Fachbuch, 2020
84 Seiten
1 Einleitung
2 Demographischer Wandel und das gehäufte Auftreten von Demenz
3 Demenz (Medizinische Perspektive)
3.1 Definition und Thesen zur Entstehung
3.2 Demenzformen
3.3 Symptome und Verlauf der Krankheit
3.4 Möglichkeiten zur Beeinflussung der Demenz
4 Demenz und Würde
4.1 Die Begrifflichkeit „Würde“
4.2 Identitätsfindung im sozialen Kontext
4.3 Respekt als Basis allen Handelns
4.4 ´Verrückt`sein – Akzeptanz der Realität des demenziell veränderten Menschen
4.5 Ressourcenorientiertes Denken und Handeln
4.6 Handlungsmaximen
5 Bedürfnisse des demenziell veränderten Menschen aus sozialpsychologischer Perspektive
5.1 Bedürfnisse des Menschen im Allgemeinen
5.1.1 Physiologische Bedürfnisse
5.1.2 Sicherheitsbedürfnisse
5.1.3 Soziale Bedürfnisse
5.1.4 Individualbedürfnisse
5.1.5 Selbstverwirklichung
5.2 Bedürfnisse des dementen Menschen
5.2.1 Symptome und Bedürfnisse in der Frühphase
5.2.2 Symptome und Bedürfnisse in der mittleren Phase
5.2.3 Symptome und Bedürfnisse bei schwerer Demenz
5.3 Grenzen der Inklusion
6 Wahrung der Würde durch Schaffung adäquater Lebensumstände aus der Perspektive der Sozialen Arbeit
6.1 Bedürfnisorientierter Umgang
6.2 Begegnung auf Augenhöhe
6.3 Recht auf Sexualität und soziale Kontakte
6.4 Wahrung von Privatsphäre
6.5 Schaffung von Freude
6.6 Förderung des Kohärenzgefühls
7 Sicherheit durch angepassten Wohnraum
7.1 Häusliche Pflege im Familienkontext
7.2 Teilstationäre Pflege (Tagesstätte)
7.3 Senioren WG
7.4 Vollstationäre Pflege im Altenwohn- und Pflegeheim
7.5 Demenzdorf
8 Herausforderungen im System „Pflegeheim“
8.1 Das Image der Pflegeheime
8.2 Ökonomisierung des Gesundheitswesens
8.3 Pflegenotstand und unzureichende Arbeitsbedingungen
8.4 Sprachbarrieren zwischen Pflegepersonal und Heimbewohnern
8.5 Arbeit unter Zeitdruck
8.6 Das System „Heim“ und der demenziell veränderte Mensch
8.7 Schublade „Demenz“
8.8 Gewalt gegen alte Menschen
8.9 Aggression, Resignation und Rückzugstendenzen bei Heimbewohnern
9 Auftrag der Sozialen Arbeit im Bereich Demenz
9.1 Soziale Arbeit als Vermittler für das Grundrecht auf Würde
9.2 Schnittstellenarbeit – neutral, engagiert und sachkundig
9.3 Soziale Arbeit als Öffentlichkeitsarbeit für demenziell veränderte Menschen
9.4 Schulungen
9.4.1 Schulungen für professionell Pflegende
9.4.2 Beratung und Schulung Angehöriger
9.4.3 Validationsschulungen
9.5 Pflegeberatung
9.6 Politisches Engagement
10 Fazit
Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, wie die Würde von demenziell veränderten Menschen im Alltag gewahrt werden kann und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei einnimmt. Ziel ist es, professionelle Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die über rein defizitorientierte Pflegeansätze hinausgehen und menschenrechtliche Prinzipien in den Fokus rücken.
4.4 ‚Verrückt‘ sein – Akzeptanz der Realität des demenziell veränderten Menschen
Demenz ist ein Schreckgespenst der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen erreichen die Hochaltrigkeit und, wie bereits erwähnt, steigen die Zahlen der von demenziellen Veränderungen betroffenen Menschen stetig an. Die Wahrscheinlichkeit, selbst ein hohes Alter zu erreichen und körperlich und geistig abzubauen, ist hoch. In der heutigen Leistungsgesellschaft ist bereits der Eintritt ins Rentenalter eine Zäsur im Leben, das Ankommen in der Pflegebedürftigkeit durch körperliche Gebrechen ein weiterer Schritt in problembesetzte Zeiten, aber das Enden in Demenz ein persönlicher Horror vieler Menschen. Den Verstand zu verlieren, also verrückt zu werden, ist in einer Gesellschaft voller Erwartungen an das Funktionieren des Menschen ein herber Schlag. Im Wortsinn werden Menschen mit Demenz „verrückt“, also aus der Realität und den geltenden Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft herausgerückt. Ein demenziell veränderter Mensch kann nach und nach alles vergessen, was ihm beigebracht wurde und er als wichtig und richtig erfahren hat. Das beginnt mit dem Vergessen von Namen, Örtlichkeiten, Begebenheiten und alltäglichen Fertigkeiten, endet aber noch lange nicht da.
