Bachelorarbeit, 2019
41 Seiten, Note: 1.7
1. EINLEITUNG
2. DAS KONZEPT DER LEBENSWELTORIENTIERUNG
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1.1 Lebenswelt
2.1.2 Alltag
2.1.3 Lebensweltorientierung
2.2 DIE REKONSTRUKTION DER LEBENSWELT
2.3 DIMENSIONEN DER LEBENSWELTORIENTIERTEN ARBEIT
2.4 HANDLUNGSMAXIME DER LEBENSWELTORIENTIERTEN ARBEIT
3. GRUNDLAGEN DER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
3.1 BEGRIFFSBESCHREIBUNG
3.2 ERSCHEINUNGSFORMEN DER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG
3.3 SYMPTOMATIK
4. EINGLIEDERUNGSHILFE NACH §35A SGB VIII
4.1 INHALT UND BEDEUTUNG
4.2 ART UND ZIEL DER LEISTUNGEN
5. LEBENSWELTORIENTIERTE ARBEIT MIT MENSCHEN MIT AUTISMUS
5.1 DIMENSIONEN DER LEBENSWELTORIENTIERUNG IN DER WAHRNEHMUNG VON AUTISTEN
5.2 RÜCKSCHLÜSSE FÜR DIE HANDLUNGSMAXIME DER LEBENSWELTORIENTIERTEN ARBEIT
5.3 DIE BEDEUTUNG DER LEBENSWELTORIENTIERUNG FÜR DIE FREIZEITBEGLEITUNG VON AUTISTEN
6. FAZIT
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine theoretische und praktische Verbindung zwischen dem Konzept der Lebensweltorientierung und der Arbeit mit Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) herzustellen. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern lebensweltorientierte Ansätze, insbesondere im Rahmen der ambulanten Freizeitbegleitung nach §35a SGB VIII, dazu beitragen können, die Lebensqualität und Teilhabemöglichkeiten autistischer Menschen zu verbessern, indem ihre spezifische Wahrnehmung der Welt und ihre individuellen Bedürfnisse stärker berücksichtigt werden.
3.1 Begriffsbeschreibung
Der Begriff Autismus umfasst eine Gruppe von Entwicklungsstörungen des Gehirns. Der Oberbegriff dafür lautet Autismus-Spektrum-Störung (ASS), welcher Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung beinhaltet. Der Autismus Begriff wurde erstmals von dem Schweizer Psychiater Bleuler im Jahr 1911 verwendet, womit er jedoch eine Form der Schizophrenie beschrieb und damit nicht viel mit dem heute bekannten Störungsbild zu tun hat (vgl. Freitag 2017, S.1). „Der Terminus „Autismus“ wurde beinahe gleichzeitzeitig und dennoch unabhängig voneinander von Leo Kanner (1943) und Hans Asperger (1944) im Sinne des heutigen Verständnisses verwendet“ (ebd.), welche damit die Störungsbilder beschrieben, die heute als Frühkindlicher Autismus und Asperger Autismus bekannt sind.
Der Frühkindliche Autismus wird bereits vor dem dritten Lebensjahr auffällig und wird allgemein als „klassischer“ Autismus betrachtet. Der österreichische Kinderarzt Hans Asperger dokumentierte hingegen eine leichter ausgeprägte Form von Autismus, die heute als Asperger-Syndrom bekannt ist (vgl. ebd.). Neben diesen Erscheinungsformen gibt es auch den atypischen Autismus, bei welchem „entweder das Manifestationsalter verspätet (nach dem dritten Lebensjahr) und/oder eines der Diagnosekriterien […] nicht erfüllt ist“ (vgl. Freitag 2017, S.5f.). In dem Unterkapitel 3.2 und 3.3 wird noch detaillierter auf die einzelnen Erscheinungsformen und Symptome der ASS eingegangen.
