Bachelorarbeit, 2017
75 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Problembeschreibung
2.1 Pflegebedürftigkeit
2.2 Häusliche Pflege
2.2.1 Pflegende Angehörige
2.2.2 Professionelle ambulante Pflege
3. Zielsetzung und Fragestellung
4. Methodik
4.1 Literaturrecherche mittels Suchmaschinen
4.2 Ein- und Ausschlusskriterien
5. Theoretischer Rahmen zum SGB XI
5.1 Pflegebedürftigkeitsbegriff seit 1995
5.2 Pflegebedürftigkeitsbegriff seit 2017
6. Professionelle Pflege
6.1 Normative Grundlagen professioneller Pflege
6.2 Gesetzliche Grundlagen professioneller Pflege
6.3 Professionelle Pflege vs. Laienpflege
7. Das Gesundheitssystem in Deutschland
8. Sozialpolitische Geschichte des Pflegebedürftigkeitsbegriffes
8.1 Situation nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Einführung der Pflegeversicherung
8.2 Kritik am Pflegebedürftigkeitsbegriff und Reformen
8.3 Der Weg zu einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff
8.4 Kritik und Erwartungen an das PSG II
9. Strukturelle und organisatorische Merkmale ambulanter Dienste
9.1 Situation ambulanter Dienste in Deutschland
9.2 Sichtweise der professionellen ambulanten Pflege
9.3 Bedürfnisse und Wünsche potenzieller Klientel
9.3.1 Pflegebedürftige
9.3.2 Pflegende Angehörige
9.4 Leistungsspektrum ambulanter Dienste in Deutschland
10. Beschäftigungsbedingungen in ambulanten Diensten
11. Zukünftiger Qualifikationsbedarf ambulant Pflegender
12. Diskussion
13. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf das Handeln ambulanter Pflegedienste in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie gesetzliche Reformen die Versorgungssituation sowie die Arbeitsbedingungen in der professionellen ambulanten Pflege verändern und welche Bedürfnisse bei Klienten und pflegenden Angehörigen bestehen.
2.2.1 Pflegende Angehörige
„Pflegende Angehörige“ können dem sogenannten informellen Pflegesektor zugeordnet werden. Zunächst ist informelle Pflege als Pflegeleistung zu verstehen, die im häuslichen Bereich ohne Entgelt und ohne eine vertragliche Vereinbarung erbracht wird (Simoes et al., 2016). Diese Pflegeleistungen gestalten sich häufig sehr umfangreich und beinhalten Hilfe bei der Haushaltsführung, körperbezogene Unterstützung sowie spezielle pflegerische Maßnahmen. Zusätzlich werden auch Betreuungsaufgaben wahrgenommen. Hierzu gehören beispielsweise Begleitung zu Untersuchungsterminen, Ermöglichung sozialer Kontakte und emotionale Unterstützung. Im Falle kognitiver Beeinträchtigung wird durch die Angehörigenpflege mitunter eine permanente Beaufsichtigung der pflegebedürftigen Person sichergestellt (Albrecht et al., 2016; Büker, 2015).
Nachdem der Umfang der informellen Pflegeleistungen dargestellt wurde, ist es in der Folge notwendig, sich mit dem Terminus „Angehörige“ zu befassen. Im vorliegenden Zusammenhang beinhaltet dieser Begriff nämlich nicht zwangsläufig ein enges Verwandtschaftsverhältnis zur pflegebedürftigen Person. Zunehmend werden Hilfeleistungen im häuslichen Bereich auch von Wahlverwandten, FreundInnen, NachbarInnen, LebensgefährtInnen und weiteren Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld erbracht (Büker, 2015; Büscher & Schnepp, 2011). Die Terminologie „Angehörige“ schließt demnach „...alle Personen ein, die sich einem Pflegebedürftigen verbunden fühlen und vor diesem Hintergrund Hilfe, Pflege und Betreuung erbringen“ (Büker, 2015, S. 11). Die Beziehung zwischen pflegebedürftigen Personen und pflegenden Angehörigen ist geprägt von Nähe und Emotionalität und bestand regelhaft bereits vor der Entstehung des Hilfebedarfs (Büscher & Schnepp, 2011).
1. Einleitung: Einführung in die soziale Pflegeversicherung und die Relevanz der Gesetzesnovelle für die professionelle ambulante Pflege.
