Fachbuch, 2020
70 Seiten
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Einführung in die Unternehmensbewertung
1.5 Anlässe und Bewertungszweck
2 Klassische Verfahren der Unternehmensbewertung
2.1 Verfahren zur Unternehmensbewertung im Überblick
2.2 Einzelbewertungsverfahren
2.3 Gesamtbewertungsverfahren
2.3.1 Discounted-Cashflow-Verfahren
2.3.2 Ertragswertverfahren
2.3.3 Multiplikator-Verfahren
2.4 Bewertungsprobleme und optionsbasierter Lösungsansatz
3 Der Realoptionsansatz zur Bewertung von Handlungsflexibilitäten
3.1 Handlungsflexibilitäten bewerten
3.2 Optionstheoretische Grundprinzipien
3.3 Prinzipielle Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen
3.4 Klassifikation von Realoptionen
3.4.1 Warteoption
3.4.1.1 Option auf stufenweise Investition
3.4.1.2 Abbruchoption
3.4.1.3 Erweiterungs- und Einschränkungsoption
3.4.1.4 Umstellungsoption
3.4.1.5 Wachstumsoption
3.5 Bewertungsmodelle
3.5.1 Binomial-Modell
3.5.2 Black-Scholes-Modell
4 Die komplementäre Anwendung des Realoptionsansatzes und klassischen Methoden
4.1 Integration des Realoptionsansatzes
4.2 Kritische Reflexion des Realoptionsansatzes
4.3 Kritische Reflexion der klassischen Verfahren
4.4 Anwendungsgebiete
4.5 Problematik der praktischen Anwendbarkeit
5 Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über Methoden der Unternehmensbewertung zu geben, deren Schwächen bei der Erfassung unternehmerischer Handlungsflexibilitäten zu identifizieren und den Realoptionsansatz als komplementäres Bewertungsinstrument vorzustellen. Dabei wird analysiert, wie durch diesen Ansatz eine exaktere Unternehmensbewertung gelingen kann und welche Grenzen den praktischen Einsatz limitieren.
3.1 Handlungsflexibilitäten bewerten
Die internationale Unternehmenslandschaft ist heute durch gestiegene Unsicherheit gekennzeichnet, wobei die Gründe hierfür vielfältig sind: Globalisierung, verkürzte Produktlebenszyklen, disruptive Trends sowie die rasante Weiterentwicklung der Technologien sind als Beispiele zu nennen. Um dieser Unsicherheit gegenüberzutreten, wird unternehmerische Flexibilität im Allgemeinen als entsprechendes Mittel gesehen. Dabei wird diese Flexibilität als werthaltig eingestuft, da Unternehmen dadurch von unerwartet positiven Entwicklungen profitieren oder sich vor Verlusten aus unerwartet negativen Entwicklungen schützen können. Die Missachtung von unternehmerischer Flexibilität im Zuge von Unternehmensbewertungen führt folglich zu einer systematischen Unterbewertung und zu Fehlentscheidungen. Um diese Handlungsflexibilitäten gerade auch für junge Unternehmen der New Economy quantifizieren zu können, beschäftigte sich die Literatur speziell in den letzten zwei Jahrzehnten, letztlich ausgehend vom Börsencrash Ende der 1990er Jahre sowie dem Platzen der Dotcom-Blase 2000, vermehrt mit dem Realoptionsansatz.
Ertragswertverfahren sowie DCF-Verfahren vermochten in diesem Zusammenhang die tatsächlich bei Transaktionen bezahlten Preise nicht mehr zu erklären, die erzielten Wertdifferenzen wurden zum Teil mit vorhandener Handlungsflexibilität in Form von Realoptionen begründet. Obwohl sehr viel Literatur und eine steigende Anzahl von Fachbüchern zu diesem Thema vorhanden ist, wird der Realoptionsansatz in der Praxis (noch) nicht verbreitet eingesetzt.
