Examensarbeit, 2010
86 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Avantgarde
2.1 Dadaismus
2.1.1 Personenspezifische Heterogenitäten
2.1.2 Topographische Heterogenitäten
2.1.3 Historische Heterogenitäten
3. Subversion und die subversiven Diskurse
3.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
3.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
4. Das Manifest als Textgattung
4.1 Das Manifest
4.2 Dadaistische Manifeste
5. Beispielanalysen dadaistischer Manifeste
5.1 Das Eröffnungs-Manifest, 1. Dada-Abend in Zürich, 14. Juli 1916 – Hugo Ball
5.1.1 Inhalts- und Strukturanalyse
5.1.2 Verortung des Testes in den Diskursen der Subversion
5.1.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
5.1.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
5.1.3 Zwischenfazit
5.2 Dadaistisches Manifest – Richard Huelsenbeck
5.2.1 Inhalts- und Strukturanalyse
5.2.2 Verortung des Textes in den Diskursen der Subversion
5.2.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
5.2.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
5.2.3 Zwischenfazit
5.3 Was ist der Dadaismus und was will er in Deutschland – Raoul Hausmann
5.3.1 Inhalts- und Strukturanalyse
5.3.2 Verortung des Textes in den Diskursen der Subversion
5.3.2.1 Der politisch-institutionelle Diskurs der Subversion
5.3.2.2 Der künstlerisch-avantgardistische Diskurs der Subversion
5.3.3 Zwischenfazit
6. Zusammenfassung und Auswertung der Analyseergebnisse
Die Arbeit untersucht dadaistische Manifeste auf ihre subversive Qualität und ihre Einschreibung in den politisch-institutionellen sowie den künstlerisch-avantgardistischen Diskurs. Ziel ist es zu analysieren, wie dadaistische Texte durch Formverstöße und sprachliche Mittel die Institutionen von Kunst und Gesellschaft subvertieren und ob eine Politisierung der Dada-Bewegung nachweisbar ist.
5.2.1 Inhalts- und Strukturanalyse
Um diesen Text richtig verstehen zu können, halte ich es für notwendig, zuerst einen genaueren Blick auf die Struktur des Textes zu werfen, um dann in einem weiteren Schritt den Inhalt zu analysieren. Die Ergebnisse der Strukturanalyse sind im Hinblick auf die inhaltliche Analyse stets mit zu bedenken, da sie für die Einschreibung in die jeweiligen Diskurse der Subversion entscheidende Hinweise geben können.
Legt man ein sehr grobes Raster an den Text, so wird klar, dass er im Prinzip aus zwei großen inhaltlichen Teilen besteht. Zu Beginn des Manifests stellt Huelsenbeck die bisherige Situation der Kunst dar und grenzt den Dadaismus entschieden davon ab. Im zweiten Teil stellt er nun vor, was er unter dem Dadaismus versteht und wie er seiner Meinung nach umzusetzen sei. Betrachtet man nur diese Grobstruktur, so ist der Aufbau des Textes dem des Eröffnungs-Manifests von Hugo Ball sehr ähnlich, der ebenfalls eine zweigeteilte Struktur aufweist, die sich mit den Fragen auseinandersetzt, was der Dadaismus sei und wie dieser umzusetzen sei.
Bei genauerer Untersuchung der beiden übergeordneten Teile des Texts lässt sich feststellen, dass diese jeweils noch einmal in kleinere Teilbereiche beziehungsweise Themengebiete und in einem letzten Schritt in konkrete Themen unterteilbar sind.
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen Dadaismus und Darlegung der Zielsetzung zur Analyse dadaistischer Manifeste im Kontext subversiver Diskurse.
2. Avantgarde: Theoretische Einordnung des Avantgarde-Begriffs und dessen Bedeutung für künstlerische Bewegungen sowie spezifische Merkmale des Dadaismus.
3. Subversion und die subversiven Diskurse: Definition und Herleitung des Subversionsbegriffs mit Fokus auf politisch-institutionelle und künstlerisch-avantgardistische Diskursfelder.
4. Das Manifest als Textgattung: Untersuchung der Textsorte Manifest hinsichtlich ihrer Funktionsweise und Abgrenzung sowie der Besonderheiten dadaistischer Manifeste.
5. Beispielanalysen dadaistischer Manifeste: Detaillierte Untersuchung und diskursive Verortung der Manifeste von Hugo Ball, Richard Huelsenbeck und Raoul Hausmann.
6. Zusammenfassung und Auswertung der Analyseergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur subversiven Qualität der analysierten Manifeste und Überprüfung der These zur Politisierung der Berliner Dada-Bewegung.
Dadaismus, Subversion, Avantgarde, Manifest, politisch-institutioneller Diskurs, künstlerischer Diskurs, Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Raoul Hausmann, Lebensrealität, Sprachkritik, Berliner Dada, Expressionismus, Provokation, Textgattung.
Die Arbeit analysiert dadaistische Manifeste als subversive Texte und untersucht, wie diese in gesellschaftliche und künstlerische Diskurse eingebunden sind.
Im Mittelpunkt stehen der Subversionsbegriff, die Textgattung Manifest, die Theorie der Avantgarde sowie die spezifische Entwicklung und Politisierung des Dadaismus in Zürich und Berlin.
Die Arbeit fragt danach, in welche Diskurse der Subversion sich dadaistische Manifeste einschreiben und welche Subversionsstrategien genutzt werden, um das System Kunst und gesellschaftliche Normen zu unterwandern.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Inhalts- und Strukturanalyse der Primärtexte durchgeführt, kombiniert mit einer diskurstheoretischen Verortung der Manifeste.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Gattungsbeschreibung des Manifests sowie die konkrete Analyse dreier ausgewählter Manifeste von Ball, Huelsenbeck und Hausmann.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Dadaismus, Subversion, Avantgarde, Manifest, politisch-institutioneller Diskurs und Lebensrealität.
Balls Manifest wird stärker als künstlerisch-avantgardistisch verortet, während die späteren Texte aus Berlin eine deutliche Tendenz zur politischen Parodie aufweisen.
Hausmann nutzt Forderungskataloge und utopische oder absurde Punkte, um die Praxis des politischen Manifestierens selbst als Form zu entlarven und zu unterwandern.
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