Bachelorarbeit, 2016
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Migration in Deutschland und Spanien
2.1 Migration in Deutschland
2.2 Migration in Spanien
3 Jugend – Jugendsprache – Jugendsprachforschung
3.1 Jugend
3.2 Jugendsprachforschung
3.3 Jugendsprache
3.3.1 Jugendsprache als Soziolekt
3.3.2 Jugendsprache als Sondersprache
3.3.3 Jugendsprache als Sprechstil
3.3.4 Jugendsprache als Varietät
3.4 Charakteristika der Jugendsprache
3.5 Jugendsprache und Medien
4 Identität und Sprache
4.1 Kiezdeutsch
4.2 Cheli
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Identität und medialer Verbreitung bei der Entwicklung von Jugendsprachen in Deutschland und Spanien, um die These zu prüfen, dass sich Jugendsprachen international zunehmend angleichen.
3.3.4 Jugendsprache als Varietät
„Eine Varietät ist ein sprachliches System, das durch außersprachliche Parameter näher definiert werden kann. Sie kann areal definiert sein (= Dialekt) oder funktional (= Fachsprache) oder soziologisch (= Soziolekt)“ (Platz-Schliebs et al. 2012: 46, zit. n. Veith 2005: 14).
Einfluss auf die Ausprägung einer Varietät haben außerdem auch die Kategorien Alter, Geschlecht, Beruf, Einkommen, Religion und Ausbildung, u.a. Coseriu unterteilt historische Sprachen in Diatopische, Diastratische und Diaphasische (vgl. Coseriu 1973: 32 ff.). Diatopisch gekennzeichnet sind Dialekte und Regiolekte, diaphasisch kann der Sprachgebrauch in der Familie, auf der Arbeit, unter Freunden usw. beschrieben werden, und als diastratisch kann zum Beispiel die gehobene Sprache der Gebildeten betrachtet werden. Die Unterteilung in diese drei Varietäten verläuft jedoch nicht streng getrennt. Bei der Jugendsprache gehen diese Kategorien ineinander über, wodurch ein Kontinuum entsteht (vgl. Wieland 2008: 99).
In der Anfangszeit der Jugendsprachforschung wurde zunächst der Versuch unternommen, die Sprache von Jugendlichen in das Varietätensystem als diastratische oder diaphasische Varietät bzw. Register, sowie als gruppengeprägten Sprechstil innerhalb der diaphasischen Varietät einzuordnen (vgl. Wieland 2008: 102). Wie dem Kapitel zum Begriff Jugend zu entnehmen ist, existiert aber nicht eine homogene Jugend, sie ist in sich stark differenziert und hat einen heterogenen gesellschaftlichen Hintergrund (Neuland 2008: 68), somit ist die Beschränkung auf eine Varietät, als diaphasisch oder diastratisch, nicht sinnvoll.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Identität und Sprache im Kontext von Migration, Medien und Jugendsprache sowie die Begründung der Thesis-These.
2 Migration in Deutschland und Spanien: Überblick über die historische und aktuelle Migrationsentwicklung in beiden Ländern als Basis für das Verständnis der Sprachentwicklung.
3 Jugend – Jugendsprache – Jugendsprachforschung: Definition des Jugendbegriffs, Entwicklung der Jugendsprachforschung und theoretische Einordnung der Jugendsprache.
4 Identität und Sprache: Untersuchung des Identitätsbegriffs im sprachwissenschaftlichen Kontext und detaillierte Analyse der Varietäten Kiezdeutsch und Cheli.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritischer Ausblick auf die internationale Angleichung von Jugendsprachen durch Medieneinfluss und Migration.
Jugendsprache, Identität, Migration, Kiezdeutsch, Cheli, Soziolekt, Varietät, Medien, Jugendsprachforschung, Sprachwandel, Integration, Kommunikation, Mehrsprachigkeit, Jugendkultur, globale Angleichung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und internationale Angleichung jugendsprachlicher Varietäten in Deutschland und Spanien unter Berücksichtigung von Migrationshintergründen, Identitätsbildung und Medieneinflüssen.
Die zentralen Felder umfassen die Soziolinguistik der Jugendsprache, die Auswirkungen von Migration auf Sprachvarietäten sowie die Rolle digitaler Medien bei der Kommunikation Jugendlicher.
Das primäre Ziel ist die Untersuchung der These, dass sich Jugendsprachen weltweit zunehmend aneinander angleichen, veranschaulicht durch den Vergleich von deutschem Kiezdeutsch und spanischem Cheli.
Die Arbeit nutzt eine kontrastiv-linguistische Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze zur Jugendsprache (Soziolekt, Sondersprache, Varietät) gegenüberstellt und anhand bestehender Literatur und Daten vergleicht.
Der Hauptteil analysiert theoretische Definitionen von Jugendsprache, die Migrationsgeschichten beider Länder sowie die sprachlichen Charakteristika von Kiezdeutsch und Cheli.
Schlüsselbegriffe sind Jugendsprache, Identität, Migration, Kiezdeutsch, Cheli, Varietätengenese und mediale globale Angleichung.
Kiezdeutsch dient als Fallbeispiel für eine multiethnische, mischsprachliche Varietät, die durch Migration und den Einfluss des Türkischen geprägt ist.
Während Kiezdeutsch stark durch den ungesteuerten Zweitspracherwerb von Migrantengruppen und grammatische Reduktion geprägt ist, basiert das Cheli historisch eher auf Jargons von Randgruppen und dem Drogenmilieu.
Medien fungieren als Motor für die globale Verbreitung jugendsprachlicher Merkmale und ermöglichen durch Kompensationsverfahren (wie Emoticons oder Großschreibung) neue Formen der nonverbalen Kommunikation in schriftlichen Chats.
Die Autorin bestätigt eine Tendenz zur internationalen Angleichung, betont jedoch, dass diese stark von der jeweiligen nationalen Migrationsgeschichte und den spezifischen soziokulturellen Gegebenheiten abhängt.
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