Examensarbeit, 2020
29 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen zur Fragestellung
2.1. Zum Begriff der „Kultur“
2.2. Interkulturelle Kompetenz
2.3. Kulturelle Vielfalt
3. Strukturmerkmale von Kultur
3.1. Sprache
3.2. Vorurteile & Stereotype
3.3. Ethnozentrismus
3.4. Soziale Werte & Normen
4. Interkulturelle Interaktionsübungen
4.1. Auswahl der Übungen
4.2. Durchführungsbedingungen
5. Angeleitete und durchgeführte Interkulturelle Interaktionsübungen
5.1. Übung: "Reden in einer Fremdsprache"
5.2. Übung „Einen Schritt nach Vorn“
5.3. Übung „Kultur Rallye“
6. Resümee
Die Abschlussarbeit untersucht, wie Erzieherinnen und Erzieher in der Lernhilfe durch den Einsatz von interkulturellen Interaktionsübungen bei Kindern und Jugendlichen den Umgang mit kultureller Vielfalt spielerisch fördern und dabei Kompetenzen zur Selbstreflexion aufbauen können.
3.1. Sprache
Sprache kann man als umfassende, flexible, komplexe Systeme akustischer Laute verstehen. Gestik, Mimik und Körperhaltung sind die unterstützenden nicht verbalen Kommunikationsarten, die der Mensch nutzt um sich bewusst und unterbewusst zusätzlich mittzuteilen. Der Mensch hat die Fähigkeit eine Sprache zu erlernen von Geburt an, jedoch wird erlernt welche Sprache er spricht. Sprache hilft Sinnzusammenhänge sichtbar zu machen und viele Problemlösungen werden auf sprachlichem Wege gelöst. Psychologische und soziologische Studien haben gezeigt, dass
• die Problemlösefähigkeit,
• die Denkfähigkeit,
• die Wahrnehmungsfähigkeit und
• die Lernfähigkeit
umso ausgeprägter sind, je besser sich jemand sprachlich ausdrücken kann. (vgl. Böcher 2013, S.107f)
Für die Identitätsentwicklung ist die Erstsprache fundamental. Mit der Sprache erfährt ein Kind die Zuwendung durch die primäre Bezugsperson und in dieser Sprache lernt es „ich“ zu sagen, seine Bedürfnisse zu äußern, seine Gefühle auszudrücken und schließlich wird durch sie der familiäre und kulturelle Hintergrund vermittelt. Die Sprache wird zum Teil der Identität. In dieser Erstsprache werden Umgangsformen, Verhaltensregeln, Sitten, Gebräuche, Werte und Normen vermittelt. Dadurch erfährt man ein Stück das Gefühl der Sicherheit und Heimat. (vgl. ebd., S. 550f)
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Bedeutung der Sensibilität für kulturelle Vielfalt und stellt die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit interkultureller Trainings für Schülerinnen und Schüler.
2. Begriffsdefinitionen zur Fragestellung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie „Kultur“, „Interkulturelle Kompetenz“ und „Kulturelle Vielfalt“ als theoretisches Fundament der Arbeit.
3. Strukturmerkmale von Kultur: Hier werden wesentliche Aspekte wie Sprache, Vorurteile, Stereotype, Ethnozentrismus sowie soziale Werte und Normen hinsichtlich ihrer Bedeutung für interkulturelle Begegnungen analysiert.
4. Interkulturelle Interaktionsübungen: Das Kapitel erläutert den pädagogischen Nutzen von Interaktionsübungen als geschützten Rahmen für soziales Lernen und beschreibt Kriterien für eine zielorientierte Auswahl und Durchführung.
5. Angeleitete und durchgeführte Interkulturelle Interaktionsübungen: Der Autor stellt drei konkrete Praxisbeispiele („Reden in einer Fremdsprache“, „Einen Schritt nach Vorn“ und „Kultur Rallye“) vor und reflektiert deren Ergebnisse und Wirkung auf die Teilnehmenden.
6. Resümee: Im Resümee werden die theoretischen Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen verknüpft, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten und die Relevanz interkultureller Trainings zu bestätigen.
Interkulturelle Kompetenz, Kulturelle Vielfalt, Interaktionsübungen, Soziales Lernen, Sprache, Vorurteile, Stereotype, Ethnozentrismus, Werte, Normen, Ambiguitätstoleranz, Selbstreflexion, Erziehung, Lernhilfe, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung von interkultureller Kompetenz an junge Menschen durch den Einsatz von spielerischen Interaktionsübungen im pädagogischen Bereich der Lernhilfe.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Bedeutung von Kultur, die Analyse von Vorurteilen und Stereotypen, sowie die methodische Gestaltung von Workshops zur Förderung kultureller Sensibilität.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Erzieherinnen und Erzieher eine Lerneinheit konzipieren können, die Schülern den Umgang mit kultureller Vielfalt durch gezielte Reflexion erleichtert.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zu kulturtheoretischen Aspekten mit einer praktischen Umsetzung in Workshops und der Reflexion der Teilnehmer-Feedbacks.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Kulturmerkmalen und die praktische Dokumentation von drei konkreten Interaktionsübungen inklusive deren Rahmenbedingungen und Beobachtungen.
Neben der interkulturellen Kompetenz sind Begriffe wie Ambiguitätstoleranz, Selbstreflexion, soziale Normen und Identitätsentwicklung entscheidende Charakteristika dieser Arbeit.
Die „Kultur Rallye“ simuliert durch unterschiedliche Regelwerke an verschiedenen Tischen gezielt Verwirrung und Ausgrenzungserfahrungen, was den Teilnehmenden die Struktur und Macht von „Kultur“ und „Regeln“ unmittelbar spürbar macht.
Ohne Selbstreflexion bleiben kulturelle Einflüsse und Vorurteile unbewusst; erst durch die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und den eigenen Bewertungsschemata kann eine wertschätzende Begegnung mit dem Fremden gelingen.
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