Magisterarbeit, 2013
126 Seiten, Note: 1,5
1 Normalfall Mehrsprachigkeit: Eine thematische Einführung
2 Mehrsprachigkeit in Frankreich und Rumänien
2.1 Definitionen von Mehrsprachigkeit im Überblick: Der Versuch einer Begriffsklärung
2.2 Typen von Mehrsprachigkeit
2.3 Das Verhältnis von Minderheiten- und Mehrheitssprache
2.4 Mehrsprachigkeit in Frankreich
2.4.1 Zur Mehrsprachigkeit in Frankreich: Ein Überblick des aktuellen Forschungsstands
2.4.2 Mehrheitssprache und Minderheitensprachen in Frankreich
2.4.3 Die deutschsprachige Minderheit
2.4.3.1 Die Geschichte der deutschsprachigen Grenzminderheit im Elsass und in Lothringen
2.4.3.2 Zur soziolinguistische Situation des Elsässischen und des Lothringischen im deutsch-französischen Grenzgebiet
2.4.4 Die Minderheit der Roma
2.4.4.1 Manouches, Gitans, Ongrois: Die Geschichte einer heterogenen Gruppe
2.4.4.2 Die Auswirkungen von Migration auf die Mehrsprachigkeitssituation der französischen Roma als eine heterogene Gruppe
2.5 Mehrsprachigkeit in Rumänien
2.5.1 Zur Mehrsprachigkeit in Rumänien: Ein Überblick des aktuellen Forschungsstands
2.5.2 Mehrheitssprache und Minderheitensprachen in Rumänien
2.5.3 Die deutschsprachige Minderheit
2.5.3.1 Anwerbung zur Migration: Die motivierte Ansiedlung von Deutschsprachigen im heutigen Gebiet Rumäniens
2.5.3.2 Aussiedlungswellen der deutschsprachigen Minderheit in die BRD und ihre Folgen für die soziolinguistische Situation der verbliebenen Deutschsprachigen in Rumänien
2.5.4 Die Minderheit der Roma
2.5.4.1 Die Geschichte der rumänischen Roma zwischen Sklaverei und Assimilation
2.5.4.2 Zur sprachlichen Situation der Romani sprechenden Vlach-Roma und den rumänischsprachigen Bajesch und Rudari
2.6 Mehrsprachigkeitssituationen im Wandel: Eine vergleichende Analyse der Situationen in beiden Ländern
3 Sprachpolitik in Frankreich und Rumänien
3.1 Ziele, Akteure und Domänen von Sprachpolitik
3.2 Sprachgesetzgebung zur Umsetzung von Sprachpolitik
3.3 Sprachpolitik in den 1980er Jahren in Frankreich und Rumänien
3.3.1 Sprachpolitik in Frankreich
3.3.1.1 Zum derzeitigen Forschungsstand der Sprachpolitik Frankreichs
3.3.1.2 Allgemeine sprachpolitische Haltung Frankreichs
3.3.1.3 Regionalsprachlicher Unterricht für die deutschsprachige Minderheit und Unterricht in Romani für die Minderheit der Roma
3.3.1.4 Printmedien und audiovisuelle Medien für die deutschsprachige Minderheit und die Minderheit der Roma
3.3.2 Sprachpolitik in Rumänien vor der Wende
3.3.2.1 Zum derzeitigen Forschungsstand der Sprachpolitik Rumäniens
3.3.2.2 Allgemeine sprachpolitische Haltung Rumäniens
3.3.2.3 Deutsch und Romani im Unterrichtswesen
3.3.2.4 Printmedien und audiovisuelle Medien für die deutschsprachige Minderheit und die Minderheit der Roma
3.3.3 Sprachpolitik in Rumänien nach der Wende
3.3.3.1 Allgemeine sprachpolitische Haltung
3.3.3.2 Deutsch und Romani im Unterrichtswesen
3.3.3.3 Printmedien und audiovisuelle Medien für die deutschsprachige Minderheit und die Minderheit der Roma
3.4 Möglichkeiten für eine sprachpolitische Wende durch Einwirkungen von außen
4 Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
4.1 Der Weg zur Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
4.2 Aufbau und Inhalt der Charta
4.3 Kontrollverfahren und Ratifizierungsprozess
5 Sprachpolitik nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
5.1 Sprachpolitik in Frankreich
5.1.1 Allgemeine sprachpolitische Haltung Frankreichs
5.1.2 Regionalsprachlicher Unterricht für die deutsche Minderheit und Unterricht in Romani für die Minderheit der Roma
5.1.3 Printmedien und audiovisuelle Medien für die deutschsprachige Minderheit und die Minderheit der Roma
5.2 Sprachpolitik in Rumänien
5.2.1 Allgemeine sprachpolitische Haltung Rumäniens
5.2.2 Deutsch und Romani im Unterrichtswesen
5.2.3 Printmedien und audiovisuelle Medien für die deutschsprachige Minderheit und die Minderheit der Roma
5.3 Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als Impuls für eine liberale Sprachpolitik
6 Abschließende Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
7 Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Sekundärliteratur
7.3 Wörterbücher
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mehrsprachigkeitssituationen und die Sprachpolitik in Frankreich und Rumänien, zwei offiziell einsprachigen Staaten. Ziel ist eine kontrastive Analyse der sprachpolitischen Entwicklungen der letzten drei Jahrzehnte, unter besonderer Berücksichtigung der Roma und deutschsprachiger Minderheiten, um Faktoren zu identifizieren, die einen sprachpolitischen Wandel bewirken können.