Demenziell veränderte Menschen leben zuweilen in einer Parallelwelt mit Gesetzen, die Angehörigen und Pflegenden ein Rätsel sind. Eigene Logik und unsichtbare Dinge verwirren das Umfeld und abgeschaffte Konventionen stoßen viele vor den Kopf. In Zeiten des Pflegenotstandes ist das Pflegepersonal oft überfordert und für Dinge, die über die körperliche Grundpflege hinausgehen, steht keinerlei Zeit zur Verfügung. „Verrückte“ sprengen den Pflegealltag und das häufig darauf ungenügend vorbereitete Personal versucht den Menschen dem System anzupassen, statt umgekehrt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Fragestellung nach der Würde demenziell veränderter Menschen im Spannungsfeld zwischen Menschenrechten, Pflegenotstand und dem Wunsch nach professioneller Teilhabe.
2 Demographischer Wandel und das gehäufte Auftreten von Demenz: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen dem demographischen Wandel und dem statistischen Anstieg der Diagnosen von Demenzerkrankungen in einer alternden Gesellschaft.
3 Demenz (Medizinische Perspektive): Hier werden die medizinischen Grundlagen, verschiedene Demenzformen sowie deren Symptome und der typische Krankheitsverlauf dargestellt.
4 Demenz und Würde: Das Kapitel verknüpft philosophische und rechtliche Aspekte der Würde mit dem Leben von Menschen mit Demenz und betont die Notwendigkeit einer respektvollen Grundhaltung.
5 Bedürfnisse des demenziell veränderten Menschen aus sozialpsychologischer Perspektive: Hier werden Bedürfnisse basierend auf Modellen wie der Bedürfnispyramide analysiert und auf die spezifischen Stadien der Demenz übertragen.
6 Wahrung der Würde durch Schaffung adäquater Lebensumstände aus der Perspektive der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Ansätze der Sozialen Arbeit, um Würde durch bedürfnisorientierten Umgang, Privatsphäre und Lebensfreude im Heimalltag zu fördern.
7 Sicherheit durch angepassten Wohnraum: Es erfolgt eine Übersicht verschiedener Wohnformen – von häuslicher Pflege bis hin zum Demenzdorf – und deren Bedeutung für das Sicherheitsgefühl.
8 Herausforderungen im System „Pflegeheim“: Dieses Kapitel kritisiert die strukturellen Probleme des aktuellen Pflegesystems, wie Zeitdruck, Ökonomisierung und Gewaltprävention.
9 Auftrag der Sozialen Arbeit im Bereich Demenz: Hier werden die Aufgaben der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession, die Bedeutung von Schulungen und politischem Engagement dargelegt.
10 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Soziale Arbeit als politisch handelnde Instanz zu begreifen, um eine würdevolle Lebensgestaltung zu ermöglichen.
Demenz, Soziale Arbeit, Menschenwürde, Pflegeheim, Lebensqualität, Inklusion, Bedürfnisorientierung, Pflegenotstand, Menschenrechte, Salutogenese, Validation, Demographischer Wandel, Professionelle Haltung, Interdisziplinäre Versorgung, Altenhilfe.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Menschenwürde für demenzkranke Menschen und untersucht, wie die Soziale Arbeit durch professionelle Haltung und strukturelle Einflussnahme zu deren Wahrung beitragen kann.
Die zentralen Felder sind die medizinischen Aspekte der Demenz, die theoretische Verankerung der Würde, die Analyse der Bedürfnisse von Betroffenen sowie die Herausforderungen und Aufgaben der Sozialen Arbeit im Pflegesystem.
Die Arbeit sucht nach Antworten darauf, wie Würdeverletzungen im Pflegealltag vermieden werden können und in welchem Spannungsfeld zwischen Ethik und strukturellen Zwängen die Soziale Arbeit agiert.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Bachelorarbeit, die durch Literaturanalyse und die Betrachtung verschiedener wissenschaftlicher Modelle (z.B. Salutogenese, person-zentrierter Ansatz nach Kitwood) erarbeitet wurde.
Der Hauptteil analysiert die Bedürfnisse in verschiedenen Krankheitsphasen, die kritische Diskussion der Inklusion, die Probleme der Institution „Pflegeheim“ und den spezifischen Handlungsauftrag der Sozialen Arbeit.
Demenz, Soziale Arbeit, Menschenwürde, Pflegenotstand, Lebensqualität, Inklusion und professionelle Handlungsmöglichkeiten.
Die Autorin argumentiert, dass eine erzwungene Heterogenität die speziellen Bedürfnisse von demenzkranken Menschen überfordern kann, weshalb manchmal homogenere, geschützte Umgebungen die Würde besser wahren.
Es erweitert das doppelte Mandat (Auftraggeber/Klient) um die Pflicht zur Einhaltung der Menschenrechte, was PSA dazu verpflichtet, auch politisch gegen menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen aktiv zu werden.
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