Masterarbeit, 2017
156 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Forschungsstand
2 Kunst und Werbegestaltung
3 Kurt Schwitters und Werbegestaltung
3.1 Ring neuer Werbegestalter
3.2 Vorträge über Gestaltung
4 MERZ-Typographie
4.1 Eigenproduktionen
4.1.1 Dadaistische Phase
4.1.2 Erste konstruktivistische Phase
4.1.3 Experimentelle Phase
4.1.4 Zweite konstruktivistische Phase
4.2 Geometrische Schrift in den Auftragsarbeiten
4.2.1 Dammerstocksiedlung
4.2.2 Städtische Bühnen Hannover
5 Neue Typographie
5.1 Die Grotesk-Schrift
5.2 Die Asymmetrie
6 Rezeption der Neuen Typographie
6.1 Avantgarde
6.2 Gebrauchsgraphiker
6.3 Werbefachleute
6.4 Buchdrucker
Resumé
Die vorliegende Arbeit untersucht den Professionalisierungsprozess des bildenden Künstlers Kurt Schwitters im Bereich der Typographie zwischen 1923 und 1933. Ziel ist es, Schwitters’ typographisches Werk im Kontext der "Neuen Typographie" zu verorten und zu analysieren, inwieweit seine typographische Tätigkeit in das Berufsfeld des Gebrauchsgraphikers einzuordnen ist.
3 KURT SCHWITTERS UND WERBEGESTALTUNG
Zwischen der radikalen Regellosigkeit der Künstler und den Regeln oder Prinzipien der typographischen Fachwelt liegt das Spannungsfeld, in dem die typographischen Arbeiten des Künstlers Kurt Schwitters zu betrachten sind. Dieser war in den 1920er Jahren neben der Typographie in vielen Bereichen der bildenden Kunst tätig, vor allem in Assemblage und Collagen, in abstrakter sowie gegenständlicher Malerei und Skulptur, in Gebieten der angewandten Kunst wie Vortragskunst und Performance, in der Literatur sowie der Musik. Sein Schaffen ist dem einen individuellen Konzept „MERZ“ gewidmet.
Das Wort MERZ34 hat Kurt Schwitters in seiner Collagen eingefügt. Es handelte sich dabei um einen Ausschnitt aus dem Schriftzug „Kommerz- und Privatbank“. Zunächst nannte Kurt Schwitters nur dieses Werk „MERZ-Bild“, später verwendete er die Bezeichnung für alle seine künstlerischen Äußerungen, darunter „MERZ-Dichtungen“ oder der „MERZ-Bau“ und ab 1924 auch die „MERZ-Werbezentrale“. Seine Collagen und Montagebilder entstanden aus dem Material der Straße, wie Papier- und Stoffresten, Drahtstücken und schließlich Fragmenten aus Drucksachen, wie Wortsplittern, Zahlen und Buchstaben (Abb. 5) (Abb. 6).
Die vielfältigen Aktivitäten von Kurt Schwitters entsprachen seinem Ideal eines „MERZ-Gesamtweltbildes“, in dem alle Künste in der MERZ-Gestaltung vereint werden.36 MERZ gibt Bedeutendem und Banalem die gleiche Wertigkeit: „MERZ will nicht bauen, MERZ will umbauen.“ MERZ bemüht sich um Vermittlung und Synthese: „Die Aufgabe von MERZ in der Welt ist: Gegensätze ausgleichen und Schwerpunkte verteilen.“37
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Professionalisierung von Kurt Schwitters als Typograph im Kontext der Avantgarde zwischen 1923 und 1933.
1 Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die bestehende Literatur und Archive zu Schwitters' Werk und dessen Rezeption.
2 Kunst und Werbegestaltung: Das Kapitel diskutiert das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischem Anspruch und kommerzieller Werbetätigkeit in den 1920er Jahren.
3 Kurt Schwitters und Werbegestaltung: Hier wird Schwitters’ individuelle künstlerische Strategie "MERZ" und sein Bestreben nach einem Gesamtweltbild analysiert.
4 MERZ-Typographie: Die typographische Analyse der Eigenproduktionen und der Auftragsarbeiten von Schwitters steht hier im Zentrum.
5 Neue Typographie: Dieses Kapitel erläutert die formalen Elemente wie Grotesk-Schriften und Asymmetrie als Gestaltungsmittel der Zeit.
6 Rezeption der Neuen Typographie: Die unterschiedliche Wahrnehmung der neuen Gestaltungstrends durch Fachgruppen wie Buchdrucker und Werbefachleute wird hier dargelegt.
Resumé: Die abschließende Betrachtung fasst die Entwicklung von Schwitters’ typographischem Schaffen und dessen Anerkennung durch die Fachwelt zusammen.
Kurt Schwitters, MERZ, Typographie, Neue Typographie, Gebrauchsgraphik, Avantgarde, Werbegestaltung, Konstruktivismus, Grotesk-Schrift, Asymmetrie, Buchdruck, Werbezentrale, Gestaltung, Bauhaus, Formensprache
Die Arbeit untersucht den künstlerischen und beruflichen Werdegang von Kurt Schwitters im Kontext der modernen Typographie während der 1920er und frühen 1930er Jahre.
Zentrale Themen sind die Rolle von Schwitters als Typograph, seine Einordnung in die "Neue Typographie", die Beziehung zwischen Kunst und kommerzieller Werbung sowie die Wahrnehmung seiner Arbeit durch Zeitgenossen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit der avantgardistische Künstler Kurt Schwitters als Typograph in das Berufsfeld des Gebrauchsgraphikers integriert werden kann und wie sich sein Wirken zwischen freier Kunst und angewandter Gestaltung bewegt.
Es wird eine typographische Analyse der Druckwerke von Schwitters durchgeführt, wobei diese in vier zeitliche Phasen unterteilt und mit theoretischen Anforderungen aus zeitgenössischen Lehrbüchern verglichen werden.
Der Hauptteil befasst sich mit Schwitters' "MERZ"-Konzept, einer detaillierten typographischen Analyse seiner MERZ-Hefte und Auftragsarbeiten sowie der allgemeinen Entwicklung und Rezeption der Neuen Typographie.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kurt Schwitters, MERZ, Neue Typographie, Avantgarde, Gebrauchsgraphik und Konstruktivismus geprägt.
Die MERZ-Hefte dienten als Sammelwerk für avantgardistische Kunst und experimentelle Typographie, an denen Schwitters seine gestalterischen Theorien erprobte und umsetzte.
Während die konservative Fachwelt an klassischen, symmetrischen Satzregeln und der Verwendung traditioneller Schriften (wie Fraktur) festhielt, propagierte Schwitters eine asymmetrische, an visuellen Werten orientierte und radikale Gestaltung, die sich von starren Regeln löste.
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