2. Problembeschreibung: Darstellung der demografischen Herausforderungen sowie Definition der zentralen Begriffe Pflegebedürftigkeit und häusliche Pflege.
3. Zielsetzung und Fragestellung: Definition des Ziels der Arbeit und Formulierung der leitenden Forschungsfrage zum Einfluss des Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf das Handeln ambulanter Dienste.
4. Methodik: Beschreibung der systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, LIVIVO, Medline und PubMed sowie der festgelegten Ein- und Ausschlusskriterien.
5. Theoretischer Rahmen zum SGB XI: Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen der sozialen Pflegeversicherung und des Übergangs vom alten zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff.
6. Professionelle Pflege: Überblick über die normative Geschichte der Pflege sowie Abgrenzung zwischen professioneller Pflege und Laienpflege.
7. Das Gesundheitssystem in Deutschland: Kurze Einordnung des deutschen Sozialversicherungssystems im Vergleich zu anderen internationalen Modellen.
8. Sozialpolitische Geschichte des Pflegebedürftigkeitsbegriffes: Nachzeichnung der historischen Entwicklung von der Nachkriegszeit bis hin zum Pflegestärkungsgesetz.
9. Strukturelle und organisatorische Merkmale ambulanter Dienste: Analyse der Marktsituation, der Sichtweise Pflegender sowie der Wünsche und Bedürfnisse der Klientel.
10. Beschäftigungsbedingungen in ambulanten Diensten: Darstellung der aktuellen Personalsituation und der Belastungsfaktoren im ambulanten Pflegesektor.
11. Zukünftiger Qualifikationsbedarf ambulant Pflegender: Untersuchung der Anforderungen an die Handlungskompetenz von Pflegepersonal in der Zukunft.
12. Diskussion: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse und kritische Reflexion des Forschungsstandes.
13. Schlussfolgerungen und Ausblick: Fazit der Arbeit sowie Aufzeigen von offenem Forschungsbedarf für die Zukunft.
Ambulante Dienste, Häusliche Pflege, Pflegebedürftigkeit, Soziale Pflegeversicherung, Pflegegrad, Pflegestärkungsgesetz II, Professionelle Pflege, Laienpflege, Pflegefachkraft, Angehörigenpflege, Qualifikationsbedarf, Versorgungsmanagement, Pflegereform, Gesundheitsförderung, Prävention.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des neuen, seit 2017 geltenden Pflegebedürftigkeitsbegriffs auf die professionelle ambulante Pflege in Deutschland und untersucht, inwieweit dieser die Arbeit der Pflegedienste sowie die Versorgungssituation beeinflusst.
Zentrale Themen sind die soziale Pflegeversicherung (SGB XI), die Abgrenzung von professioneller zu informeller Pflege, die Arbeitsbedingungen in ambulanten Diensten sowie der Qualifikationsbedarf von Pflegekräften.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, wie sich der durch das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) eingeführte Pflegebedürftigkeitsbegriff konkret auf das Handeln und die Versorgungsstrukturen ambulanter Pflegedienste auswirkt.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in den Fachdatenbanken CINAHL, LIVIVO, Medline und PubMed, die durch die Analyse von Gesetzestexten und einschlägiger Fachliteratur ergänzt wurde.
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen des SGB XI, die historische Entwicklung der Pflege, die strukturellen Merkmale ambulanter Dienste, die Bedürfnisse der Klienten sowie die Arbeits- und Qualifikationsanforderungen an das Pflegepersonal detailliert dargestellt.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Ambulante Pflege, Pflegebedürftigkeitsbegriff, Soziale Pflegeversicherung, Professionelle Pflege und Angehörigenpflege definieren.
Das neue Begutachtungsassessment (NBA) basiert auf der Bemessung des Grades der Selbständigkeit in sechs Modulen und ersetzt die bisherige verrichtungsbezogene Zeitmessung, die lediglich auf körperlichen Defiziten beruhte.
Die Literatur weist auf eine hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel, unbezahlte Überstunden, geteilte Dienste sowie eine oft unzureichende Qualifikation für komplexe Betreuungsaufgaben hin, die den Arbeitsalltag prägen.
Die Arbeit stellt dar, dass soziale Netzwerke, der Familienstand und das Einkommensniveau signifikante Determinanten für das Risiko der Pflegebedürftigkeit sowie für die Inanspruchnahme von professionellen versus informellen Hilfeleistungen darstellen.
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