Masterarbeit, 2010
111 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie der österreichischen Schule
2.1. Geschichte
2.2. Methodik und Grundsätze
2.3. Österreichische Konjunkturtheorie (ÖKT)
2.3.1. Grundlagen
2.3.1.1. Cantillon - Effekt
2.3.1.2. Preisniveaustabilität und Geldwert
2.3.1.3. Kapital und Kapitalgüter
2.3.1.4. Zeitpräferenz bzw. Urzins
2.3.1.5. Erzwungenes Sparen
2.3.1.6. Theorie der Currency School
2.3.1.7. Natürlicher Zins vs. Geldzins
2.3.2. Erklärung der Änderung der Produktionsstruktur am Beispiel Sparen
2.3.3. Entstehung der Konjunkturzyklen aus Österreichischer Sicht
2.4. Handlungsempfehlungen der Österreichischen Schule
2.5. Kritik an der Österreichischen Schule
3. Kritische Würdigung ausgewählter Konjunkturindikatoren
4. Untersuchung der chinesischen Wirtschaftsentwicklung anhand der ÖKT
4.1. Internationale Einflussfaktoren
4.2. Geldmenge
4.3. Zinsspread
4.4. Bruttoinlandsausstoß
4.5. Güterproduktion
4.6. Arbeitsmarktentwicklung
4.7. Rohstoffverbrauch
4.8. Relative Preisveränderung zwischen den unterschiedlichen Produktionsstufen
4.9. Immobilienmarkt und Börse
4.10. Staatlicher Einfluss
4.11. Sparquote bzw. Investitionsquote
5. Zusammenfassung und Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation Chinas
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die chinesische Wirtschaftsentwicklung durch die theoretische Brille der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen von Kreditexpansionen und das daraus resultierende Geldmengenwachstum auf die Produktionsstruktur.
2.3.1.1. Cantillon - Effekt
Dieser Effekt geht auf den Ökonomen Cantillon zurück, der als erster die Einflüsse eines erhöhten Geld- und Kreditangebotes auf die Struktur der relativen Preise beschrieb. Anhand des Beispiels neuentdeckter Gold- und Silberminen zeigt er, wie sich das neu gewonnene Geld auf die Preise auswirkt. Zunächst erzielen die Minenbesitzer und die Arbeiter bzw. die Personen, die unmittelbar mit dem neuen Abbau zu tun haben, ein höheres Einkommen. Diese Personen werden durch die gestiegenen Einkommen dazu tendieren, vermehrt Güter ihrer Wahl nachzufragen, was sogleich deren Preise steigen lässt. Dies wiederum kommt den Verkäufern jener Produkte zugute. Hieraus ist ersichtlich, dass einerseits Leute davon profitieren, deren Einkommen zu einem früheren Zeitpunkt steigt und sich andererseits Personen, deren Einkommen erst zu einem späteren Zeitpunkt steigt, nur höheren Preisen gegenübersehen. Aufgrund der Tatsache, dass das Ausgabeverhalten von den subjektiven Beweggründen der Geldhalter abhängt, lässt sich schließen, dass die Güterpreise in unterschiedlicher Form betroffen sind. Dies führt zu Veränderungen der Preisrelationen der verschiedenen Güter, was als Cantillon - Effekt bezeichnet wird. Laut Hébert liegt hierin der "Keim" der Österreichischen Konjunkturtheorie.
1. Einleitung: Vorstellung der theoretischen Fundamente und Zielsetzung der Arbeit, die ökonomische Entwicklung Chinas unter Anwendung der Österreichischen Konjunkturtheorie qualitativ zu untersuchen.
2. Theorie der österreichischen Schule: Detaillierte Darstellung der Geschichte, der praxeologischen Methode und der Kernaspekte der Österreichischen Schule im Vergleich zur neoklassischen Theorie.
3. Kritische Würdigung ausgewählter Konjunkturindikatoren: Prüfung verschiedener ökonomischer Kennzahlen wie BIP oder Leading Economic Index auf ihre Tauglichkeit für eine Analyse im Sinne der Österreichischen Schule.
4. Untersuchung der chinesischen Wirtschaftsentwicklung anhand der ÖKT: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf China, insbesondere durch die Analyse von Geldmenge, Zinsspread, Investitionsquoten und staatlichen Eingriffen.
5. Zusammenfassung und Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation Chinas: Synthese der Ergebnisse und Einschätzung, dass China Anzeichen einer durch Kreditexpansion induzierten, potenziell instabilen Boomphase aufweist.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse, die vor dem Hintergrund der Österreichischen Konjunkturtheorie erhebliche Risiken für die chinesische Wirtschaft aufzeigt.
Österreichische Schule, Konjunkturtheorie, Kreditexpansion, Produktionsstruktur, Cantillon-Effekt, Zeitpräferenz, Kapitalgüter, Geldmenge, Wirtschaftsentwicklung China, Interventionismus, Fehlallokation, Konjunkturzyklus, Zinssatz, Marktgleichgewicht, Investitionsquote.
Die Arbeit analysiert die chinesische Wirtschaftsentwicklung kritisch auf Basis der Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen monetärer Expansionen auf die reale Produktionsstruktur, das Verständnis von Konjunkturzyklen und die Bewertung staatlicher Markteingriffe.
Das Ziel ist es, qualitativ zu untersuchen, inwiefern das hohe Wachstum der chinesischen Wirtschaft durch künstliches Geldmengenwachstum getrieben wird, anstatt durch nachhaltige marktwirtschaftliche Prozesse.
Es wird die praxeologische Methode der Österreichischen Schule genutzt, die menschliches Handeln als Ausgangspunkt nimmt und sich strikt von rein mathematischen, empirischen Modellen der Neoklassik abgrenzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konjunkturtheorie, eine kritische Auswahl passender Indikatoren und die anschließende praktische Anwendung dieser Indikatoren auf chinesische Datenreihen.
Zentrale Begriffe sind Konjunkturtheorie, Kreditexpansion, Produktionsstruktur, Cantillon-Effekt, Geldmengenwachstum und Fehlallokation.
Der Autor argumentiert, dass das neue Geld in China nicht neutral in den Markt fließt, sondern durch das Eintrittsverhalten in den Exportsektor spezifische Preisverzerrungen und Fehlallokationen bei Produktionsfaktoren hervorruft.
Aus Sicht der Österreichischen Schule verschieben staatliche Konjunkturpakete und Investitionsprogramme die Marktbereinigung nur in die Zukunft, anstatt grundlegende Marktverzerrungen und Überkapazitäten nachhaltig zu beseitigen.
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