Die Minderheit der Roma
Im 14. Jahrhundert wurde erstmals urkundlich von der Existenz der Roma auf dem Kontinent Europa berichtet. Zunächst werden die Roma im Jahr 1362 in Bulgarien dokumentiert. 1385 folgten Erwähnungen in der Walachei, um circa 1400 im Gebiet Siebenbürgens und 1428 schließlich auch in der Region Moldau (vgl. Achim 2004: 10). Über die Herkunft der Roma herrschte in der Forschung lange Zeit Unstimmigkeit. In früheren Zeiten wurde fälschlicherweise Ägypten als Heimat der Roma vermutet (vgl. Ludwig 1995: 95). Mutmaßlich führte der Weg nach Europa über eine Region Griechenlands, die aufgrund ihrer Fruchtbarkeit Kleinägypten genannt wurde. Diese Tatsache führte zu einer inkorrekten Namensgebung, die sich bis heute in mehreren Sprachen erhalten hat, bspw. engl. gypsies, span. gitanos (vgl. Dacheux/Delmotte 2010: 13; vgl. Liégeois 1996: 8–9). Eindeutige Klarheit über die Herkunft der Roma brachten erst linguistische Untersuchungen, welche die enge Verwandtschaft des Romani mit indischen Sprachen konstatierten und damit die Herkunft der Roma auf das nördliche Vorderindien festgesetzt werden konnte (vgl. Marschnig 2001/2002: 26). Welche Gründe die Roma dazu bewegten ihr ursprüngliches Gebiet zu verlassen, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Folglich existiert eine Vielzahl verschiedenster Hypothesen, welche die Ursachen der Migration der Roma thematisieren.
1 Normalfall Mehrsprachigkeit: Eine thematische Einführung: Dieses Kapitel führt in das Thema Mehrsprachigkeit ein, widerlegt den Irrtum der linguistischen Homogenität offiziell einsprachiger Staaten und begründet die Relevanz der Erforschung kleiner Sprachgemeinschaften.
2 Mehrsprachigkeit in Frankreich und Rumänien: Das Kapitel erläutert die komplexe Situation der Mehrsprachigkeit in den beiden Ländern, definiert die behandelten Minderheitengruppen (Roma und Deutschsprachige) und analysiert deren Entstehungsgeschichte.
3 Sprachpolitik in Frankreich und Rumänien: Dieses Kapitel untersucht die sprachpolitischen Ansätze in Frankreich und Rumänien, wobei insbesondere die Rolle von Politik, Akteuren und rechtlichen Rahmenbedingungen in den 1980er Jahren und die Zeit nach der Wende im Fokus stehen.
4 Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen: Hier werden der Entstehungsprozess, der Aufbau, der Inhalt sowie das Kontrollverfahren der Europäischen Charta detailliert dargelegt.
5 Sprachpolitik nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen: Das Kapitel analysiert die sprachpolitischen Auswirkungen und Veränderungen in Frankreich und Rumänien nach der Einführung bzw. dem Umgang mit der Charta, insbesondere in Bezug auf Bildung und Medien.
6 Abschließende Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet die Effektivität sprachpolitischer Maßnahmen sowie den Einfluss externer Abkommen auf die Situation der Minderheiten.
Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik, Frankreich, Rumänien, Minderheitensprachen, Roma, Deutschsprachige Minderheit, Europäische Charta, Assimilation, Bildung, Medien, Sprachkontakt, Soziolinguistik, Minderheitenschutz, Transformation.
Die Arbeit untersucht die Mehrsprachigkeitssituationen und die Sprachpolitik in Frankreich und Rumänien, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Roma-Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Mehrheits- und Minderheitensprachen, die Rolle von Sprachpolitik im Bildungssektor und Medien sowie die Auswirkungen internationaler Abkommen auf nationale Minderheitenrechte.
Das primäre Ziel ist eine kontrastive Analyse, um zu verstehen, inwiefern externe Faktoren wie die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen zu einem sprachpolitischen Wandel in offiziell einsprachigen Staaten führen können.
Die Arbeit nutzt eine kontrastive, synchrone Analyse, die historische Ereignisse und soziolinguistische Faktoren einbezieht, um die Situation der Minderheiten in den beiden romanischen Ländern zu vergleichen.
Im Hauptteil werden zunächst die Mehrsprachigkeitssituationen definiert, dann die sprachpolitischen Entwicklungen (insbesondere in den 1980er Jahren und nach der Wende) und abschließend die Bedeutung und Anwendung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen diskutiert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mehrsprachigkeit, Minderheitenschutz, Assimilationspolitik, Sprachpolitik, Diglossie und der Prozesscharakter von Minderheitensituationen.
Roma bilden eine heterogene Gruppe, die in beiden Ländern existiert, jedoch in Frankreich und Rumänien jeweils spezifische historische und sprachpolitische Herausforderungen (wie die Sklavengeschichte in Rumänien) aufweist, was sie für eine vergleichende Analyse besonders relevant macht.
Während die deutschsprachige Minderheit in Rumänien durch massive Auswanderungswellen in die BRD strukturell stark geschwächt wurde, erlebte sie in Frankreich einen soziolinguistischen Wandel, der primär durch Migrationsprozesse und den Druck zur Integration in den französischen Sprachraum geprägt war.
Für Rumänien fungierte die Charta als wesentlicher Impulsgeber, der nach 1989 zu einem drastischen Wandel in der Politik gegenüber der Roma-Minderheit führte, einschließlich der Verankerung von Romani im Bildungssystem.
Die Ratifizierung in Frankreich scheiterte primär an verfassungsrechtlichen Bedenken, da der Conseil Constitutionnel die Charta als unvereinbar mit dem Prinzip der Unteilbarkeit der Republik und der Vorrangstellung der französischen Sprache einstufte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

