Bachelorarbeit, 2014
48 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Vorgehensweise
1.3 Definitionen
1.3.1 Partizipation
1.3.2 Heimerziehung
2 Heimerziehung nach § 34 SGB VIII
2.1 Situation in Sachsen
2.2 Ansätze in der Heimerziehung
2.3 Beendigung der Hilfe
2.4 Kritik
2.4.1 Stigmatisierung
2.4.2 Temporär begrenzte Hilfe gleich temporär begrenzter Erfolg?
3 Erfolge, Wirkungen und Resultate in der Heimerziehung
3.1 Erfolgsindikatoren
3.2 Sozialbewährung, Arbeitsbewährung, Legalbewährung
3.2.1 Ergebnisse der Jugendhilfe-Effekte-Studie (JES)
3.2.2 Weitere Studienergebnisse
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Fazit und ein Ausblick
4.1 Erfolge in der Heimerziehung
4.2 Wie kann Heimerziehung erfolgreicher gestaltet werden?
Die Arbeit untersucht den Erfolg der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII im Hinblick auf die Verbesserung der biografischen Tendenz und der sozialen Teilnahmechancen von Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Heimerziehung als erfolgreich zu bewerten ist und wie die pädagogische Praxis optimiert werden kann, um risikobelastete Entwicklungsverläufe nachhaltig positiv zu beeinflussen.
2.4.1 Stigmatisierung
Die Heimerziehungspraxis der 50er und 60er Jahre war geprägt von Stigmatisierung, Misshandlung und Gewalt. Die Kinder und Jugendlichen wurden als Uneheliche, Verwahrloste und Heimbälger bezeichnet. Dieser demütigende und diskriminierende Umgang rechtfertigte damals eine Sonderbehandlung (vgl. Kuhlmann 2011, S.85). Nach den Annahmen des labeling approach wird abweichendes Verhalten erst durch Bewertungen im sozialen Kontext konstituiert. Die Abweichung ist also nicht objektiv vorhanden, sie wird durch bestimmte Reaktionen von Kontrollinstanzen etikettiert und sozial zugeschrieben:
„Nach diesen Annahmen bleibt dem jungen Menschen, der die Aufmerksamkeit der Kontrollinstanzen erweckt hat, kaum etwas anderes übrig, als sich solchen Definitionen zu beugen. Ein erzieherischer Erfolg des Heimaufenthalts muß den Annahmen des labeling-approach zuwiderlaufen, weil mit der Heimunterbringung für den Betroffenen der Status des Abweichlers unzweifelhaft dokumentiert werde. Er bekomme das Merkmal ´Heimkind´ zugewiesen, eines Kindes also, daß wegen seiner Auffälligkeiten einer besonderen Behandlung bedarf. Bestanden für ihn noch Zweifel an der ihm angesonnenen Rolle, so werden diese Zweifel durch das Faktum der Heimunterbringung weitgehend ausgeräumt“ (Bürger 1990, S. 13).
Erst in den 80er und 90er Jahren gab es grundlegende Veränderungen in der Heimerziehungspraxis. Begrifflichkeiten wie verhaltensauffällig, schwer erziehbar und entwicklungsgestört gehören heute in der Praxis zum Alltag. Der Begriff der Störung stammt aus der Psychiatrie und Psychologie. Dieser ist jedoch nicht ohne negativen Beigeschmack anzuwenden. Um Stigmatisierungstendenzen entgegenzuwirken, gibt es in der Sozialpädagogik Bewegungen den Begriff der Störung durch den Begriff der Auffälligkeit zu ersetzen (vgl. Müller 2010, S. 18).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Untersuchungsgegenstand der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII ein und definiert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Begriffe Partizipation und Heimerziehung.
2 Heimerziehung nach § 34 SGB VIII: Das Kapitel bietet eine Übersicht über die aktuelle Heimerziehungspraxis, beleuchtet die Situation in Sachsen sowie Ansätze und Kritikpunkte, wie Stigmatisierung und die zeitliche Begrenzung der Hilfe.
3 Erfolge, Wirkungen und Resultate in der Heimerziehung: Hier werden mittels verschiedener Studien und Indikatoren, wie Sozial- und Legalbewährung, die Auswirkungen der Heimerziehung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen detailliert untersucht.
4 Fazit und ein Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Resümee zum Erfolg der Heimerziehung und diskutiert, wie durch verstärkte Partizipation und ressourcenorientierte Ansätze eine wirkungsvollere Gestaltung der Hilfen erreicht werden kann.
Heimerziehung, SGB VIII, Sozialbewährung, Partizipation, Jugendhilfe, Bildungsbenachteiligung, Biografiearbeit, Stigmatisierung, Lebensweltorientierung, Erfolgsindikatoren, Verhaltensauffälligkeit, Hilfeplanung, Systemisches Arbeiten, Legalbewährung, Arbeitsbewährung
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII und untersucht, inwieweit diese Hilfeform zur positiven Veränderung der biografischen Tendenz und zur Förderung der sozialen Teilnahmechancen von Kindern und Jugendlichen beitragen kann.
Zentrale Themen sind die Erfolgsbestimmung stationärer Jugendhilfe, die Rolle der Partizipation, der Umgang mit Stigmatisierung sowie die Bedeutung von Bildungs- und Kompetenzförderung im Kontext des Heimaltalls.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, unter welchen Voraussetzungen Heimerziehung erfolgreich ist und wie sie dazu beitragen kann, eine risikobelastete Biografie nachhaltig positiv zu beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung statistischer Daten sowie der Einbeziehung verschiedener Evaluationsstudien (z. B. Jugendhilfe-Effekte-Studie) zur Beurteilung der Effektivität von Erziehungshilfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen der Heimerziehung, eine kritische Auseinandersetzung mit der Praxis sowie eine tiefgehende Analyse der Wirkungen und Resultate bezüglich Sozial-, Arbeits- und Legalbewährung.
Neben Heimerziehung und SGB VIII prägen Begriffe wie Partizipation, Lebensweltorientierung, Sozialbewährung und Stigmatisierung die wissenschaftliche Auseinandersetzung in dieser Arbeit.
Die Arbeit argumentiert, dass der Begriff im SGB VIII rechtlich verankert ist und die heutige Form der Heimerziehung ihren historischen "Anstaltscharakter" längst verloren hat, weshalb eine bewusste Vermeidung des Begriffs nicht notwendig erscheint.
Partizipation wird als Schlüssel zur Wirkung der stationären Jugendhilfe angesehen; sie ist essenziell für die Entwicklung von Selbstverantwortung und dient als Schutzfaktor gegen Marginalisierung und Stigmatisierung.
Die Analyse ergibt, dass selbst bei abgebrochenen Maßnahmen positive Effekte nachweisbar sind, planmäßig beendete Maßnahmen jedoch signifikant höhere Erfolgsquoten bei der Reduktion von Verhaltensauffälligkeiten und dem Aufbau von Kompetenzen aufweisen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

