Examensarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Die Voraussetzungen und Bedingungen bei der Einführung von Schuluniformen und einheitlicher Schulkleidung im deutschen Schulsystem
2.1. Historische und definitorische Einordnung von Schuluniformen und Schülerkleidung
2.2. Traditionen und kulturelle Werte und ihre Vermittlung in der Schule
2.3. Das Für und Wider einheitlicher Schulkleidung
2.4. Schulprojekte mit einheitlicher Schulkleidung und die Erprobung ihrer Wirksamkeit in Deutschland
2.4.1. Möglichkeiten und Grenzen einheitlicher Schulkleidung am Beispiel des Pilotprojekts der Schule Hamburg-Sinstorf
2.4.2. Die Ergebnisse der Studie „Korrelate des Tragens einheitlicher Schulkleidung“
2.5. Zusammenfassung der Ergebnisse
3. Die Lebensphase Jugend
3.1. Identitätsentwicklung im Jugendalter
3.2. Die Bedeutung von Peergroups
3.3. Kultur und Jugendkultur
3.4. Identitätsentwicklung und Sozialisationsprozesse in der Schule
3.4.1. Die Selbstkonzeptentwicklung in der Schule
3.4.2. Bedingungen für schulisches Wohlbefinden
3.4.3. Abhängigkeitsvariablen des Unterrichtsklimas
3.4.4. Soziale Akzeptanz im Klassenverband
4. Jugendmode
4.1. Jugendkulturelle Vielfalt der Kleidermode
4.1.1. Der Einfluss der Modeindustrie und ihrer Vermarktungsstrategien auf das Konsumverhalten Jugendlicher
4.1.2. Jugendmode und ihre Symbolfunktion
4.1.3. Mode und Selbstdarstellung
4.2. Die Wahl der Kleidung als Ausdruck von Identität
4.2.1. Soziale Identität, Gruppenzugehörigkeit und Gruppenstil
4.2.2. Uniformierung, Konformität und Rollenverhalten
5. Schülerkleidung im internationalen Vergleich
5.1. Das Bildungssystem Japans
5.1.1. Die Probleme des japanischen Schulwesens
5.1.2. Uniformen im Alltag
5.1.3. Schuluniformen in Japan
5.1.4. Schuluniformen und ihre Bedeutung für japanische Schüler der Gegenwart
5.2. Das Bildungssystem der USA
5.2.1. Die Probleme des amerikanischen Schulwesens
5.2.2. Schuluniformen und Dress Codes in den USA
5.2.3. Schuluniformen und ihre Bedeutung für amerikanische Schüler der Gegenwart
6. Schlussbetrachtung über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von einheitlicher Schulkleidung in Deutschland
Die Arbeit untersucht, ob die Einführung einheitlicher Schulkleidung oder Schuluniformen positive Auswirkungen auf deutsche Schülerinnen und Schüler haben kann, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Individualität, das Klassenklima, den Markenzwang und das Lernverhalten, unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen aus Japan und den USA.
2.4. Schulprojekte mit einheitlicher Schulkleidung und die Erprobung ihrer Wirksamkeit in Deutschland
Der zunehmende Markenterror unter Schülern und damit einhergehende Probleme mit erhöhter Gewalt an Schulen veranlassen Eltern und Lehrer dazu, Maßnahmen zu ergreifen, die das Laufstegverhalten in der Schule und das Abziehen von Markenkleidung unterbinden. Damit nicht mehr die Marke über Anerkennung, Erfolg und Sozialprestige bestimmt, haben sich in Deutschland bereits mehrere Schulen auf den Versuch eingelassen und auf verschiedene Weisen Schulkleidung eingeführt und die Wirkung von einheitlicher Kleidung getestet. Die Projekte nannten die neue Kleidung vielfach Uniform, gemeint ist aber keine klassische Uniform mit Hose oder Rock und Jackett, sondern immer eine einheitliche Schulkleidung, die sich am Geschmack der Jugend orientiert.
Die Herangehensweise und die Umsetzung scheinen wichtig für den Erfolg oder Misserfolg von einheitlicher Schulkleidung zu sein. Die Betrachtung verschiedener Schulen in Deutschland und ihr spezifischer Umgang mit Schulkleidung soll diese These belegen.
