Examensarbeit, 2018
76 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Herkunft und Regierung des Königs Sahure
2.1 Heliopolis, das theologisch-religiöse Zentrum Ägyptens
2.2 Die mythologische Welterschaffung durch Atum/Re
3 Forschungsgeschichte
3.1 Der napoleonische Feldzug an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert
3.2 John Shae Perring
3.3 Carl Richard Lepsius
4 Ludwig Borchardt, das Grabdenkmal des Königs Sahure in Abusir und seine Erforschung
4.1 Lage des Grabdenkmals
4.2 Der Taltempel
4.3 Der Aufweg
4.4 Die Totentempel
4.4.1 Der „öffentliche Tempel“
4.4.2 Der „intime Tempel“
4.5 Die Pyramiden
4.5.1 Die Pyramide des Königs
4.5.2 Die Pyramide der „Königin“
4.6 Die Wandbilder im Grabdenkmal
5 Das Sonnenheiligtum des Königs Niuserre
6 Der Papyrus Westcar, vom Mythos einer göttlichen Abstammung
7 Neuere Forschungsergebnisse
8 Fazit / Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Grabdenkmal des Königs Sahure in Abusir und analysiert dessen Einbettung in die historische und religiöse Entwicklung der 5. Dynastie des ägyptischen Alten Reiches, mit besonderem Fokus auf die archäologischen Befunde von Ludwig Borchardt sowie neuere Forschungsergebnisse.
4.2 Der Taltempel
Sahure ließ den Taltempel als Monumentaltor in den unterweltlichen Palast des königlichen Ka direkt an den Abusirsee bauen. Wie erwähnt hatte Lepsius diesen noch vorgefunden und ihn in seine Karte eingezeichnet. Borchardt: „Beginnen wir den Rundgang, so steigen wir zuerst symbolisch vom Boot aus, das uns über die Wasser (Abusirsee) der Überschwemmung geführt hat, über die vordere Rampe und den Kai, auf dem der Torbau ruht“. Ein kniehohes massives Kalksteingeländer umgibt die Plattform des Kais. Der Torbau selbst steigt mit geböschten Seitenwänden, oberem Gesims aus Hohlkehle und Rundstab sowie mit Rundstäben an den Ecken an. Die äußeren Ausmaße betragen 60 ägpyt. Ellen = 32m Breite und 45 Ellen = 24m Tiefe. Die Mitte der Fassade öffnet sich zu einer achtsäuligen Vorhalle (2 x 4 hintereinander). Der Boden besteht aus schwarzem Basalt, die Palmsäulen von den Basen bis zu den Architraven aus Rosengranit, die Wände unten aus Granit, oben aus weißem Kalkstein. Die Decke zeigt den Himmel, Sterne auf blauem Grund.
Durch den Zugang an der Westwand erreicht man den einzigen innenliegenden Raum des Taltempels und den Säulensaal, dessen Decke von zwei mittig stehenden Säulen getragen wird (Borchardt: „Gestaffelter Raum und T-förmig gebaut!“). Die Ausstattung gleicht der der Vorhalle. An den Wänden befinden sich farbige Reliefs. An der Nordseite wurde ein Relief gefunden, es zeigt den König als geflügelten Greif, die Feinde Ägyptens zertretend (ÄM Berlin 21832). Die Beleuchtung erfolgte durch Schlitzfenster am Dach und an den oberen Teilen der Wände. Borchardt fand eine „Dachtreppe“ an der Südwestecke. Inwieweit diese zum Betreten des Daches geführt hat, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.
1 Einleitung: Vorstellung des Gegenstands der Studie, der Phase der 5. Dynastie und der wissenschaftlichen Bedeutung der Grabungen Ludwig Borchardts in Abusir.
2 Herkunft und Regierung des Königs Sahure: Untersuchung der chronologischen und genealogischen Unsicherheiten zum Beginn der 5. Dynastie sowie der Bedeutung des Sonnenkultes für die Königstitulatur.
3 Forschungsgeschichte: Überblick über die archäologische Erkundung der Nekropole von Abusir, beginnend bei Napoleon bis hin zu den grundlegenden Arbeiten von Borchardt.
4 Ludwig Borchardt, das Grabdenkmal des Königs Sahure in Abusir und seine Erforschung: Detaillierte architektonische und topographische Analyse der Grabanlage, ihrer Tempelstrukturen, Pyramiden und Reliefdekorationen.
5 Das Sonnenheiligtum des Königs Niuserre: Analyse des neuen Bautyps der Sonnenheiligtümer und ihres Zusammenhangs mit dem religiösen Wandel und dem königlichen Totenkult.
6 Der Papyrus Westcar, vom Mythos einer göttlichen Abstammung: Untersuchung des Papyrus Westcar als Quelle für die Mythen über die Herkunft der Könige der 5. Dynastie und deren historische Einordnung.
7 Neuere Forschungsergebnisse: Besprechung unerwarteter archäologischer Entdeckungen bei neueren Ausgrabungen am Aufweg, die neue Einblicke in die Familiengeschichte des Sahure lieferten.
8 Fazit / Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der eingangs formulierten Fragestellungen auf Grundlage aktueller Lehrmeinungen und Forschungsergebnisse.
Sahure, Abusir, 5. Dynastie, Ludwig Borchardt, Grabdenkmal, Totentempel, Sonnenkult, Sonnenheiligtum, Papyrus Westcar, Reliefs, Altägypten, Archäologie, Pyramidenanlage, Pharao, Ägyptologie.
Die Arbeit befasst sich mit dem Grabdenkmal des Königs Sahure in Abusir und dessen Einordnung in die religiösen und architektonischen Entwicklungen der 5. Dynastie im Alten Ägypten.
Zentrale Themen sind die Forschungsgeschichte von Abusir, die Architektur des Grabkomplexes, die Bedeutung der Sonnenheiligthümer sowie die Rolle der Herrschaftsideologie und der göttlichen Abstammung der Könige.
Das Ziel ist es, auf Basis der Lehrmeinungen und aktueller Funde, Fragen zur Herkunft des Königs, zur theologischen Entwicklung der Zeit und zur Standortwahl der Grabstätten in Abusir zu beantworten.
Die Arbeit basiert primär auf der Auswertung archäologischer Berichte, insbesondere der von Ludwig Borchardt, ergänzt durch neuere Forschungsergebnisse und eine kritische Analyse historischer Texte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Forschungsgeschichte, eine detaillierte Baubeschreibung des Grabdenkmals (Taltempel, Aufweg, Totentempel, Pyramiden), die Analyse der Wandbilder sowie Vergleiche mit dem Sonnenheiligtum des Niuserre.
Schlüsselwörter sind unter anderem Sahure, Abusir, 5. Dynastie, Grabdenkmal, Sonnenheiligtum, Pyramiden und Reliefdarstellungen.
Der Papyrus dient als literarische Quelle, deren historischer Gehalt – speziell die Legende über die göttliche Herkunft der Könige – kritisch hinterfragt und durch archäologische Befunde teilweise widerlegt wird.
Neben architektonischen Gründen wird vermutet, dass die Standortwahl eine kult-topographische Bedeutung hatte, um eine Verbindung zum Sonnenheiligtum von Heliopolis und damit zum Zentrum des Re-Kultes herzustellen.
Die Reliefs sind von hoher Qualität und historischer Aussagekraft; sie dokumentieren unter anderem politische Siege, Opferzüge und die Rolle der königlichen Familie, wovon heute nur noch ein kleiner Prozentsatz erhalten ist.
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