Diplomarbeit, 2005
93 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Risikomanagement
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 "Risiko" und "Chance"
2.1.2 Abgrenzungen des Begriffes Risiko
2.1.3 Ursprung des Risikomanagements
2.1.4 Risk Management versus Risikomanagement
2.2 Kategorisierung und Systematisierung von Risiken
2.3 Ziele des Risikomanagements
2.4 Ebenen des Risikomanagements
2.4.1 Normatives Risikomanagement
2.4.2 Strategisches Risikomanagement
2.4.3 Operatives Risikomanagement
2.5 Ansätze des Risikomanagements
2.5.1 Menschliches Fehlverhalten als Ausgangspunkt von Risiken
2.5.2 Einsatz technischer Systeme als Ausgangspunkt von Risiken
2.5.3 Organisationsfehler als Ausgangspunkt von Risiken
2.6 Der Risikomanagementprozess
2.6.1 Phase 1: Risikoidentifizierung
2.6.2 Phase 2: Risikobewertung
2.6.3 Phase 3: Risikobewältigung
2.6.4 Phase 4: Risiko-Controlling
2.7 Rechtliche Grundlagen des Risikomanagements
2.7.1 Corporate Governance als Auslöser für Gesetzesänderungen
2.7.2 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
2.7.3 Kreditwesengesetz
2.7.4 rechtliche Verpflichtung für Nicht-Kapitalgesellschaften
2.7.5 Baseler Eigenkapitalrichtlinien
3 Risikomanagementsystem
3.1 Systembildende Elemente
3.1.1 Risikomanagement-Strategie
3.1.2 Risikomanagement-Organisation
3.1.3 Risikomanagement-Kultur
3.2 Systemkoppelnde primäre Elemente
3.2.1 Frühwarnsystem
3.2.2 Risikocontrolling
3.2.3 Internes Überwachungssystem
3.3 Systemkoppelnde sekundäre Elemente
3.3.1 Risikomanagement und Qualitätsmanagement
3.3.2 Risikomanagement und Balanced Scorecard
3.4 Risikomanagement-Handbuch
3.5 EDV-Unterstützung des Risikomanagements
4 Risikomanagement im Krankenhaus
4.1 aktuelle Situation der Krankenhäuser
4.2 Risiken und Chancen der Krankenhäuser
4.2.1 ökonomische Risiken der Krankenhäuser
4.2.2 Risiken des klinischen Risikomanagements
4.3 Instrumente des Risikomanagements in Krankenhäusern
4.3.1 Incident Reporting System
4.3.2 klinische Behandlungspfade mit integrierten Risiko-Kontrollpunkten
4.4 Notwendigkeit des Risikomanagements für Krankenhäuser
5 Implementierung eines Risikomanagementsystems in einem Krankenhaus
5.1 Implementierung im Rahmen eines Projektes
5.2 Entscheidung der Unternehmensleitung
5.3 Workshop des Top-Managements
5.3.1 Unternehmensziele
5.3.2 Umfang einzubindender Ressorts, Abteilungen, Prozesse
5.3.3 Festlegung der spezifischen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche
5.3.4 Definition der Wesentlichkeitskriterien
5.3.5 Definition der Risikoarten
5.3.6 Festlegung der Berichtsform
5.4 Analyse der Momentansituation des Unternehmens
5.5 Analyse einzelner Abteilungen
5.6 Konzeption des Risikomanagements
5.6.1 Festlegung der Verantwortungen und Aufgaben des Risikomanagement-Prozesses
5.6.2 Festlegung von aussagekräftigen Frühwarnindikatoren
5.6.3 Ausgestaltung des Risikomanagement-Handbuchs
5.6.4 Auswahl geeigneter Software
5.7 Pilotphase
5.8 Einführung des Risikomanagements
5.9 Evaluation des Risikomanagementsystems
5.9.1 Evaluation der Implementierung
5.9.2 regelmäßige Audits
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über das Risikomanagement im Krankenhaus zu geben und einen möglichen Projektverlauf für die Implementierung eines solchen Managementsystems darzustellen, um die Existenzsicherung des Krankenhauses zu unterstützen.
