Fachbuch, 2020
66 Seiten
1 Einleitung
1.1 Zum Forschungsstand
2 Prostitution
2.1 Begriffsdefinition und Differenzierung
2.2 Prostitution – Das „älteste Gewerbe der Welt?“
2.2.1 Tempelprostitution
2.2.2 Prostitution im klassischen Griechenland
2.2.3 Prostitution im Mittelalter
2.2.4 Prostitution im deutschen Kaiserreich
2.2.5 Zusammenfassung
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen von Prostitution in Deutschland
2.3.1 Das erste Prostituiertengesetz 2001
2.3.2 Kritik am „ProstG“
2.3.3 Prostituierten-Schutz-Gesetz 2017
2.3.3.1 Veränderungen für Prostituierte
2.3.3.2 Veränderungen für Betreiber
2.3.3.3 Veränderungen für Freier
2.3.4 Kritik am ProstSchG
2.3.5 Zusammenfassung
2.4 Sozialarbeiterische Perspektiven im Umgang mit Prostitution
2.4.1 Traditionell-feministische Perspektive
2.4.2 Neo-feministische Perspektive
2.4.3 Liberal-feministische Perspektive
2.5 Untersuchung der sozialarbeiterischen Praxis
2.5.1 Die historische Entwicklung der Beratungslandschaft
2.5.2 Vorstellung Café Sperrgebiet St. Georg
3 Drogenabhängigkeit
3.1 Definition Drogen
3.2 Heroin
3.2.1 Die Geschichte des Heroins
3.2.2 Wirkungsweise Heroin
3.3 Definition Abhängigkeit
3.3.1 Der gesellschaftliche Umgang mit Abhängigkeit in Deutschland
3.4 Soziale Arbeit mit Drogenabhängigen
3.4.1 Vorstellung Drob-Inn St. Georg
4 Beschaffungsprostitution
4.1 Definition Beschaffungsprostitution
4.1.1 Betrachtung als Drogenabhängige
4.1.2 Betrachtung als Prostituierte
4.1.3 Zusammenfassende Definition
4.2 Historie und Rahmenbedingungen der Beschaffungsprostitution
4.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2.1.1 Die Sperrgebietsverordnung
4.2.2 Bedingungsfaktoren für Beschaffungsprostitution
4.2.3 Folgen und Auswirkungen von Beschaffungsprostitution
4.3 Soziale Arbeit im Feld der Beschaffungsprostitution
4.3.1 Fokus auf die Perspektive der Zielgruppe
4.3.2 Fokus auf die Perspektive der Sozialen Arbeit
4.3.2.1 Vorstellung ragazza e.V.
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht das Problemfeld der Beschaffungsprostitution als eine durch Suchtmittelabhängigkeit geprägte Form der Prostitution. Das Ziel ist es, die spezifischen Lebensumstände und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Soziale Arbeit aufzuzeigen sowie Handlungsstrategien und Beratungsansätze zu beleuchten, um die bisherige Marginalisierung dieser Frauen in der Fachwelt zu überwinden.
2.2.1 Tempelprostitution
Die erste Form der Prostitution war die Tempelprostitution im alten Babylon. Diese fand in Tempeln statt, die der Göttin Ischtar gewidmet waren. Ischtar war die Göttin des Krieges und der Liebe und die Schutzgöttin aller Huren (vgl. Ringdal 2006, 16).
In ihnen „dienten viele Frauen, die sich gegen Zahlung eines bestimmten Betrages an den Tempel mit der heiligen Kraft ihrer Körper um die Männer kümmerten“ (ebd.). Bemerkenswert ist hier, dass die Zahlungen nicht an die Frauen direkt, sondern den Tempel und somit symbolisch an Ischtar gehen. Tempel waren in Mesopotamien Lebensmittelpunkte und dienten vielerlei Zwecken. So konnten die Armen ihre Töchter, wenn sie hübsch genug waren, in den Tempel schicken, wo sie von Priestern und Priesterinnen erzogen und ausgebildet wurden.
„Die jungen Mädchen [..] wuschen und pflegten die Gottheit. Wenn sie älter waren, mussten sie singen und tanzen und konnten an Männer verliehen werden, die im Tempel auf sie aufmerksam geworden waren. Alle Tempelfrauen, sowohl die Priesterinnen als auch die jungen Helferinnen, waren wohl davon überzeugt, dass sie durch ihre Taten der Göttin dienten. Ein Begriff wie Prostitution erscheint vor einem derartigen religiösen [..] Hintergrund doch zu einfach und zu modern“ (Ringdal 2006, 28)
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Prostitution im Kontext von Sucht und die Identifizierung der Beschaffungsprostitution als wissenschaftliche Leerstelle.
2 Prostitution: Historischer Abriss und rechtliche Analyse der Prostitution sowie Vorstellung der theoretischen Perspektiven der Sozialen Arbeit.
3 Drogenabhängigkeit: Definition und Wirkungsweise von Drogen, insbesondere Heroin, sowie die Darstellung akzeptierender Drogenarbeit in der Praxis.
4 Beschaffungsprostitution: Detaillierte Untersuchung des Phänomens der Beschaffungsprostitution, ihrer Hintergründe sowie die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung betroffener Frauen.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage und Reflexion über die Bedeutung einer differenzierten sozialarbeiterischen Unterstützung in diesem Feld.
Beschaffungsprostitution, Soziale Arbeit, Prostitution, Drogenabhängigkeit, Heroin, Suchthilfe, Stigmatisierung, Sperrgebiet, Frauen, Sexarbeit, Empowerment, Beratungsstelle, ragazza e.V., Drob-Inn, Marginalisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Beschaffungsprostitution als einem komplexen Problemfeld, in dem sich Prostitution und Drogenabhängigkeit überschneiden. Sie analysiert die Lebenssituation betroffener Frauen und die Herausforderungen für die Soziale Arbeit.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Prostitution, die Suchtproblematik (insbesondere Heroin), die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sexarbeiterinnen sowie die verschiedenen Ansätze der Sucht- und Prostitutionshilfe.
Das Ziel ist es, die Beschaffungsprostitution als eigenständiges Problemfeld innerhalb der Sozialen Arbeit sichtbar zu machen und aufzuzeigen, warum eine spezialisierte, akzeptierende Unterstützung für diese Klientel notwendig ist.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die durch Expertenerkenntnisse und Hospitationserfahrungen der Autorin in Einrichtungen wie dem Drob-Inn und dem Café Sperrgebiet ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Prostitution und Drogenabhängigkeit als Einzelfelder, um schließlich im vierten Kapitel die Synergie dieser Bereiche zur Beschaffungsprostitution zusammenzuführen.
Wichtige Begriffe sind Beschaffungsprostitution, Sucht, Soziale Arbeit, akzeptierende Drogenarbeit, Stigmatisierung und Marginalisierung.
Der Verein wird als Modellprojekt vorgestellt, da er eine niedrigschwellige, frauenspezifische und wertfreie Unterstützung anbietet, die genau auf die Bedürfnisse der Beschaffungsprostituierten in St. Georg zugeschnitten ist.
Das Sperrgebiet führt zur Kriminalisierung der Frauen, erschwert den Zugang zu Hilfsangeboten und erhöht durch den Verfolgungsdruck das Risiko für Gewalt und Übergriffe, da Schutzräume oft nicht legal oder erreichbar sind.
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