Fischer Black und Myron Scholes gelang 1973 mit der Veröffentlichung einer Bewertungsformel ein Meilenstein im Hinblick auf die Bepreisung von Optionen. Auch Cox, Ross und Rubinstein konnten 1979 das sogenannte Binomial-Modell zur Erfassung von Optionspreisen entwickeln. Erst Myers setzte 1977 die Optionspreistheorie mit der Bewertung von Unternehmen in Verbindung und erkannte, dass sich der Unternehmenswert nicht nur aus dem durch die klassischen Methoden ermittelten Werten zusammensetzt, sondern auch aus Wachstumsmöglichkeiten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensbewertung ein und stellt die Relevanz der Quantifizierung von Handlungsflexibilitäten sowie die Forschungsfrage der Arbeit dar.
2 Klassische Verfahren der Unternehmensbewertung: Hier werden die etablierten Bewertungsansätze, wie Einzel- und Gesamtbewertungsverfahren, erläutert und deren konzeptionelle Schwächen in Bezug auf eine statische Zukunftsorientierung analysiert.
3 Der Realoptionsansatz zur Bewertung von Handlungsflexibilitäten: Dieses Kapitel führt in die Theorie der Realoptionen ein, erläutert die Analogie zu Finanzoptionen und stellt relevante Bewertungsmodelle wie das Binomial- und Black-Scholes-Modell vor.
4 Die komplementäre Anwendung des Realoptionsansatzes und klassischen Methoden: Hier wird die Integration des Realoptionsansatzes als Ergänzung zu klassischen Methoden diskutiert und auf Anwendungsgebiete sowie die praktische Anwendbarkeit eingegangen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung des Realoptionsansatzes als wichtiges, wenn auch komplexes Instrument zur Bewertung der Handlungsflexibilität.
Unternehmensbewertung, Realoptionsansatz, Handlungsflexibilität, Discounted-Cashflow-Verfahren, Ertragswertverfahren, Finanzoptionen, Unternehmenswert, Investitionsentscheidung, Black-Scholes-Modell, Binomial-Modell, Kapitalmarkt, Bewertungspraxis, strategische Flexibilität, Unternehmensführung, Unsicherheit.
Die Arbeit befasst sich mit Methoden der Unternehmensbewertung und untersucht, wie klassische Verfahren durch den sogenannten Realoptionsansatz ergänzt werden können, um Handlungsflexibilitäten von Unternehmen besser zu erfassen.
Die zentralen Felder umfassen die kritische Analyse klassischer Bewertungsverfahren, die theoretische Herleitung des Realoptionsansatzes mittels Analogie zu Finanzoptionen sowie die Untersuchung der praktischen Anwendbarkeit dieser Methode als komplementäres Instrument.
Das primäre Ziel ist es, die Schwächen klassischer Verfahren bei der Bewertung von Handlungsspielräumen aufzuzeigen und zu prüfen, wie der Realoptionsansatz zur exakteren Quantifizierung des Unternehmenswertes beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Literaturarbeit, die den aktuellen Forschungsstand aufarbeitet, sowie auf der theoretischen Analyse und kritischen Reflexion bestehender Bewertungskonzeptionen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer Bewertungsverfahren, die detaillierte Einführung in den Realoptionsansatz inklusive seiner Klassifizierung und Bewertungsmodelle sowie die theoretische Erörterung seiner komplementären Nutzung in der Praxis.
Wesentliche Begriffe sind Unternehmensbewertung, Realoptionsansatz, Handlungsflexibilität, Discounted-Cashflow-Verfahren, Ertragswertverfahren und die Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen.
Klassische Verfahren basieren meist auf einer statischen Zukunftsannahme und unterstellen ein passives Management, wodurch sie wertvolle Handlungsspielräume – also Realoptionen – bei der Bewertung vernachlässigen.
Nein, aufgrund der hohen mathematischen Komplexität und der Schwierigkeit, alle Optionswerte eines Unternehmens zu identifizieren, wird der Realoptionsansatz in der Literatur primär als komplementäres Instrument zu klassischen Verfahren empfohlen.
Die Arbeit schlägt vor, sich auf die Bewertung isoliert lösbarer Teilprobleme, etwa auf Projektebene, zu beschränken, anstatt zu versuchen, das gesamte Unternehmen ausschließlich über Realoptionen zu bewerten.
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