Bachelorarbeit, 2013
93 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Autismus-Spektrum-Störungen
2.2 Der Autismus-Spektrum-Quotient (AQ)
2.3 Gesichtsverarbeitung im Spektrum der autistischen Symptomatik
2.3.1 Rekognition bekannter Gesichter
2.3.2 Rekognition neu gelernter Gesichter
2.3.3 Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke
2.3.4 Abgleich unbekannter Identitäten
2.3.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil
3 Hypothesenformulierung
4 Methoden
4.1 Stichprobe
4.2 Messinstrumente
4.2.1 Die abhängigen Variablen
4.2.2 Facial expressions of emotion: stimuli and tests (FEEST)
4.2.3 Glasgow Face Matching Test (GFMT)
4.2.4 Die unabhängigen Variablen
4.3 Durchführung
4.4 Verwendete statistische Verfahren
5 Ergebnisse
5.1 Überprüfung der Hypothesen
5.1.1 Prüfung der Hypothese 1
5.1.2 Prüfung der Hypothese 2
5.1.3 Prüfung der Hypothese 3
5.1.4 Prüfung der Hypothese 4
5.1.5 Prüfung der Hypothese 5
5.2 Explorative Untersuchung der Emotionen des FEEST
5.3 Multiple Lineare Regressionsanalyse
6 Diskussion
6.1 Rekognition bekannter Gesichter
6.2 Rekognition neu gelernter Gesichter
6.3 Rekognition emotionaler Gesichtsausdrücke
6.4 Abgleich unbekannter Identitäten
6.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil
6.6 Weitere mögliche Einflussfaktoren auf die Ergebnisse
6.7 Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Grad an autistischen Charakterzügen in der neurotypischen Bevölkerung als Prädiktor für individuelle Unterschiede in der Gesichtsverarbeitung dienen kann. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob mit ansteigender Ausprägung autistischer Symptome Defizite in der Erkennung bekannter und neu gelernter Gesichter, im Abgleich unbekannter Identitäten sowie in der Verarbeitung visueller Stimuli einhergehen.
2.3.5 Perzeptueller Verarbeitungsstil
Viele Studien gehen davon aus, dass Autisten bei der Gesichtsverarbeitung anormale Strategien verwenden (Behrmann et al., 2006b; Dawson, Webb, & McPartland, 2005; Lahaie et al., 2006). So wird in der Forschung wiederholt von einem lokalen Bias autistischer Menschen gesprochen, der sich in einer verbesserten Verarbeitung von Details verdeutlicht (s. Review Behrmann et al., 2006b). Oft wird dies auf die Hypothese der schwachen zentralen Kohärenz zurückgeführt, nach der es Autisten schwerer fällt, gesammelte Einzelheiten in eine Beziehung zu setzen und diesem Zusammenhang (Kohärenz) eine Bedeutung beizumessen (Maud & Hanne, 2011).
Diese Hypothese schien sich unter anderem dadurch zu bestätigen, dass Autisten keinen Inversionseffekt bezüglich der Verarbeitung von invertiert dargebotenen Gesichtern zeigten (Behrmann et al., 2006b). In der neurotypischen Bevölkerung wird ein Gesicht zumeist im Ganzen wahrgenommen und verarbeitet. Gesichtsinversion unterbindet jedoch dieses ganzheitliche Verarbeitungsmuster (Freire, Lee, & Symons, 2000), sodass die Leistungen bei solchen Aufgaben im Gegensatz zu aufrechten Gesichtern abnehmen (Lahaie et al., 2006). Bei Autisten konnten einige Studien diesen Inversionseffekt allerdings nicht nachweisen. Dies führte zu der Annahme, welche die Hypothese der schwachen zentralen Kohärenz stützt, dass Autisten Gesichter weniger ganzheitlich, sondern eher merkmalsbasiert, das heißt die Eigenschaften im Einzelnen, verarbeiten (Weigelt et al., 2012). Jedoch wurde diese Vermutung durch die Empirie nicht einheitlich bestätigt (Behrmann et al., 2006a). So konnte selbst der Inversionseffekt in der jüngeren Forschung bei autistischen Probanden entdeckt werden (für einen Überblick s. Weigelt et al., 2012).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die interindividuellen Unterschiede bei der Fähigkeit zur Gesichtsverarbeitung dar und führt den Autismus-Spektrum-Quotienten als potenziellen Faktor für Leistungsvariationen in der neurotypischen Bevölkerung ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Autismus-Spektrum-Störungen, den AQ-Fragebogen sowie aktuelle Forschungsergebnisse zur Gesichtsverarbeitung bei autistischer Symptomatik, inklusive perzeptueller Verarbeitungsstile.
