Magisterarbeit, 2005
112 Seiten, Note: 1,7
1. Die Ostdeutschlandforschung
1.1 Historischer Verlauf
1.2 Die Entwicklung der theoretisch-methodischen Konzepte
1.3 Bilanzen der deutschen Einheit
2. Begriffsklärung und theoretische Zugänge
2.1 Transformationsforschung
2.2 Transformationstheorie
2.3 Theoretische Konzepte der Transformationsforschung
2.3.2 Systemtheoretische Konzepte
2.3.2.1 Kritische Anmerkungen
2.3.2.2 Vereinigungsbilanzen
2.3.2.3 Validität
2.3.3 Modernisierungstheoretische Konzepte
2.3.3.1 Kritische Anmerkungen
2.3.3.2 Vereinigungsbilanzen
2.3.3.3 Validität
2.3.4 Akteur- und institutionentheoretische Konzepte
2.3.4.1 Kritische Anmerkungen
2.3.4.2 Vereinigungsbilanzen
2.3.4.3 Validität
2.3.5 Handlungstheoretische Konzepte
2.3.5.1 Kritische Anmerkungen
2.3.5.2 Vereinigungsbilanzen
2.3.5.3 Validität
2.4 Zwischenbilanz zu Transformationstheorie und –forschung
3. Innere Einheit
3.1 „Innere Einheit“ – Begriffsklärung
3.2 Positionen der Forschung
3.2.1 Die vollzogene innere Einheit
3.2.2 Kulturelle Differenz als Chance
3.2.2.1 Wurzeln der politisch-kulturellen Differenz
3.2.2.2 Zwei politische Kulturen der Einheit?
3.2.3 Ostdeutsche Teilgesellschaft als Entwicklungsblockade
3.2.4 Ostdeutsche als postfordistische Avantgarde
3.3 Gründe für die Ost-West-Differenzierungen
3.3.1 Sozialisationsthese
3.3.2 Situationsthese
3.3.3 Kompensationsthese
3.4 Zwischenbilanz zu innerer Einheit
4. Ostdeutsche Identität
4.1 Personale Identität
4.2 Kollektive und kulturelle Identität
4.3 Gedächtnis und kulturelle Erinnerung
4.3.1 Gedächtnis
4.3.2 Erinnerung
4.3.3 Geteilte kollektive Erinnerung der Deutschen
4.4 Soziale Identität
4.4.1 Ostdeutsche soziale Identität
4.4.2 Ost-Nostalgie
4.5 Bilanz: Ostdeutsche Identität – ein multidimensionales Phänomen
5. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Stand der Forschung sowie die theoretische Debatte zur „Inneren Einheit“ Deutschlands zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen, um die Begründungen für inkohärente Urteile über den Einigungsprozess aufzudecken. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie die sozio-kulturellen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen theoretisch operationalisiert werden können und welche Rolle dabei die Herausbildung ostdeutscher Wir-Gruppen-Identifikationen spielt.
Die Ostdeutschlandforschung
Mit dem überraschenden Zusammenbruch der sozialistischen Systeme sowjetischen Typs in Europa und deren damit notwendig gewordener Transformation, entstand ein neues Forschungsfeld, für das zunächst keine theoretischen Grundlagen existierten, da dieser Vorgang weder von der Wissenschaft noch der Politik antizipiert wurden. Gerade die Sozialwissenschaften mussten für dieses „Unvermögen“ der Vorhersage viel Häme einstecken, hatten sie doch seit den siebziger Jahren, wie auch die Politik, auf Systemwandel, Reform und west-östliche Koevolution gesetzt, anstatt auf Systemwechsel, Revolution, Inkorporation und Vereinigung. Festgefahrene Arrangements und Strukturen der Nachkriegsordnung brachen zusammen – gemeinsam mit Grundannahmen und Denkfiguren, die bis dahin auch in den Sozialwissenschaften ihren festen Platz beansprucht hatten. Dies führte zu Irritationen und selbstkritischen Reflexionen.