Von der Weltgesundheitsorganisation wird die ASS nicht als Krankheit angesehen, sondern als tiefgreifende Entwicklungsstörung (vgl. Freitag 2017, S.3). Die Bezeichnung „Spektrum“ in dem Begriff Autismus-Spektrum-Störung bezieht sich auf den großen Umfang von Symptomen, Fähigkeiten und auf das Niveau der Beeinträchtigung oder Behinderung, die Menschen mit einer ASS haben können (vgl. Girsberger 2014, S.50ff.). Manche Menschen mit der ASS sind lediglich leicht von einzelnen Symptomen betroffen, andere sind dadurch schwer- und auch mehrfachbehindert.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der ASS, die Bedeutung der Lebensweltorientierung als pädagogisches Konzept und die Relevanz der Freizeitbegleitung im Rahmen der Eingliederungshilfe.
2. DAS KONZEPT DER LEBENSWELTORIENTIERUNG: Detaillierte theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Lebenswelt und Alltag sowie der Rekonstruktion, den Dimensionen und Handlungsmaximen lebensweltorientierter Arbeit.
3. GRUNDLAGEN DER AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNG: Beschreibung des Störungsbildes ASS, seiner historischen Einordnung, der verschiedenen Erscheinungsformen und der vier zentralen Symptombereiche.
4. EINGLIEDERUNGSHILFE NACH §35A SGB VIII: Erläuterung des rechtlichen Rahmens, der Zielsetzung sowie der verschiedenen Formen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche.
5. LEBENSWELTORIENTIERTE ARBEIT MIT MENSCHEN MIT AUTISMUS: Verknüpfung der theoretischen Konzepte durch die Anwendung der Dimensionen und Handlungsmaxime auf die spezifischen Bedürfnisse und die Freizeitbegleitung autistischer Menschen.
6. FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Thesis, dass Lebensweltorientierung ein optimaler Ansatz für die Arbeit mit autistischen Menschen darstellt, um deren individuelle Teilhabe zu fördern.
Lebensweltorientierung, Autismus-Spektrum-Störung, Eingliederungshilfe, §35a SGB VIII, Freizeitbegleitung, soziale Teilhabe, Autismus, pädagogische Arbeit, Inklusion, individuelle Förderung, Wahrnehmungsstörung, Alltag, Sozialraumorientierung, Hilfeplanverfahren, Selbstbestimmung
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendbarkeit des pädagogischen Konzepts der Lebensweltorientierung für die Begleitung und Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im Kontext der Eingliederungshilfe.
Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, das medizinische und psychologische Störungsbild der Autismus-Spektrum-Störung sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine lebensweltorientierte Herangehensweise in der Freizeitbegleitung die individuellen Bedürfnisse von autistischen Menschen besser verstanden und unterstützt werden können, um eine gelingende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der theoretischen Verknüpfung bestehender pädagogischer Konzepte mit den spezifischen Symptomatiken des Autismus, um daraus Handlungsmaxime für die Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Lebensweltorientierung, eine detaillierte Darstellung des Störungsbildes Autismus sowie die Analyse der Eingliederungshilfe nach §35a SGB VIII. Abschließend werden diese drei Bereiche in der pädagogischen Arbeit mit Autisten zusammengeführt.
Wesentliche Begriffe sind Lebensweltorientierung, Autismus-Spektrum-Störung, Eingliederungshilfe, Freizeitbegleitung und soziale Teilhabe.
Die Autorin verdeutlicht, dass der Alltag oft auf routinierte Abläufe reduziert wird, während das Konzept der Lebenswelt die individuellen Deutungsmuster und das persönliche Erleben eines Menschen in seinem direkten Umfeld umfasst, was für ein tieferes Verständnis autistischer Lebensweisen essenziell ist.
Die Visualisierung der Zeit kompensiert das bei Autisten oft beeinträchtigte Zeitgefühl und reduziert so den Stress, den der Betroffene bei Mahlzeiten verspürt, was ihm mehr Sicherheit und Struktur in seiner Lebenswelt gibt.
Die Freizeitbegleitung agiert direkt an der Schnittstelle zwischen dem autistischen Menschen und seiner Umwelt, wo durch Verständnis der individuellen Barrieren und Unterstützung bei der Freizeitgestaltung Ängste gemindert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden kann.
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