Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Momentaner Forschungsstand
3. Theoretische Modelle und Theorien
3.1 Das Adjektiv - seine Definition und Bedeutung für die deutsche Sprache
3.2 Die Bildung des Komparativs und Superlativs
3.3 Mögliche Schemata beim Erwerb des Komparativs
4. Produktionsstudie zum Erwerb des deutschen Komparativs
4.1 Ziele und Hypothesen
4.2 Methode
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Allgemeine Betrachtung der Ergebnisse
4.3.2 Auffälligkeiten und individuelle Antworten einzelner Kinder
4.4 Diskussion der Ergebnisse und Implikationen für den theoretischen Rahmen
5. Zusammenfassendes Fazit und Ausblick
6. Bibliografie
A. Anhang – Elternbrief und -fragebogen
B. Anhang – Testbogen
C. Anhang – Bilder
D. Anhang – Antworttypen und entsprechende Antworten der Kinder
Die vorliegende Arbeit untersucht den Erwerb des deutschen Komparativs bei 34 monolingual deutschsprachigen Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren. Ziel ist es herauszufinden, ob sich das Erwerbsschema der englischen Verbflexion nach Cazden (1968) auf den Komparativerwerb im Deutschen übertragen lässt und welche Rolle dabei Faktoren wie Silbenanzahl und Frequenz spielen.
1. Einleitung
„Mama, das ist *guter“, äußerte mein Neffe Yannick (5,4), als er mit seiner Mutter und mir ein Kartenspiel spielte und er seinen Spielzug verbesserte. Als Studentin der Sprachwissenschaft erweckte die von ihm verwendete grammatikalisch unkorrekte Formulierung mein Interesse. Diese von ihm verwendete ungrammatikalische Form ‚*guter‘ bringt mich zu der Frage, weshalb er einen Komparativ erfindet und nicht die existierende korrekte Form ‚besser‘ verwendet, die er durch seine Eltern und Mitmenschen wahrnimmt. Ich habe in weiteren Gesprächen mit Yannick festgestellt, dass er den unregelmäßig gebildeten Komparativ ‚stärker‘ bereits korrekt bildet und nicht wie ich erwartet habe ‚*starker‘ flektiert. Interessanterweise formulierte seine Schwester Marlena (2,10) einige Tage später die Aussage „Ich kann das besser.“. Ich vermutete bei Yannicks Schwester, dass sie den gleichen Fehler begeht, da sie gemeinsam aufwachsen und Marlena viel jünger ist. Dementsprechend stellt sich für mich die Frage, weshalb Yannick Fehler begeht, die Marlena nicht macht, obwohl beide in etwa demselben sprachlichen Umfeld aufwachsen.
Aufgrund dieser Äußerungen habe ich begonnen mich mit dem Erwerb des Komparativs auseinanderzusetzen. Dabei habe ich festgestellt, dass Adjektive im Allgemeinen eine wichtige Rolle in der deutschen Sprache einnehmen. Trotz dieser entscheidenden Rolle, die ein Adjektiv neben Substantiven und Verben einnimmt, findet man bislang nur sehr wenige Studien zum Erwerb des deutschen Adjektivs speziell des Komparativs. Bisher wurden hauptsächlich Studien zum Erwerb der Verbflexion, des deutschen Plurals und der Wortbildung durchgeführt. Der Plural weist zwar im Gegensatz zum Adjektiv weitaus mehr Unregelmäßigkeiten auf, trotzdessen findet man bei der Beobachtung des Komparativerwerbs ebenfalls sehr interessante Phänomene wie Übergeneralisierungen und Neuschöpfungen. Da der Morpholgieerwerb im Allgemeinen keinen einheitlichen Prozess darstellt, sondern abhängig vom morphologischen Prozess unterschiedlich abläuft, ist für die Forschung im Bereich des Spracherwerbs von Interesse, einzelne Bereiche des Morphologieerwerbs mit Hilfe von verschiedenen Studien genauer zu betrachten.
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation für die Arbeit, ausgehend von kindlichen Äußerungen beim Komparativerwerb, und führt in die Fragestellung der Studie ein.
2. Momentaner Forschungsstand: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über bestehende Studien zum Komparativerwerb im Deutschen und Englischen sowie relevante linguistische Theorien.
3. Theoretische Modelle und Theorien: Es werden Grundlagen zu Adjektiven, Komparation sowie Erwerbsschemata nach Cazden und Clark erläutert, um das theoretische Gerüst der Studie zu bilden.
4. Produktionsstudie zum Erwerb des deutschen Komparativs: Das Kapitel detailliert die Ziele, Hypothesen, methodische Vorgehensweise und Ergebnisse der durchgeführten Querschnittstudie bei Kindern.
5. Zusammenfassendes Fazit und Ausblick: Die Autorin zieht Bilanz über die Übertragbarkeit des Erwerbsschemas von Cazden und gibt Anregungen für weiterführende Forschungsansätze.
Komparativ, Spracherwerb, Adjektivflexion, Morphologie, Produktionsstudie, Querschnittstudie, Übergeneralisierung, regelmäßige Adjektive, unregelmäßige Adjektive, Kindersprache, linguistische Entwicklung, Cazden-Schema, Komparation, Wortbildung.
Die Arbeit untersucht den Erwerb der Komparativbildung bei deutschsprachigen Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren durch eine empirische Produktionsstudie.
Im Fokus stehen die morphologische Flexion von Adjektiven, der Vergleich von regelmäßigen und unregelmäßigen Steigerungsformen sowie der Einfluss von Silbenlänge und Input-Frequenz.
Es wird untersucht, ob sich das von Cazden (1968) aufgestellte Erwerbsschema zur englischen Verbflexion auch auf den Erwerb des deutschen Komparativs übertragen lässt.
Die Autorin nutzt ein Elizitierverfahren im Rahmen einer Querschnittstudie, bei dem 34 Kinder durch gezielte Satzstrukturen dazu animiert werden, Komparative von existierenden Adjektiven und Kunstwörtern zu produzieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung der Produktionsstudie (inklusive Zielsetzung, Methode, Ergebnisstatistiken und Fehleranalysen) sowie die Diskussion der Ergebnisse im theoretischen Kontext.
Wichtige Begriffe sind Komparativ, Spracherwerb, Morphologie, Übergeneralisierung und Adjektivflexion.
Die Kunstwörter dienen dazu, festzustellen, ob Kinder lediglich bekannte Formen auswendig gelernt haben oder ob sie in der Lage sind, abstrahierte Regeln auf unbekanntes Material anzuwenden.
Da die Tilgung des Vokals bei fast allen untersuchten Kindern korrekt erfolgte, vermutet die Autorin, dass diese morphologische Regel bereits vor dem Alter von drei Jahren erworben wird.
Die Autorin weist darauf hin, dass Kinder unterschiedliche Stadien der linguistischen Entwicklung durchlaufen und individuelle Faktoren, wie der sprachliche Input im sozialen Umfeld, eine Rolle spielen.
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