3 Hypothesenformulierung: Basierend auf der Literaturrecherche werden fünf Hypothesen aufgestellt, die einen negativen Zusammenhang zwischen autistischen Charakterzügen und verschiedenen Leistungen der Gesichtsverarbeitung annehmen.
4 Methoden: Es wird der Aufbau der Studie beschrieben, inklusive der Stichprobe von 175 Probanden sowie der eingesetzten Testinstrumente (BFFT, CFMT, FEEST, GFMT, TFAT, Navon-Aufgabe).
5 Ergebnisse: Die statistischen Auswertungen mittels linearer Regressionsanalysen werden präsentiert, wobei die Mehrheit der aufgestellten Hypothesen nicht bestätigt werden konnte.
6 Diskussion: Die nicht signifikanten Ergebnisse werden interpretiert, methodische Aspekte sowie mögliche kompensatorische Strategien diskutiert und ein Fazit zur Eignung des AQ für diese Forschungszwecke gezogen.
Gesichtsverarbeitung, Autismus-Spektrum-Quotient, AQ, Prosopagnosie, Emotionserkennung, Gesichtsrekognition, schwache zentrale Kohärenz, Navon-Aufgabe, perzeptueller Verarbeitungsstil, neurotypische Bevölkerung, Leistungsunterschiede, Persönlichkeitspsychologie, Bielefelder Famous Faces Test, Cambridge Face Memory Test, Glasgow Face Matching Test
Die Bachelorarbeit untersucht, ob milde autistische Symptome, gemessen durch den Autismus-Spektrum-Quotienten (AQ), bei neurotypischen Menschen mit individuellen Leistungsunterschieden in verschiedenen Tests zur Gesichtsverarbeitung korrelieren.
Die Themen umfassen die Gesichts- und Emotionserkennung, den perzeptuellen Verarbeitungsstil (lokal vs. global) sowie die dimensionale Betrachtung von autistischen Charakterzügen außerhalb des klinischen Bereichs.
Das Ziel ist die Eruierung des Grades an autistischen Charakterzügen als Prädiktor für die individuelle Leistungsfähigkeit bei Aufgaben der Gesichtserkennung und Identitätsprüfung.
Es werden Daten von 175 Probanden analysiert, wobei einfache und multiple lineare Regressionsanalysen zur Prüfung der Zusammenhänge zwischen den Testleistungen und den AQ-Werten eingesetzt werden.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen, die detaillierte Vorstellung der Testbatterie (wie BFFT, CFMT, FEEST, GFMT), die Ergebnisse der Regressionsanalysen sowie eine ausführliche Diskussion über die statistischen Befunde.
Gesichtsverarbeitung, Autismus-Spektrum-Quotient, Emotionserkennung, perzeptueller Verarbeitungsstil, neurotypische Bevölkerung und kognitive Leistungsvariationen.
Die Autorin diskutiert methodische Mängel, wie eine mögliche Unschärfe des AQ bei neurotypischen Personen oder den Einsatz von kompensatorischen Strategien durch die Probanden, als mögliche Gründe für die ausbleibenden signifikanten Ergebnisse.
Die Navon-Aufgabe dient zur Erfassung des perzeptuellen Verarbeitungsstils, um zu prüfen, ob autistische Charakterzüge mit einem lokalen Fokus (Detailverarbeitung) anstatt eines globalen Fokus (Ganzheitliche Verarbeitung) einhergehen.
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