2.6.1.1 Kollektionsmethoden
Zur Identifikation bestehender bzw. offensichtlicher Risiken eignen sich vorwiegend Kollektionsverfahren (vgl. Romeike 2003b: 174). Es werden im Folgenden die Methoden Checklisten, SWOT-Analyse, Interview, Self-Assessment und Risikoidentifikations-Matrix kurz dargestellt:
Checklisten
Die in der Praxis am häufigsten angewendete Form, Risiken zu identifizieren, ist die Verwendung von Checklisten. Hiermit werden in der Regel Risikoquellen identifiziert. Eine Schwierigkeit bei der Verwendung von Checklisten ist der hohe Aggregationsgrad, da in der Regel nicht auf die Einzelrisiken und deren Wechselwirkungen geschlossen werden kann. Eine weitere Problematik bei der Fokussierung auf Checklisten liegt in der mangelnden Vollständigkeit und dem starren Raster, was "...dem revolvierenden Charakter der Risikoidentifikation entgegensteht." (Romeike 2003b: 175) Checklisten können daher allenfalls einen Ausgangspunkt für die Risikoidentifikation darstellen (vgl. a.a.O.: 175).
SWOT-Analyse
Mit Hilfe der SWOT-Analyse (SWOT = strenths, weaknesses, opportunities and threats) können aus der Markt-, Wettbewerbs- und Organisationsanalyse Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken abgeleitet werden. Das Ergebnis der Analyse ist eine genaue Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Zustandes. Sie liefert klare Erkenntnisse über den Ist-Zustand der eigenen Organisation (Kernkompetenzen), die Zielgruppen (Zielgruppenfokus und -bedürfnisse), das Wettbewerbsumfeld (Positionierung, Leistungsumfang, Alleinstellungsmerkmale) und die Aufstellung im Markt (Marktpräsenz) (vgl. a.a.O.: 175).
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Wahl des Themas Risikomanagement im Krankenhaus vor dem Hintergrund aktueller gesetzlicher Entwicklungen und der Notwendigkeit zur systematischen Risikofrüherkennung.
2 Grundlagen zum Risikomanagement: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und erläutert die verschiedenen Ebenen, Ansätze sowie den klassischen Prozess des Risikomanagements.
3 Risikomanagementsystem: Hier werden die strukturellen Komponenten eines Risikomanagementsystems, einschließlich Strategie, Organisation und technischer Unterstützung, detailliert beschrieben.
4 Risikomanagement im Krankenhaus: Das Kapitel beleuchtet die spezifische Situation von Krankenhäusern und differenziert zwischen ökonomischen sowie klinischen Risiken, insbesondere in Bezug auf Behandlungsqualität und Haftungsrecht.
5 Implementierung eines Risikomanagementsystems in einem Krankenhaus: Dieser Abschnitt dient als praktischer Leitfaden für die projektbasierte Einführung eines Risikomanagementsystems, von der Entscheidung bis zur Evaluation.
6 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Bedeutung von Risikomanagement als Führungsinstrument zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Etablierung in Deutschland analog zu internationalen Standards.
Risikomanagement, Krankenhaus, Risikokultur, Risikostrategie, Risikoanalyse, Risikoidentifizierung, Risikobewertung, Risikobewältigung, Risikocontrolling, Patientensicherheit, Behandlungsfehler, Haftungsrecht, KonTraG, Projektmanagement, Qualitätsmanagement
Die Diplomarbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und der praktischen Implementierung eines Risikomanagementsystems im Krankenhausumfeld.
Die Arbeit behandelt die Grundlagen des Risikomanagements, rechtliche Rahmenbedingungen wie das KonTraG, klinische Risiken im Behandlungsprozess sowie Methoden zur Einführung eines solchen Systems.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Krankenhäuser ihre Existenzsicherung durch eine systematische Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken stärken können.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte des allgemeinen Risikomanagements auf die spezifischen Anforderungen und Prozesse im Krankenhaus überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Grundlagen, der spezifischen Risiken im Krankenhaussektor und der konkreten Schritte für den Projektverlauf einer Implementierung.
Zentrale Begriffe sind Risikomanagement, Krankenhaus, Patientensicherheit, Risikoanalyse, Haftungsrecht, Implementierung und Prozessoptimierung.
Aufgrund von DRG-Fallpauschalen, steigendem Wettbewerbsdruck und komplexen Haftungsrisiken bei Behandlungsfehlern ist ein systematischer Umgang mit Risiken für Krankenhäuser essenziell zur Existenzsicherung.
Eine positive Fehlerkultur ist zwingend erforderlich, damit Mitarbeiter Risiken offen ansprechen und als Lernchancen begreifen können, anstatt Fehler zu verschleiern.
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