Examensarbeit, 2018
123 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Zweitsprache, DaZ
1 Einleitung
2 Spracherwerb im Deutschen
2.1 Spracherwerbstypen
2.2 DaM, DaF und DaZ
3 Wortschatz und mentales Lexikon
3.1 Aufbau des mentalen Lexikons
3.2 Wortschatz
4 Wortschatzerwerb
4.1 Im Erstspracherwerb
4.2 Im Zweitspracherwerb
5 Sprachen in der Schule
5.1 Schulische Sprachregister
5.2 Merkmale und Herausforderungen der Fachsprache Erdkunde
5.3 Sprachsensibler Fachunterricht
6 Wortschatzarbeit
6.1 Prinzipien der Wortschatzarbeit
6.2 Beispiele für die Umsetzung im Erdkundeunterricht
6.3 Notwendige Kompetenzen seitens der Lehrkräfte
6.4 Sprachliche Ausbildung von Fachlehrkräften
7 Empirische Studie: Wortschatzförderung im Erdkundeunterricht
7.1 Fragestellungen
7.2 Methoden: Erhebung und Auswertung
7.2.1 Probanden
7.2.2 Das Leitfadeninterview
7.2.3 Entwicklung des Leitfadens
7.2.4 Durchführung
7.2.5 Transkription
7.2.6 Inhaltsanalyse
7.3 Ergebnisse der empirischen Studie
7.3.1 Besonderheiten des Erdkundeunterrichts
7.3.2 Umsetzung des Wissens über Wortschatzarbeit
7.3.3 Rolle der Fachlehrkräfte bei der Sprachförderung
7.3.4 Umgang mit Sprachförderung an den Schulen
7.4 Diskussion der Ergebnisse der empirischen Studie
8 Beispielstunde: Wortschatzarbeit im Erdkundeunterricht
8.1 Sprachdidaktische Begründung der Beispielstunde
8.2 Stundenverlaufsplan
9 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine gezielte Wortschatzförderung im Fach Erdkunde dazu beitragen kann, ein- und mehrsprachige Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich Wortschatz effektiv zu unterstützen. Dabei wird der Fokus auf die Verknüpfung von fachlichem Lernen und sprachlicher Entwicklung gelegt, um Bildungsgerechtigkeit in sprachlich heterogenen Klassen zu fördern.
3.1 Aufbau des mentalen Lexikons
Das mentale Lexikon ist der menschliche Wortspeicher, sozusagen das Wörterbuch in unseren Köpfen. Allerdings ähnelt das mentale Lexikon in seinem Aufbau auf keine Weise einem normalen Wörterbuch. Beide enthalten zwar ähnliche Informationen, jedoch sind diese von Inhalt und Organisation vollkommen unterschiedlich. Die Anordnung der Lexikoneinträge ist keineswegs alphabetisch wie es bei einem gängigen Wörterbuch der Fall ist, dies konnte durch die Sammlung verschiedener Versprecher belegt werden. (Aitchison, 1997) Die Organisation des mentalen Lexikons geschieht vielmehr nach Bedeutung der Einträge sowie aus den Beziehungen zwischen den Einträgen, was sie weitaus komplexer als die Organisation eines Wörterbuchs macht (Aitchison, 1997 und Rothweiler & Kauschke, 2007).
Aufgrund der Kreativität einer Sprache ist der Inhalt des entsprechenden mentalen Lexikons unbegrenzt. Es ist möglich, neue Wörter hinzuzufügen sowie Wörter in ihrer Aussprache oder Bedeutung abzuändern. Dies geschieht während des Sprechakts. Ein einfaches Wörterbuch ist in seinem Umfang weniger flexibel und kann erst mit einer neuen Auflage erweitert werden. (Aitchison, 1997) Der lexikalische Speicher ist demzufolge ein aktives System, welches ein Leben lang auf- und umgebaut wird (Rothweiler & Kauschke, 2007).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sprachliche Heterogenität in deutschen Schulen und leitet daraus die Notwendigkeit ab, Wortschatzarbeit als fächerübergreifende Aufgabe im Erdkundeunterricht zu etablieren.
