Bachelorarbeit, 2016
47 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise und Aufbau
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Der soziologische Beitrag
2.2 Klassiker in der Soziologie des Körpers
2.3 Aktuelle „body turn“ Entwicklungen
2.4 Arbeiten am Körper
3 Empirische Untersuchung
3.1 Methodik
3.2 Materialvorstellung
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Generalisierung des Wohlbefindens
3.3.2 Functional food
3.3.3 Werbung
3.3.4 Symbolsystem einer Norm-Frau
3.4 Paradigmatisches Modell
4 Interpretation und Diskussion
5 Fazit
5.1 Methodenreflexion
5.2 Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht empirisch, wie weibliche Körperbilder in Fitness- und Ernährungszeitschriften konstruiert und durch redaktionelle Strategien normiert werden, um ein spezifisches, „starkes“ Körperideal zu etablieren.
3.3.1 Generalisierung des Wohlbefindens
„Niemand ist perfekt, aber jeder möchte sich in seiner Haut wohlfühlen (...)“ (Lisa 2001: 29) heißt es in der Zeitschrift Lisa. Die Zeitschrift Shape verknüpft die körperliche Dimension geschickt mit der geistigen und sozialen. Hier heißt es: „Ihr Körper ist gut trainiert. Sie fühlen sich rund um wohl“ (Shape 2001: 49). Die körperliche Dimension wird hier zu einer „(...)Voraussetzung fürs eigene Wohlgefühl und anerkennende Blicke (Lisa 2001: 24) und somit zur Bedingung für das Wohlfühlen insgesamt. Über die Anerkennung anderer für den Körper bzw. das gesamte Selbst wird ein Bezug zum sich-in-seinem-Körper-wohlfühlen (vgl. Degele 2004: 91) hergestellt. Konkret erfolgt hier eine Konditionierung des Verhaltens, indem für normkonformes Verhalten und Aussehen das Individuum mit sozialer Anerkennung belohnt wird, kann es sich wegen der Belohnung in seinem Körper wohl fühlen. Darüber hinaus wird das sich-in-seinem-Körper-wohlfühlen auch durch Arbeiten am Körper, wie beispielsweise das Tragen spezifischer Kleidung, der Entsprechung gesellschaftlicher Erwartungen, sportliche Aktivitäten, gelungene Selbstinszenierung oder einer sichtbaren intakten Gesundheit verwirklicht.
Ferner entspricht der Aufbau von Fitness- und Ernährungszeitschriften den Dimensionen des Wohlbefindens, sodass sich die Rubriken und Beiträge entlang der Dimensionen kategorisieren lassen. So enthält die geistige Dimension in dem ausgesuchten Material beispielsweise Selbsttests, psychologische Ratgeber und Expertise in Gesundheitsfragen. Die soziale Dimension umfasst zwar auch teilweise psychologische Ratgeber, jedoch mit einem anderen Schwerpunkt, darüber hinaus aber auch Tipps und Tricks zur Steigerung der Attraktivität und Erfahrungsberichte. Fitness- und Ernährungsbeiträge, sowie Trainingspläne und Rezepte, und ebenfalls gesundheitliche Fragestellungen sind in der körperlichen Dimension auffindbar und stellen dadurch gezielte Körperarbeiten dar. Demnach haben sich die „körperliche Gesundheit, Fitness und Jugendlichkeit (..) zu einem gesellschaftlichen Imperativ entfaltet“ (vgl. Setzwein 2004: 51).
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Problemstellung und Präzisierung der Forschungsziele.
2 Theoretischer Hintergrund: Vorstellung soziologischer Grundlagen zum Körperbegriff, inklusive klassischer Theorien und des „body turn“.
3 Empirische Untersuchung: Methodische Vorgehensweise, Materialvorstellung und detaillierte Analyse der Ergebnisse unter Einbezug von Wohlbefinden und Functional Food.
4 Interpretation und Diskussion: Synthese der Ergebnisse sowie Übertragung und Vergleich mit männlichen Körperbildern anhand des Modells von F. Parasecoli.
5 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Erkenntnisse sowie methodische Einordnung und Ausblick auf künftige Forschung.
Körperbild, Soziologie des Körpers, Fitnesszeitschriften, Ernährungsratgeber, Körpernormierung, Disziplinierung, Body Turn, Selbstinszenierung, Wohlbefinden, Functional Food, Werbestrategien, Gender, Identitätsarbeit, Norm-Frau, Paradigmatisches Modell.
Die Arbeit untersucht, wie in Fitness- und Ernährungszeitschriften durch gezielte redaktionelle Strategien ein spezifisches weibliches Körperideal konstruiert und normiert wird.
Zentrale Felder sind die soziologische Körpertheorie, die Vermittlung von Gesundheits- und Schönheitsidealen durch Medien sowie die Auswirkungen dieser Ideale auf die individuelle Selbstwahrnehmung.
Das Ziel ist es, ein Symbolsytem für das weibliche Körperideal aus dem analysierten Material abzuleiten und zu zeigen, wie durch Körperarbeit eine Angleichung an dieses Ideal angestrebt wird.
Es wird eine qualitative Datenanalyse auf Basis der „grounded theory“ angewandt, um aus dem Material Konzepte und ein paradigmatisches Modell zu entwickeln.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die empirische Analyse der Zeitschrifteninhalte (Werbung, Ernährungstipps, Illustrationen) sowie die Diskussion der Ergebnisse im Kontext gesellschaftlicher Machtstrukturen.
Wichtige Begriffe sind Körperbild, Körpernormierung, Disziplinierung, Identitätsarbeit, Medienanalyse und der „body turn“.
Werbung nutzt laut Arbeit visuelle Vergleiche und Marketingstrategien, die beim Leser bewusst oder unbewusst Diskrepanzen zwischen dem eigenen Körper und dem propagierten Ideal erzeugen, um so Konsum und Körperarbeit zu forcieren.
„Functional Food“ dient in den Zeitschriften nicht nur der Ernährung, sondern ist ein Mittel der Körperarbeit, das mit Bedeutungen wie „schnell“, „gesund“ oder „fettarm“ aufgeladen wird, um den eigenen Körper habituell an die Norm anzupassen.
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