Im Mai 2001 nahm eine Berliner Hauptschulklasse der Heinrich-Ferdinand-Eckert-Schule an einem Pilotprojekt zur Prüfung einheitlicher Schulkleidung teil. Die Klasse hatten sich freiwillig auf einen Aufruf des „Tagesspiegels“ hin gemeldet und wurde zusammen mit einer achten Klasse des Willi-Graf-Gymnasiums aus 50 Bewerbungen von Berliner Schulklassen ausgewählt. Bis zu den Sommerferien sollten einheitliche weiße Poloshirts, dunkelblaue Fleecehemden und schwarze Bundfaltenhosen getragen werden, um dem Markenwahn entgegenzuwirken und das Tragen von Kleidungsstücken mit rechtsextremistischer Symbolik zu unterbinden. Nach vier Wochen stellten die Schüler der 10. Klasse bereits positive Veränderungen fest, und bei einer Umfrage, an der die gesamte Schule teilnahm, befürworteten 80% der Schüler die Einführung von klassischen Schuluniformen. Die Testklasse hatte sich ursprünglich schwarze Anzüge mit weißen Hemden und Krawatten gewünscht, dafür ließ sich jedoch kein Sponsor finden.
1. Einleitung: Erläutert die Problematik des deutschen Bildungssystems, die Rolle von PISA und die Intention, durch einheitliche Schulkleidung soziale Unterschiede und Markenzwänge abzubauen.
2. Die Voraussetzungen und Bedingungen bei der Einführung von Schuluniformen und einheitlicher Schulkleidung im deutschen Schulsystem: Beleuchtet historische Grundlagen, politische Diskussionen und analysiert deutsche Modellprojekte zur Schulkleidung.
3. Die Lebensphase Jugend: Definiert die Lebensphase Jugend, die Identitätsentwicklung und die Bedeutung von Peergroups sowie den Einfluss des schulischen Sozialisationsprozesses.
4. Jugendmode: Untersucht die Rolle der Mode als Ausdrucksmittel, ihre Symbolfunktion für Identität und den Einfluss von Werbung auf Jugendliche.
5. Schülerkleidung im internationalen Vergleich: Vergleicht die japanische Kultur der Schuluniformen und das amerikanische System der Dress Codes mit ihren jeweiligen Zielsetzungen und Problemen.
6. Schlussbetrachtung über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von einheitlicher Schulkleidung in Deutschland: Interpretiert die internationalen Erfahrungen und bewertet die Vor- und Nachteile einer flächendeckenden Einführung in Deutschland.
Schulkleidung, Schuluniform, Identitätsentwicklung, Jugendmode, Markenzwang, Schulklima, Sozialisation, Gruppenzugehörigkeit, Leistungsbereitschaft, Deutschland, Japan, USA, Dress Code, Persönlichkeitsentfaltung, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Wirkung von einheitlicher Schulkleidung im deutschen Schulsystem, um soziale Unterschiede und Markendruck bei Jugendlichen zu minimieren.
Die zentralen Felder umfassen die Identitätsentwicklung im Jugendalter, die Rolle von Mode und Kleidung als Symbol sowie die erziehungswissenschaftliche Analyse von Schulsystemen in Deutschland, Japan und den USA.
Das Ziel ist es, zu erörtern, ob die Einführung einheitlicher Schulkleidung tatsächlich positive Effekte auf die Individualität, das Klassenklima und das Sozialverhalten von Schülern haben kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Untersuchung von Modellprojekten in Deutschland sowie einem internationalen Vergleich der Schulsysteme und Bekleidungstraditionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Lebensphase Jugend und Identitätsentwicklung sowie eine empirische Betrachtung internationaler Erfahrungen mit Schuluniformen und Dress Codes.
Die wesentlichen Begriffe sind Schulkleidung, Identitätsfindung, Jugendmode, Klassenklima, Markenzwang und soziale Akzeptanz.
Sie dienen als Beispiel für ein starkes, traditionsverankertes System, das Identität durch Gruppenzugehörigkeit fördert, aber gleichzeitig hohen Leistungsdruck erzeugt.
Die Autorin analysiert die USA als ein System, in dem Schulkleidung oft als autoritäres Instrument zur Eindämmung von Gewalt und Gang-Kriminalität eingesetzt wird, was jedoch nicht immer den erhofften Erfolg zeigt.
Ein Erfolg ist nur bei freiwilliger Einführung, Einbeziehung der Schüler und unter pädagogischer Begleitung möglich; ein Patentrezept existiert nicht.
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