Examensarbeit, 2019
32 Seiten, Note: angenommen und bestanden
1. Einleitung
2. Ausgangspunkt der therapeutischen Beziehung in der Gestalttherapie
3. Die dialogische Beziehung nach Martin Buber
3.1. Die Ich-Es-Beziehung
3.2. Die Ich-Du-Beziehung
3.3. Das Zwischen
3.4. Gegenwärtigkeit - Präsenz
3.5. Umfassung
3.6. Bestätigung
4. Die therapeutische Beziehung in der Gestalttherapie
4.1. Der Beruf des Therapeuten
4.2. Die Rolle des Therapeuten
4.3. Resonanz
4.4. Übertragung
4.5. Intersubjektivität
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der dialogisch-therapeutischen Beziehung als Kernstück der Gestalttherapie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine bewusste Haltung des Therapeuten und die Anwendung Martin Bubers dialogischer Prinzipien eine heilsame Begegnung im Hier und Jetzt ermöglicht werden kann, die weit über rein technische Interventionen hinausgeht.
3.6. Bestätigung
Für Buber steht die Bestätigung des Menschen, analog in der Gestaltherapie also des Klienten, im Mittelpunkt des dialogischen Ansatzes. Das Fehlen von Bestätigung, die jeder einzelne in seiner Menschwerdung erleidet, ist Grundlage aller Psychopathologie (Hycner R., 1989: Zwischen Menschen, S. 59).
„Für Jourad ist Bestätigung ein Akt der Liebe, durch den man den anderen als jemand anerkennt, der in seiner eigenen speziellen Form existiert und das Recht dazu hat“ (Maurice Friedmann, 1987: Der heilende Dialog in der Psychotherapie, S. 198).
An anderer Stelle führt Buber aus:
„Jede wahre existentielle Beziehung zwischen zwei Personen beginnt mit Akzeptanz … Ich nehme dich an wie du bist… in diesem Moment, in dieser Gegenwärtigkeit… Bestätigung bedeutet…die ganze Potentialität anzunehmen…die ich in ihr jetzt erkennen kann…die Person, die sie war…Und jetzt akzeptiere ich den anderen nicht nur wie er ist, sondern ich bestätige ihn zuerst in mir und dann in ihm. Ich entdecke durch meine annehmende Liebe in dir das…was du bestimmt bist zu werden“ (Maurice, Friedmann, 1987: Der heilende Dialog in der Psychotherapie, S. 200 zitiert nach Buber 1966, S. 181f.).
Nach Votsmeier-Röhr und Wulf „bedeutet die Bestätigung, die andere Person in ihrer Existenz als eigenständiges Wesen zu akzeptieren und darin anzuerkennen, so wie sie im Moment ist“ (Votmeier-Röhr und Wulf, 2017: Gestalttherapie, S. 174).
Das Thema Bestätigung ist damit ein Kernstück der dialogischen Beziehung, das im Zwischen der Ich-Du-Beziehung für den Klienten als Mensch erlebbar wird. Nach den aufgeführten Definitionen von Bestätigung schließt sie den gesamten Menschen als Person mit ein; er wird nicht reduziert auf einzelne Teile seiner Persönlichkeit.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die phänomenologische Herangehensweise der Arbeit und legt dar, dass die therapeutische Beziehung als hochkomplexer, auf das Hier und Jetzt fokussierter Prozess verstanden wird.
2. Ausgangspunkt der therapeutischen Beziehung in der Gestalttherapie: Dieses Kapitel kontrastiert das ursprüngliche, technikzentrierte Verständnis von Fritz Perls mit der dialogischen Erweiterung durch Lore Perls, die den Fokus auf die existenzielle Beziehung legt.
3. Die dialogische Beziehung nach Martin Buber: Hier werden die zentralen philosophischen Konzepte Bubers, wie Ich-Du/Ich-Es, das Zwischen, Präsenz, Umfassung und Bestätigung, als theoretische Basis für die Gestalttherapie eingeführt.
4. Die therapeutische Beziehung in der Gestalttherapie: Dieser Hauptteil überträgt die theoretischen Grundlagen in die praktische Rolle des Therapeuten, wobei Aspekte wie Resonanz, der professionelle Umgang mit Übertragung und Intersubjektivität beleuchtet werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Therapeut als Person das wichtigste Werkzeug darstellt und die Qualität der dialogischen Begegnung entscheidend für das Wachstum des Klienten ist.
Gestalttherapie, Dialog, Ich-Du-Beziehung, Martin Buber, therapeutische Beziehung, Präsenz, Resonanz, Umfassung, Bestätigung, Intersubjektivität, Kontakt, Phänomenologie, Psychotherapie, Selbstsupport, Projektion.
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der dialogisch-therapeutischen Beziehung innerhalb der Gestalttherapie und wie diese als heilsamer Raum zwischen Klient und Therapeut gestaltet werden kann.
Die zentralen Themen umfassen die dialogische Philosophie Martin Bubers, die Entwicklung der Beziehungsgestaltung in der Gestalttherapie sowie spezifische Merkmale wie Resonanz und Bestätigung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Therapeut durch eine dialogische Haltung und die Überwindung rein technischer Interventionen eine authentische Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen kann.
Der Autor arbeitet phänomenologisch orientiert und stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche zu den Grundlagen der Gestalttherapie und der dialogischen Philosophie.
Im Hauptteil werden die praktischen Konsequenzen der dialogischen Haltung für den Therapeuten, die Bedeutung von Resonanz, der Umgang mit Übertragungsphänomenen und das Konzept der Intersubjektivität detailliert analysiert.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Gestalttherapie, Dialog, Ich-Du-Beziehung, Intersubjektivität und Präsenz charakterisiert.
Der Autor betont, dass Gestalttherapie keine bloße Anwendung von Interventionstechniken ist, sondern eine lebendige Einstellung und Haltung, die den Klienten als Ganzes in einer existentiellen Begegnung anspricht.
Das „Zwischen“ beschreibt jenen nicht greifbaren, aber spürbaren Bereich der Begegnung, in dem Klient und Therapeut in Resonanz treten und eine echte, gegenseitige Beziehung erfahren, die Voraussetzung für persönliches Wachstum ist.
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