Examensarbeit, 2005
68 Seiten, Note: 1,0
I.) Einleitung
II.) Kriminal- und Jugendkriminalliteratur
III.) Köper und Moralität
IV.) Charakterisierungen
IV.1.) Schemata der Figurenkonzeption
V.) Die Protagonisten
V.1.) Tim, seine Freunde und ihre Rollen innerhalb der Erzählungen
V.2.) Die Körper der Helden als Ausdrucksfläche ihres Charakters
V.3.) TKKG als Identifikationsfiguren und Projektionsfläche
VI.) Die Antagonisten
VI.1.) Der jugendliche Schlägertyp oder Rocker
VI.1.1.) Rudi Kaluschke
VI.1.2.) Otto Seibold
VI.1.3.) Fazit jugendlicher Schlägertyp oder Rocker
VI.2.) Der Gewohnheitsverbrecher
VI.2.1.) Sigi Malowitz und Herbert Gerlich
VI.2.2.) Bert Zierhaus und Hajo Kerber
VI.2.3.) Fazit Gewohnheitsverbrecher
VI.3.) Der Drogenhändler
VI.3.1.) „Boxernase“ Zaulich
VI.3.2.) Dietmar Uhl
VI.3.3.) Fazit Drogenhändler
VI.4.) Der Verrückte
VI.4.1.) Norbert Jokel
VI.4.2.) Otto Plegel
VI.4.3.) Fazit Verrückter
VI.5.) Typologie der Verbrecher in TKKG
VII.) Schlussbetrachtung
VIII.) Illustrationen aus den TKKG-Bänden
IX.) Literaturangaben
IX.1.) Primärliteratur
IX.2.) Forschungs- und Sekundärliteratur
IX.3.) Internetquellen
Die Arbeit untersucht die Korrelation zwischen der äußeren Erscheinung und der moralischen Charakterisierung von Figuren in der Jugendbuchserie 'Ein Fall für TKKG'. Zentral ist dabei die Frage, wie der Autor Ralf Kalmuczek (Stefan Wolf) physiognomische Muster und Stereotype einsetzt, um Tugendhaftigkeit bei den Protagonisten und Kriminalität bei den Antagonisten visuell und charakterlich zu konstruieren.
VI.1.2.) Otto Seibold
Ein weiterer ‚jugendlicher Schläger’ ist der 18-jährige Otto Seibold, genannt King. Dieser steht allerdings in direktem Zusammenhang mit dem Verbrechen, in dem TKKG ermitteln. Otto Seibold stiehlt im Auftrag des Mafiosos Borello Autos und lackiert sie gemeinsam mit seinem Vater um, so dass sie weiterverkauft werden können. Zu Beginn der Handlung stiehlt er mit zwei Freunden Tims Rennrad. Dadurch wird er als absolut negativ beschrieben, denn erstens begeht er einen Diebstahl, zweitens an einem TKKG-Mitglied und drittens ist „von allem, was er [Tim] besaß, [...] sein Rennrad am wichtigsten.“
Die Figur Seibold wird wiederum durch den Erzähler eingeführt. Mit zwei Freunden sitzt Seibold in einer Kneipe und trinkt Bier. Seibolds zwei Freunde sind bereits als Antagonisten bekannt. In einer Parallelklasse von TKKG betreiben sie Mobbing gegen eine beliebte Lehrerin.
I.) Einleitung: Die Arbeit führt in den Untersuchungsgegenstand der TKKG-Serie ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Korrelation von äußerer Darstellung und moralischer Qualität der Figuren.
II.) Kriminal- und Jugendkriminalliteratur: Es erfolgt eine gattungstheoretische Einordnung der Kinder- und Jugendkriminalliteratur und deren typische Erzählstrukturen.
III.) Köper und Moralität: Dieses Kapitel widmet sich den historischen Wurzeln der Physiognomie von Lavater bis Lombroso und deren Einfluss auf die literarische Charakterzeichnung.
IV.) Charakterisierungen: Es werden die erzählerischen Methoden der direkten und synthetischen Charakterisierung in den TKKG-Bänden erläutert.
V.) Die Protagonisten: Die Helden der Serie werden als absolute Identifikationsfiguren analysiert, deren körperliche Darstellung ihre Tugendhaftigkeit unterstreicht.
VI.) Die Antagonisten: Detaillierte Untersuchung verschiedener Verbrechertypen und deren negative visuelle Codierung anhand von Textbeispielen.
VII.) Schlussbetrachtung: Zusammenführung der Ergebnisse, die ein deterministisches Menschenbild innerhalb der Reihe bestätigen, bei dem körperliche Makel moralische Verwerflichkeit signalisieren.
VIII.) Illustrationen aus den TKKG-Bänden: Eine bildliche Dokumentation der untersuchten Figurentypen zur Veranschaulichung der theoretischen Analysen.
IX.) Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
TKKG, Stefan Wolf, Physiognomie, Jugendliteratur, Verbrecher-Typologie, Charakterisierung, Stereotype, Moralität, Detektivgeschichte, composite portrait, Kriminologie, Identifikationsfiguren, Menschenbild, Jugendkrimi, Erzählstrategie.
Die Arbeit analysiert, wie der Autor Stefan Wolf in der Jugendbuchserie TKKG die äußere Erscheinung von Figuren nutzt, um deren moralische Integrität oder Kriminalität darzustellen.
Die zentralen Themen sind physiognomische Traditionen, die Typisierung von Helden und Schurken sowie die erzähltheoretische Verknüpfung von Körperbild und Charakterzuschreibung.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie TKKG durch "Schwarz-Weiß-Malerei" und Klischees ein deterministisches Menschenbild vermittelt, in dem das Äußere direkt auf die moralische Gesinnung schließen lässt.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Methoden der Erzähltheorie mit kriminologischen und physiognomischen Theorien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Protagonisten als positive Identifikationsfiguren und eine detaillierte Untersuchung verschiedener Antagonisten-Typen wie Rocker, Drogenhändler und Verrückte.
Wichtige Begriffe sind unter anderem TKKG, Physiognomie, Verbrecher-Typologie, Identifikationsfiguren und die literarische Charakterisierung.
Der Erzähler legt durch eine direkte "Vorspurung" der Gefühle und die Verwendung von Adjektiven und stigmatisierenden Merkmalen fest, welcher Figur der Leser Sympathie oder Antipathie entgegenzubringen hat.
Verbrecher werden in festen Schemata dargestellt (z.B. der "Rocker" als kräftig und gewaltbereit oder der "Drogenhändler" als hager und ungesund aussehend), was ein Baukastensystem zur Identifikation von Bösewichten schafft.
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