Examensarbeit, 2019
83 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Begriffsklärung
3.1 Kultur
3.2 Multikulturalität
3.3 Interkulturalität
3.4 Transkulturalität
4 Interkulturelle Kompetenz
4.1 Modelle interkultureller Kompetenz
4.1.1 Listenmodell
4.1.2 Strukturmodelle
4.1.3 Prozessmodelle
4.1.4 Kohäsionsmodell
4.1.5 Zwiebelmodell
4.2 Zusammenfassende Betrachtung
4.3 Erwerb interkultureller Kompetenz
4.4 Messbarkeit interkultureller Kompetenz
5 Integration im Sport
5.1 Sport im Verein
5.2 Sport in der Schule
6 Umfrage
6.1 Rahmenbedingungen
6.1.1 Auf Ballhöhe
6.1.2 Hout Bay
6.1.3 Hout Bay United Football Community
6.2 Fragebogenkonstruktion
6.3 Durchführung der Befragung
6.4 Erfüllbarkeit der Gütekriterien
6.5 Ergebnisse
6.6 Diskussion
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag des Sports zum Erwerb interkultureller Kompetenz, insbesondere im Kontext von Integrationsprozessen in multikulturellen Gesellschaften, wobei eine empirische Studie in Südafrika als zentrales Fallbeispiel dient.
3.1 Kultur
Da der Kulturbegriff auch umgangssprachlich verwendet wird, fühlt sich im Grunde jeder in der Lage sich dazu zu äußern. Daneben gibt es im Feld der interkulturellen Bildung eine Vielzahl wissenschaftlicher Definitionen, welche miteinander konkurrieren. Ursprünglich leitet sich der Begriff Kultur von dem lateinischen Wort „colere“ ab, was hegen, pflegen, bebauen oder ausbilden bedeutet. Er bezeichnet die landwirtschaftliche Pflege des Bodens und wurde später von Cicero auf die Pflege spezifisch menschlicher Fähigkeiten übertragen. Ein enger Kulturbegriff bezieht sich primär auf künstlerische Ausdrucksformen, während der erweiterte Kulturbegriff eher lebensweltlich orientiert ist. Die meisten Definitionen gehen von einer Beschreibung anhand einzelner Faktoren und Merkmalen wie beispielsweise Werten, Verhalten, Codes, Gewohnheiten und Zeichen aus. Sie ist laut dem Psychologen Thomas ein vom Menschen geschaffenes System zur Orientierung, das Gesellschaften, Gruppierungen oder Nationen behilflich sein soll. Durch dieses Orientierungssystem entstehen sogenannte Kulturstandards, die durch Handlungen und Bewertungen erkennbar werden. Um mit anderen Kulturen erfolgreich zu interagieren ist es entscheidend, deren Kulturstandards zu kennen. Möchte man sich das Phänomen Kultur bildlich vorstellen, wird häufig ein Eisberg oder eine Zwiebel verwendet. Sie symbolisieren, dass es einen sichtbaren Teil der Kultur gibt, wie beispielsweise Objekte oder erkennbare Handlungen und nicht sichtbare Anteile. Hierzu gehören Werte, Normen und Grundhaltungen. Im Laufe der Zeit wurde dieses Modell weiterentwickelt zum sogenannte „Rucksackmodell“. Es soll symbolisieren, dass eine Kultur bereit ist Einflüsse aus anderen Kulturen zuzulassen und anzunehmen. Wie Gepäck führen die Menschen ihre Kultur mit sich und können Teile ihres Gepäcks umpacken und austauschen. Hervorzuheben ist, dass nicht nur das Herkunftsland Einfluss auf die Kultur hat, sondern ebenso die Lebensweisen und Lebenseinstellungen innerhalb von Kollektiven. Es zeigt sich, dass die Gleichsetzung von Kultur und die Zugehörigkeit zu einer Nation nicht zutreffend ist, da die Möglichkeit, zu mehreren Kulturen zu gehören, ignoriert wird. Die Globalisierung und die beständigen Migrationsbewegungen führen dazu, dass sich verschiedene Kulturen gegenseitig beeinflussen. Die Zugehörigkeit zu einer speziellen Kultur ist dadurch heute nicht mehr eindeutig zu bestimmen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Interkulturalität aufgrund globaler Migrationsbewegungen und skizziert das Forschungsinteresse an der integrativen Rolle des Sports.
2 Problemstellung: Dieses Kapitel thematisiert die historischen und aktuellen Herausforderungen durch Wanderbewegungen und die daraus resultierenden Spannungsfelder zwischen Fremdheit und Integration in der Gesellschaft.
3 Begriffsklärung: Hier werden zentrale Begriffe wie Kultur, Multikulturalität, Interkulturalität und Transkulturalität definiert und deren wissenschaftliche sowie alltagssprachliche Verwendung erläutert.
4 Interkulturelle Kompetenz: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellen interkultureller Kompetenz sowie deren Erwerb und der Problematik ihrer Messbarkeit.
5 Integration im Sport: Dieses Kapitel untersucht das integrative Potenzial des Sports, differenziert zwischen Vereins- und Schulsport und diskutiert die Ambivalenz des Sports bezüglich Inklusion und Exklusion.
6 Umfrage: Das Kernstück der empirischen Arbeit beschreibt die Rahmenbedingungen, die Konstruktion und Durchführung einer Befragung in der Hout Bay United Football Community in Südafrika sowie die Analyse der gewonnenen Ergebnisse.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der transkulturellen Perspektive im Sport.
Interkulturelle Kompetenz, Sport, Integration, Migration, Kulturstandards, Hout Bay, Fußballgemeinschaft, Interkulturalität, Fremdheit, Empowerment, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Messbarkeit, Empirische Untersuchung, Transkulturalität.
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag Sport zu der Entwicklung interkultureller Kompetenzen leisten kann und inwieweit diese Prozesse zur Integration in einer multikulturellen Gesellschaft beitragen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung interkultureller Kompetenz, die Rolle des Sports als Integrationsmedium sowie die praktische Überprüfung dieser Annahmen mittels einer Befragung in Südafrika.
Ziel ist es, den Einfluss sportlicher Aktivität auf den Erwerb interkultureller Kompetenzen zu analysieren und kritisch zu prüfen, ob Sportvereine oder sportliche Gemeinschaften hierbei tatsächlich eine stützende Funktion einnehmen.
Es wird eine schriftliche, quantitative Befragung mittels eines strukturierten Fragebogens durchgeführt, deren Daten anschließend mit IBM SPSS Statistics ausgewertet und mittels Regressions- und Faktorenanalysen untersucht werden.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle zur interkulturellen Kompetenz vorgestellt, die Rolle des Sports im Verein und in der Schule analysiert und schließlich eine empirische Untersuchung in der Hout Bay United Football Community dargelegt.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, Sport als Medium, Integration, Fremdheitserfahrung und empirische Testverfahren.
Die Region zeichnet sich durch eine hohe kulturelle Vielfalt aus, was sie prädestiniert für die Untersuchung interkultureller Interaktionen, und die Fußballgemeinschaft bietet einen spezifischen, sozialen Rahmen für diese sportpädagogische Studie.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Messung interkultureller Kompetenz mittels Fragebögen aufgrund der Komplexität des Konstrukts und der Tendenz zu sozial erwünschten Antworten methodisch eingeschränkt ist und eher indirekt erfolgt.
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