2 Spracherwerb im Deutschen: Es werden die Grundlagen des Spracherwerbs vermittelt, wobei zwischen Spracherwerbstypen und verschiedenen Sprachstatus wie DaM, DaF und DaZ unterschieden wird.
3 Wortschatz und mentales Lexikon: Dieses Kapitel erläutert, wie Wissen im mentalen Lexikon gespeichert ist und wie der Wortschatz bei einem Menschen aufgebaut ist.
4 Wortschatzerwerb: Hier wird der Prozess des Wortschatzerwerbs differenziert betrachtet, wobei ein Vergleich zwischen dem Erstspracherwerb bei Kindern und dem späteren Zweitspracherwerb gezogen wird.
5 Sprachen in der Schule: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Sprachregister in schulischen Kontexten und beschreibt die fachspezifischen Herausforderungen der Geographiesprache sowie den sprachsensiblen Unterricht.
6 Wortschatzarbeit: Es werden didaktische Prinzipien der Wortschatzarbeit vorgestellt und Wege aufgezeigt, wie diese im Fachunterricht sowie durch Kompetenzentwicklung von Lehrkräften umgesetzt werden kann.
7 Empirische Studie: Wortschatzförderung im Erdkundeunterricht: Die Studie präsentiert Leitfadeninterviews mit Erdkundelehrkräften zur aktuellen Situation und zum Umgang mit sprachlichen Defiziten der Lernenden.
8 Beispielstunde: Wortschatzarbeit im Erdkundeunterricht: Dieses Kapitel liefert eine konkrete, didaktisch aufbereitete Unterrichtseinheit zum Thema Vegetationszonen, die die zuvor erarbeiteten theoretischen Prinzipien anwendet.
9 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Reflexion fasst die Notwendigkeit der Lehrerfortbildung im Bereich der Sprachförderung zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Wortschatzarbeit, Erdkundeunterricht, sprachsensibler Unterricht, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, mentales Lexikon, Scaffolding, Fachsprache, Sprachförderung, Lehrkompetenz, Bildungsstandards, Inhaltsanalyse, fachspezifische Kommunikation, Unterrichtsplanung, sprachliche Heterogenität.
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Wortschatzarbeit im Erdkundeunterricht und zeigt auf, wie Lehrkräfte sprachliche Bildung gezielt in den Fachunterricht integrieren können, um alle Schülerinnen und Schüler, besonders diejenigen mit Deutsch als Zweitsprache, besser zu unterstützen.
Die Arbeit verknüpft linguistische Grundlagen des Spracherwerbs mit konkreten fachdidaktischen Anforderungen im Geographieunterricht. Wichtige Themen sind das mentale Lexikon, der Unterschied zwischen Fach- und Bildungssprache sowie praxisnahe Methoden zur Wortschatzvermittlung.
Das Hauptziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie eine gezielte Wortschatzförderung im Fach Erdkunde dazu beitragen kann, Schülerinnen und Schüler mit Sprachförderbedarf beim Erwerb fachspezifischer Kompetenzen zu unterstützen.
Es wurde eine qualitative Forschungsstudie durchgeführt, bei der leitfadengestützte Experteninterviews mit drei Erdkundelehrkräften an unterschiedlichen Schulformen geführt und anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Spracherwerb, Lexikon, Sprache in der Schule, Methoden) und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Lehrerinterviews präsentiert, diskutiert und durch einen beispielhaften Stundenverlaufsplan in die Praxis überführt werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wortschatzarbeit, Erdkundeunterricht, sprachsensibler Fachunterricht, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Scaffolding und Lehrkräftekompetenz charakterisiert.
Erdkunde ist ein besonders medien- und fachsprachenintensives Fach, das den Lernenden ein hohes Maß an sprachlicher Abstraktion abverlangt. Da hier oft fachsprachliche Hürden bestehen, ist es prädestiniert für die Erforschung sprachsensibler Unterrichtsmethoden.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass viele Lehrkräfte im Fach Erdkunde sich im Bereich der Sprachförderung unzureichend ausgebildet fühlen. Es wird ein dringender Bedarf an verpflichtenden Fortbildungen und einer stärkeren Verankerung sprachsensibler Didaktik im Vorbereitungsdienst betont.
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