Doch nicht jener „’Schwarze Freitag’ der Sozialwissenschaften“ gab die drängenden Fragen der Forschung nach 1989 auf, denn diese Kritik konnte mit den Hinweisen auf die strukturelle Beschränkung der Sozialforschung in totalitären Systemen sowie auf die Begrenzungen der Prognostizierbarkeit sozialer Ereignisse auf Grund von Multikausalität, Nichtlinearität und Interferenz abgeschwächt werden. Sondern in den Mittelpunkt sozialwissenschaftlicher Fragestellung rückten vielmehr die Folgen des Zusammenbruchs des Nachkriegssystems für die Entwicklung der westlichen Moderne, für den sozialen Wandel sowie die Menschen, die ihn zu gestalten oder schlicht zu durchleben hatten. Nicht zuletzt standen Kategorien- und Theorienbildung der Sozialwissenschaften selbst auf dem Prüfstand.
1. Die Ostdeutschlandforschung: Das Kapitel zeichnet den historischen Verlauf und die Entwicklung theoretisch-methodischer Konzepte nach, die zur Untersuchung der deutschen Transformation nach 1989 herangezogen wurden.
2. Begriffsklärung und theoretische Zugänge: Hier werden die zentralen Begriffe und unterschiedliche theoretische Paradigmen der Transformationsforschung (system-, modernisierungs-, akteurs- und handlungstheoretisch) kritisch vorgestellt.
3. Innere Einheit: Dieser Abschnitt widmet sich dem Begriff der „Inneren Einheit“, diskutiert verschiedene Modellannahmen zu ihrer Erklärung und zieht eine Zwischenbilanz zur kulturellen und sozialen Einheit.
4. Ostdeutsche Identität: Das Kapitel beleuchtet die Genese ostdeutscher Identität anhand von Konzepten der persönlichen, sozialen und kulturellen Identität sowie der Rolle von Erinnerung und Gedächtnis.
5. Schlussbetrachtungen: Der abschließende Teil resümiert die theoretische Debatte und verdeutlicht, dass die sozialwissenschaftliche Forschung zur deutschen Einheit weiterhin erheblichen Klärungsbedarf aufweist.
Ostdeutschlandforschung, Transformation, deutsche Einheit, Innere Einheit, politische Kulturforschung, Modernisierungstheorie, Systemtheorie, Identitätsbildung, Ost-Identität, Transformationsgesellschaft, Sozialisation, Situationsthese, Kompensationsthese, Ost-Nostalgie, Transformationsforschung
Die Arbeit analysiert die sozialwissenschaftliche Forschung zur deutschen Wiedervereinigung, den Stand der theoretischen Debatte über die Transformationsprozesse in Ostdeutschland und das Konzept der „Inneren Einheit“.
Zentrale Themen sind die Transformation von Gesellschaftssystemen, die Entwicklung ostdeutscher Identitätsbildungen und die wissenschaftliche Bilanzierung des deutschen Einigungsprozesses.
Ziel ist es, den Stand der Forschung kritisch zu reflektieren, theoretische Schwachstellen in den Erklärungsansätzen aufzudecken und zu klären, warum bisher kein einheitliches Urteil über den Status der Inneren Einheit erzielt werden konnte.
Die Arbeit nutzt einen metatheoretischen Ansatz, der existierende Forschungsansätze vergleicht, kritisch beleuchtet und in einen übergreifenden Zusammenhang stellt.
Der Hauptteil erörtert die Entwicklung der Ostdeutschlandforschung, vergleicht verschiedene theoretische Paradigmen und untersucht detailliert die drei Modellannahmen zur „Inneren Einheit“ sowie Identitätskonzepte.
Wichtige Begriffe sind Transformationsforschung, Innere Einheit, Ost-Identität, Sozialisation, Transformationstheorie und postsozialistische Umbruchprozesse.
Die Sozialisationsthese sieht die Ursache der Differenzen in tiefgreifenden, langfristigen Prägungen durch das DDR-System, während die Situationsthese die aktuellen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen im vereinten Deutschland als maßgeblich erachtet.
Sie ergänzt, dass Identitätsbildungsprozesse im Osten durch die Abwertung der im DDR-System erworbenen Biographien und Qualifikationen sowie durch das Gefühl von Benachteiligung im Einigungsprozess befeuert werden.
Der Autor sieht darin keine Rückkehr zum alten System, sondern einen symbolischen Laiendiskurs und eine Form der Selbstvergewisserung nach den Brucherfahrungen der Wende.
Der Autor plädiert für die Integration handlungstheoretischer Korrektive und interdisziplinärer Ansätze (z.B. Gedächtnis- und Identitätsforschung), um die Komplexität des ostdeutschen Transformationsfalls besser zu erfassen.
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