Bachelorarbeit, 2019
51 Seiten
1. Einleitung
2. Das Geschichtsdrama in Deutschland
2.1 Gattungsdiskussion und Charakteristik der Gattung Geschichtsdrama
2.2 Entwicklungstendenzen des Geschichtsdramas in Deutschland bis zum 19. Jahrhundert
2.3 Zwischen Revolution und Restauration – die besondere Situation im Vormärz
3. Der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe, die Geschichte und das Drama Napoleon oder die hundert Tage
3.1 Annäherungen an Grabbes Welt- und Geschichtsbild
3.2 Grabbes Geschichtsbild und die dramaturgischen Innovationen in Napoleon oder die hundert Tage
4. Zwei ganz besondere Aspekte - Die Vielen und der Einzelne
4.1 Darstellung und Funktion der Masse bei Grabbe
4.2 Napoleon zwischen Akteur und Statist – Entmythisierung eines Helden?
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die dramaturgischen Innovationen in Christian Dietrich Grabbes Geschichtsdrama "Napoleon oder die hundert Tage". Dabei steht im Zentrum, wie Grabbe durch ein zyklisches, anti-idealistisches Geschichtsbild und eine neuartige ästhetische Gestaltung die Gattung des Geschichtsdramas erneuert und die Moderne antizipiert.
3.2 Grabbes Geschichtsbild und die dramaturgischen Innovationen in Napoleon oder die hundert Tage
Im Hauptteil angelangt soll nun Grabbes Napoleon hinsichtlich der damit verbundenen Innovationen des Geschichtsdramas bzw. auch des Dramas allgemein untersucht werden. Sein Geschichtsbild spielt dabei wie schon erwähnt eine wichtige Rolle, denn die Art und Weise wie Grabbe Geschichte auf der Bühne erscheinen lässt – so viel sei vorab verraten - spiegelt einerseits seine Ansichten wieder und trägt andererseits zur Entstehung des neuen Typus von Drama bei, an dem Grabbe hier experimentiert.
Bereits vor Erscheinen des Werkes im Jahr 1831 und während der Arbeit an selbigem, schreibt Grabbe im August 1830 in einem Brief an Verleger Kettembeil, dass Napoleon etwas Neuartiges werde, etwas, was das gegenwärtige Theater noch nicht gesehen hat: „Napoleon wird eigen, - das jetzige Theater taugt nichts, - meines sey die Welt […]“ (HKA, S. 309) Zum gegenwärtigen, klassischen Theater hegt Grabbe eine große Ablehnung und gleichzeitig beabsichtigt er also, nun ein ganz neues Stück bzw. eine neue Form von Theater zu schaffen, dass die Welt und damit ein Modell sei. Noch weiter geht er dann im Februar 1831, wenn er mit seinem Napoleon eine Revolution anbahnt: „Wir haben verdient, mit dem Napoleon eine dramatisch-epische Revolution und Glück zu machen.“ (HKA, S. 323) Womit wir beim gerade angesprochenen Aspekt der Revolution der Bühne wären. Aus beiden Passagen wird ersichtlich, dass Grabbe sich selbst viel von seinem Napoleon versprach und einiges mit ihm bewirken wollte, eben bis hin zu einer Revolution des Dramas. Grabbe-Experte Lothar Ehrlich hat eine klare Meinung zu Grabbes Stück: „Dieses Drama markiert nicht nur den Höhepunkt in Grabbes Schaffen, sondern zugleich einen Wendepunkt in der Entwicklung des deutschen Geschichtsdramas.“
1. Einleitung: Die Einleitung verortet Christian Dietrich Grabbe in der Literaturgeschichte und umreißt das Ziel, sein Drama "Napoleon oder die hundert Tage" als zentralen Ausgangspunkt für innovative Entwicklungen im Geschichtsdrama zu analysieren.
2. Das Geschichtsdrama in Deutschland: Dieses Kapitel diskutiert gattungstheoretische Definitionen des Geschichtsdramas, dessen Entwicklung bis ins 19. Jahrhundert sowie die gesellschaftspolitischen Bedingungen der Vormärz-Epoche.
3. Der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe, die Geschichte und das Drama Napoleon oder die hundert Tage: Der theoretische Rahmen von Grabbes Welt- und Geschichtsbild wird erläutert und mit der dramaturgischen Praxis in "Napoleon oder die hundert Tage" verknüpft, wobei Grabbes Abkehr vom Idealismus im Fokus steht.
4. Zwei ganz besondere Aspekte - Die Vielen und der Einzelne: Hier werden die Darstellung der Masse und der Figur Napoleon detailliert analysiert, wobei besonders die Labilität der Menge und die Entmythisierung des "großen Mannes" im Zentrum stehen.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit bestätigt die innovatorische Leistung Grabbes, der mit "Napoleon" die Gattungsgrenzen sprengte und ästhetische Verfahren einführte, die weit in die Moderne weisen.
Christian Dietrich Grabbe, Napoleon oder die hundert Tage, Geschichtsdrama, Vormärz, Historismus, Anti-Idealismus, Weltschmerz, dramaturgische Innovation, Massendarstellung, Entmythisierung, Napoleon Bonaparte, Geschichtsphilosophie, Mediengeschichte, Filmtechnik-Antizipation, Literaturtheorie.
Die Arbeit analysiert das Geschichtsdrama "Napoleon oder die hundert Tage" von Christian Dietrich Grabbe und untersucht, inwiefern dieses Werk als innovativer Wendepunkt für das deutsche Drama und die Gattung des Geschichtsdramas gelten kann.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Gattung Geschichtsdrama, dem Vormärz als historischem Hintergrund, dem Einfluss von Grabbes Weltschmerz und Pessimismus auf seine Dramatik sowie der Darstellung von Massenszenen und Heldenfiguren.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grabbe durch eine spezifische Ästhetik und ein zyklisches Geschichtsbild eine neuartige Form des Geschichtsdramas etabliert hat, die mit traditionellen Konventionen bricht und die Moderne vorwegnimmt.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse unter Einbeziehung biografischer Studien, zeitgenössischer Briefe sowie einer umfassenden Literaturanalyse und Forschungsdiskussion zum Thema Geschichtsdrama.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Grabbes Geschichtsbild, die Analyse seiner dramaturgischen Neuerungen, das Verhältnis zwischen Masse und Einzelnem sowie die spezifische Darstellung Napoleons zwischen Mythos und historischer Desillusionierung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Grabbes Anti-Idealismus, die zyklische Geschichtsbetrachtung, die mediale Antizipation von Schlachtenszenen und die Gattungsinnovation des Geschichtsdramas.
Der Begriff bezieht sich auf die detaillierten und filmreifen Regieanweisungen, die Grabbe einsetzte, um Schlachtenszenen und Massenbewegungen darzustellen, die erst später durch moderne Medientechnik adäquat umsetzbar wurden.
Die Arbeit stellt fest, dass Grabbe zwar keine idealisierte "Volksmacht" darstellt, aber die Interaktion zwischen der manipulierbaren Masse und dem vermeintlich "großen Mann" so differenziert wie kein Dramatiker zuvor auf die Bühne bringt.
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