Bachelorarbeit, 2019
58 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1. 2 Vorgehen und Ziel der Untersuchung
1. 3 Forschungsstand
2. Geschlecht
2. 1 Biologisches Geschlecht
2. 2 Psychosoziales Geschlecht
3. Soziale Konstruktion von Geschlecht
3. 1 Soziale Konstruktion von Geschlecht in den Medien
4. Der Fall Caster Semenya
4. 1 Exkurs: Intersexualität
5. Methode
5. 1 Fragestellungen
5. 2 Qualitative Inhaltsanalyse als Methode
5. 2. 1 Strukturierte Inhaltsanalyse nach Mayring
5. 3 Durchführung
5. 3. 1 Bestimmung Ausgangsmaterial
5. 4 Kategoriensystem
6. Analyseergebnisse
6. 1 Süddeutsche Zeitung 2009
6. 2 Frankfurter Allgemeine Zeitung 2009
6. 3 Süddeutsche Zeitung 2019
6. 4 Frankfurter Allgemeine Zeitung 2019
7. Ergebnisse
7. 1 Forschungsfrage 1: Wie wird das Geschlecht in der printmedialen Berichterstattung 2009 und 2019 dargestellt?
7. 2 Forschungsfrage 2: Hat sich die Darstellung über das Geschlecht in den zehn Jahren entscheidend verändert?
8. Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Konstruktion von Geschlecht anhand der Berichterstattung über die südafrikanische Athletin Caster Semenya. Ziel ist es zu analysieren, wie sich der Diskurs zwischen den Jahren 2009 und 2019 entwickelt hat und ob dabei das Verständnis von Geschlecht vor dem Hintergrund des binären Sportsystems kritisch hinterfragt oder reproduziert wurde.
1. Einleitung
Die Zuschauer im Berliner Olympiastadion staunten nicht schlecht, als die damals 18-jährige, bislang weitgehend unbekannte südafrikanische Läuferin Caster Semenya bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Jahr 2009 in Berlin im 800-Meter-Lauf die Goldmedaille gewann. Der Grund hierfür war Semenyas Erscheinungsbild, welches im Hinblick auf ihren Körperbau, ihre Stimme, ihr Verhalten, ihre Kleidung und insbesondere auch auf ihre sportlichen Leistung nicht mit dem gewöhnlichen Bild und den Erwartungen übereinzustimmen schienen, die an eine Person weiblichen Geschlechts üblicherweise gestellt werden (vgl. Montañola & Olivesi, 2016, S.1). Die Medien nahmen dies damals zum Anlass, das Geschlecht Semenyas öffentlich in Frage zu stellen und entfachten so eine Diskussion über den Umgang mit Intersexualität in dem bislang binären Geschlechtersystem des Hochleistungssports. Die Medien stellten in ihrer Mehrheit damals die Frage, ob Semenya dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehört (vgl. Montañola & Olivesi, 2016, S.1). Artikelüberschriften wie „Mann oder Frau?“ und „Ist die Siegerin auch eine Frau?“ stehen dabei sinnbildlich für den medialen Diskurs über die geschlechtliche Identität der Spitzensportlerin.
1. Einleitung: Einführung in den Fall Caster Semenya, Erläuterung des Forschungsziels sowie des methodischen Vorgehens.
2. Geschlecht: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen biologisches und psychosoziales Geschlecht sowie deren Grenzen.
3. Soziale Konstruktion von Geschlecht: Darstellung der konstruktivistischen Perspektive auf Geschlecht und deren Bedeutung im Kontext der Medien.
4. Der Fall Caster Semenya: Chronologische Aufarbeitung der Ereignisse um Caster Semenya sowie Exkurs zur Intersexualität.
5. Methode: Erläuterung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, der Fragestellungen sowie der Kriterien zur Materialauswahl.
6. Analyseergebnisse: Detaillierte Darstellung der Diskursinhalte in der Süddeutschen Zeitung und Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die Jahre 2009 und 2019.
7. Ergebnisse: Beantwortung der Forschungsfragen bezüglich der Darstellung von Geschlecht und deren Veränderung über den zehnjährigen Zeitraum.
8. Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Reflektion der Ergebnisse und kritische Einordnung der Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Geschlechterverständnis und dem Sportsystem.
Caster Semenya, Soziale Konstruktion von Geschlecht, Intersexualität, Leistungssport, Printmedien, Diskursanalyse, Qualitative Inhaltsanalyse, Geschlechtsidentität, Binäres Geschlechtersystem, Testosteronlimit, Frauensport, Medienanalyse, Körpernormen, DSD, Hormonregelung.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Printmedien über die Athletin Caster Semenya berichten und wie dabei Geschlecht konstruiert wird.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle von Geschlechterforschung, Sportwissenschaft und Medienberichterstattung, insbesondere im Kontext von Intersexualität.
Ziel ist es, Veränderungen in der Darstellung von Semenyas Geschlecht zwischen 2009 und 2019 aufzuzeigen und zu klären, wie der mediale Diskurs auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert.
Es wird die qualitative, inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewandt, um die ausgewählten Zeitungsartikel systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine chronologische Aufarbeitung des Falls Semenya sowie die empirische Analyse der Zeitungsartikel.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Doing Gender", binäres Geschlechtersystem, Intersexualität, Testosteronlimit und soziale Konstruktion.
Während 2009 das männliche Erscheinungsbild im Vordergrund stand, verschob sich der Schwerpunkt 2019 stärker auf sportorganisatorische Debatten und die Herausforderungen durch Testosteronregulierungen.
Der Fall offenbart die Schwierigkeiten des Sports, mit Athletinnen umzugehen, die nicht dem klassischen binären Geschlechtsbild entsprechen, und beleuchtet die Spannungen zwischen Menschenrechten und Chancengleichheit.
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