooperation beiträgt.
Das Szenario einer "regulierten Kooperation" wird als am wahrscheinlichsten bewertet, da der Aufwand eines unregulierten Konflikts für alle Beteiligten zu hoch ist.
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